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Das Golser-Buch

Das Leben und Wirken von Bischof Karl Golser, vor allem den Wandel vom Professor zum Bischof sowie den Umgang mit der Parkinson-Erkrankung, hat Josef Gelmi in seinem neuesten Buch in allen Aspekten beleuchtet.

Am Freitag hat der Autor gemeinsam mit Bischof Ivo Muser und Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder das Werk im Bozner Pastoralzentrum vorgestellt.

„Leben und Wirken von Bischof Karl Golser (1943–2016) – Vom Professor zum Confessor“ ist der Titel des Buches von Josef Gelmi, das heute der Öffentlichkeit präsentiert worden ist. Gelmi hat in dem Buch den außerordentlichen Wandel beschrieben, den der zuweilen eitel, distanziert und selbstbewusst wirkende Professor Golser hin zum bescheiden, umgänglich und herzlich auftretenden Bischof Golser vollzogen hat. Auf diesen Umstand wies auch Bischof Ivo Muser hin. Direkt an den in der Christnacht 2016 verstorbenen Karl Golser gerichtet, sagte Muser: „Du bist mit Freude Bischof geworden. Du warst gerne Bischof.“ Und weiter: „Ich hatte den Eindruck, dass Karl Golser als Bischof gelöster geworden ist.“

Karl Golser wurde am 16. Mai 1943 in Tscherms geboren. Zum Priester geweiht wurde er am 10. Oktober 1968 in Rom. In den Jahren 1962 bis 1973 absolvierte er seine Studien in Rom und Brüssel. Von 1977 bis 1982 war Karl Golser in der Glaubenskongregation im Vatikan tätig. 1982 kehrte er in die Diözese Bozen-Brixen zurück und begann seine Laufbahn als Professor für Moraltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen.  

Nach dem Tod von Bischof Wilhelm Egger wurde Karl Golser von Papst Benedikt XVI. am 5. Dezember 2008 zum neuen Bischof der Diözese Bozen-Brixen ernannt und am 8. März 2009 in Brixen zum Bischof geweiht. Diözesanbischof Karl Golsererkrankte 2010/2011 an einem atypischen Parkinsonsyndrom. Sein Rücktritt aus Gesundheitsgründen erfolgte im Juli 2011. Bischof Karl Golser ist am 25. Dezember 2016 verstorben.

Josef Gelmi, emeritierter Professor für Kirchengeschichte und Diözesangeschichte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen, schreibt in seinem Buch, dass Golserder Kirche ein neues, modernes Gesicht geben wollte. Zu „heißen Eisen“ wie Transitverkehr, Ökumene, Migrationsfragen, Priesteramt, Zölibat, Frauenpriestertum und Homosexualität habe Golser wiederholt Stellung bezogen, so Gelmi. Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder ging in seinem Beitrag bei der Buchvorstellung auf diesen Aspekt ein: „Bischof Golser hat immer klar Position bezogen und seine Meinung zum Ausdruck gebracht, auch wenn das nicht allen gefallen hat. Er hat etwa die Errichtung der Universität Bozen immer unterstützt und mir als Landeshauptmann in dieser Frage immer den Rücken gestärkt.“

Einen Schwerpunkt des Buches bildet auch die Zeit mit der schweren und atypischen Form der Parkinson-Erkrankung, die Bischof Golser mit großer Würde ertragen hat. Bischof Muser sagte heute, dass gerade der Verlust der Fähigkeit zu sprechen, das schmerzhaftestes gewesen sein muss, das für Bischof Golser mit der Krankheit einhergegangen sein muss: „Sehr schnell hat Bischof Golser nach dem Ausbrechen der Krankheit das Wort verloren. Wie schwer muss das für ihn gewesen sein?“ Direkt an Golser gerichtet, sagte Bischof Muser: „Die Zeit deines schweren Leidens und deiner Wortlosigkeit ist vorbei. Du darfst jetzt erleben, was du geglaubt, verkündet und gefeiert hast. Hoffentlich bekommst du jetzt auch eine Antwort auf die Frage nach dem Warum und nach dem Sinn deines Lebenskreuzes.“

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