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„Das wäre Wahnsinn“

Gert Lanz

Nach dem EU-Gerichtsurteil zur verpflichtenden Arbeitszeiterfassung sagt SVP-Fraktionssprecher Gert Lanz: „Diese Maßnahme geht an der Realität vorbei und schadet Europa.“

Arbeitgeber in der Europäischen Union müssen künftig die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer systematisch und vollständig erfassen sowie dokumentieren. So sollen Arbeitnehmer vor unbezahlter Mehrarbeit geschützt werden. Das entschied am Dienstag der Europäische Gerichtshof in Luxemburg.

„Das ist eine Absurdität und widerspricht den realen Bedürfnissen von Betrieben und Arbeitnehmern. Ganz abgesehen von der enormen bürokratischen Belastung, die damit besonders für die Kleinbetriebe entstehen würde“, zeigt sich der SVP-Landtagsabgeordnete Gert Lanz besorgt.

Sollte diese Verpflichtung wirklich zur Anwendung kommen, werde er sich vehement dafür einsetzen, dass Südtirol eine maßgeschneiderte Lösung erhält.

„Es wäre der reine Wahnsinn“, sagt Lanz, „dieses Urteil schadet Europa!“ Es bringe nichts außer Bürokratie und Unmut auf allen Ebenen.

„Sicher müssen die Rechte der Arbeitnehmer geschützt werden, doch weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber hätten wirklich Vorteile bei einer vollständigen Arbeitszeiterfassung, wie sie der Europäische Gerichtshof nun vorsieht. Im Gegenteil: Flexibilität und Vertrauen würden verlorengehen. Arbeitgeber müssten ihre Mitarbeiter kontrollieren und Mitarbeiter würden ihrer Selbständigkeit und Kreativität im Arbeitsalltag beraubt“, meint Gert Lanz.

Für ihn ist das Urteil des Europäischen Gerichtshofes ein großer Schritt zurück: „Wir sind im 21. Jahrhundert, wir bieten flexible Arbeitszeiten, um den modernen Arbeitsanforderungen zu entsprechen und nicht zuletzt dem Fachkräftemangel in allen Branchen entgegenzuwirken – und nun sollen wir die Stechuhren einführen? Das ist absolut widersprüchlich und unzeitgemäß.“

Nun sollen alle EU-Mitgliedsstaaten ein objektives und verlässliches Instrument zur kompletten Zeiterfassung einrichten. Über die Umsetzung und die Art des Systems können die einzelnen Länder selbst bestimmen.

„Ich werde mich auf jeden Fall dafür einsetzen, dass auf die Besonderheiten und Eigenheiten unserer Betriebe geachtet wird. Ich werde eine kompatible Lösung für Südtirol einfordern und mich tatkräftig dafür einsetzen“, verspricht Lanz.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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