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Zu viel Koffein

Energy-Drinks sind bei Jugendlichen als Partygetränk oder Aufputschmittel beliebt. Ein übermäßiger Konsum kann aber Folgen für die Gesundheit haben. 

von Lisi Lang

Sie sind hip, cool und werden vor allem von Jugendlichen gerne konsumiert: Energy-Drinks. Doch ein übermäßiger Konsum kann für Kinder und Jugendliche gefährlich werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat kürzlich vor einem erhöhten Konsum von Energy-Drinks gewarnt. Befragungen von Kindern und Jugendlichen belegen nämlich, so das Bundesinstitut, dass jeder zehnte Jugendliche zu bestimmten Gelegenheiten mehr als einen Liter Energy-Drink konsumiert. Und das ist weit mehr, als Jugendlicher eigentlich verträgt.

Energy-Drinks, also Energiegetränke, sind Getränke, die Koffein, meist zusammen mit den Stoffen Taurin, Inosit und Glucuronolacton enthalten. „Die Dosierung ist sehr schwer, da man mit zwei oder drei Dosen schnell die empfohlene Tagesdosis überschreitet, was natürlich auch Nebenwirkungen haben kann“, weiß Michael Kob vom Dienst für Diätetik in Bozen.

Während nämlich eine Tasse Macchiato oder ein Espresso rund 50 Milligramm Koffein enthalten, spricht man bei einer 250 Milliliter Dose eines handelsüblichen Energy-Drinks von rund 80 Milligramm Koffein – also ungefähr gleich viel wie eine Tasse Filterkaffee.

Die empfohlene Menge für Jugendliche von maximal 150 Milligramm Koffein auf 50 Kilogramm Körpergewicht pro Tag (so die Angaben der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) wird also bereits bei zwei Dosen überschritten. Für Erwachsene sind bei regelmäßigem Koffeinkonsum bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag unbedenklich. „Vom Geschmack her spricht so ein Energy-Drink die Jugendlichen natürlich mehr an als eine Tasse Kaffee und zudem wird aufgrund des Geschmacks auch gerne mehr konsumiert“, weiß Michael Kob.

Und genau dieser Konsum kann Folgen haben: Während nämlich Koffein in moderaten Mengen vor allem bei Erwachsenen positiv wirken kann, etwa die Aufmerksamkeit steigert, können zu hohe Koffein-Dosierungen bei Jugendlichen gesundheitliche Probleme für das Herz-Kreislauf-System oder Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem haben. Auch können Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen oder Angstzustände auftreten. „Was man auch gesehen hat, ist dass das Risikobewusstsein bei Jugendlichen abnimmt, sprich dass Jugendliche das Risiko dann häufig unterschätzen“, erklärt Michael Kob.

Vor allem Alkohol oder körperliche Aktivitäten können diese Nebenwirkungen und gesundheitlichen Risiken noch weiter verstärken. Zu viel Energy-Drink beispielsweise vor einem Wettkampf oder einem Spiel kann also auch unerwünschte Wirkungen wie unkontrolliertes Muskelzittern oder Übelkeit hervorrufen.

Neben den Problemen, die aufgrund des Koffeinkonsums auftreten könnten, gilt es bei Energy-Drinks aber noch einen zweiten Punkt zu beachten. Die Aufputschmittel weisen nämlich durchschnittlich mehr als acht Prozent mehr Zuckergehalt auf als andere Softdrinks. „In einer einzigen 250 Milliliter Dose sind oft mehr als 12 Zuckerwürfel enthalten“, erklärt der Experte.

Michael Kob warnt vor einem übermäßigen Konsum an Energy-Drinks, in besten Fällen sollten Jugendliche sogar ganz darauf verzichten: „Viele Jugendliche aber auch Eltern unterschätzen die Nebenwirkungen einer zu hohen Koffein-Dosierung“, weiß der Experte und betont auch, dass man sich einfach bewusst sein sollte, dass ein Energy-Drink kein normales Softgetränk ist.

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