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Cache (Insurance Policy)

„khabya“ (Vorratskammer) in levantinischen Bauernhäusern.

Die Künstlerin Jumana Manna aus Palästina stellt in der Galerie Museum aus.

Die Installation Cache (Insurance Policy) (2018/19) von  Jumana Manna verbindet bereits existierende mit eigens für diesen Anlass entstandenen Skulpturen aus Ton und verteilt sie in den Räumlichkeiten von ar/ge kunst. Wie der Titel „Cache“ (Speicher) andeutet, erkundet die Arbeit Akte des Lagerns, des Sammelns und des Sicherns von natürlichen Ressourcen wie auch kulturellen Artefakten – Akte, die dem Überleben, dem Erhalt von Beständen und deren wirtschaftlicher Nutzung dienen.

Im vorderen Raum sind kubisch geformte Skulpturen als museologische Fragmente, herausgelöst aus ihrem architektonischen Kontext, aufgestellt. Die in Ton ausgeführten Arbeiten sind angeregt von der „khabya“ (Vorratskammer), einer traditionellen, inzwischen aber obsoleten Bauform in levantinischen Bauernhäusern. Vor dem Aufkommen der Kühltechnik dienten „khabyas“ der Lagerung von Getreide für den ganzjährigen Verbrauch.

Im zweiten Teil der Installation verkleiden Regale und Gitter aus Metall den hinteren Raum und rücken die „khabyas“ somit in eine Umgebung, die an institutionelle Lagerräume erinnert, seien es Saatgutbibliotheken, ethnografische Sammlungen oder Museumsdepots. Saatgutbanken stehen auch im Mittelpunkt von Mannas jüngsten Arbeiten, etwa dem Langfilm Wild Relatives (2018), der die Übergabe von Pflanzensamen zwischen der im Arktischen Ozean gelegenen norwegischen Insel Spitzbergen und dem Bekaa-Tal im Libanon behandelt.

Jumana Manna nutzt die Ausstellung als Ort, um die taxonomischen Impulse hinter Getreidespeichern, Saatgutdepots und Museen ineinander zu überführen, und stellt dabei die Wandlung von Bevorratungs- und Wissenssystemen heraus: von ursprünglichen Praktiken zur Sicherung des Überlebens hin zu zentralisierten Ökonomien des Kapitalwachstums. So verweist der spielerische Gestus des Speicherns von Speichern auf die ideologische Diskrepanz zwischen den vielfältigen Geschichten des Verwahrens und den ungleichen Zukunftschancen, die sich mit heutigen Akten der Erhaltung verbinden.

Termin: Eröffnung am 16. Mai um 19.00 Uhr in der ar/ge Kunst

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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