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Britischer Sieg

Vincenzo Nibali startet Fluchtversuch im Finale, auch Rafal Majka zieht mit, der Sieg geht aber an den Briten, der damit seinen ersten Etappensieg als Profi bei einem derart prestigeträchtigen Rennen feiert.

Bei der Tour of the Alps gilt es nicht, sich zu verstecken. Wer dachte, dass die großen Favoriten sich zum Auftakt bedeckt halten, der irrte. Schon bei der ersten Etappe über 144 km mit Start und Ziel in Kufstein, ließen die Favoriten aufhorchen. Schlussendlich feierte Tao Geoghegan Hart (Team Sky) aber einen verdienten Erfolg und erzielte seinen ersten Karrieresieg in einem knappen Sprint. Der Brite war auch bereits beim zweiten Pass, am Hinterthiersee, dem härtesten Anstieg des Tages, einer der Protagonisten.
Die Aktion wurde von Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida) initiiert, dessen entschlossener Angriff seine gute Form unter Beweis stellte – eine wertvolle Erkenntnis für den anstehenden Giro d’Italia.

Der Start in Kufstein erfolgte bei Kaiserwetter, zahlreiche Zuschauer waren dabei. Am Start wurde dem vor zwei Jahren verstorbenen Michele Scarponi gedenkt. Erinnerungen wurden auch an die WM im vergangenen September wach, als Alejandro Valverde den Titel holte.

Es dauerte nicht lange, bis die ersten Athleten Fluchtversuche starteten. Nach etwa drei Kilometern übernahm eine Gruppe von vier Athleten die Führung mit Maximilian Kuen (Vorarlberg-Santic), geboren in Kufstein, Patrick Gamper (Tirol Cycling Team) und Matthias Krizek (Felbermayr-Simplon) sowie Emil Dima(Giotti Victoria-Palomar). Die vier Profis führten über einige Kilometer, während sich die Teams von Astana, Sky und Bahrain in der Hauptgruppe befanden..
Tao Geoghegan Hart
Mit Fortdauer des Rennens schaffte es die Hauptgruppe geschickt, den Abstand auf die Fluchtgruppe zu verkürzen, vor dem knackigen Hinterthiersee-Anstieg mit einer 2 km langen Steigung von bis zu 15% betrug der Abstand knappe 3 Minuten. Mathias Krizek war bis 20 km vor Schluss vorne, zu seinen Verfolgern gesellten sich Andreas Schillinger (Bora-hansgrohe) und Georg Zimmermann (Tirol Cycling Team).

Der zweite Anstieg nach Hinterthiersee veränderte schließlich die Situation an der Spitze, Vincenzo Nibali startete einen Angriff, dem nur wenige folgen konnten. Nur Tao Geoghegan Hart und Pavel Sivakov vom Team Sky sowie Rafal Majka von Bora-Hansgrohe konnten Nibali folgen.

Auch auf den letzten 10 Kilometern zeigte sich Nibali entschlossen und versuchte weg zu ziehen. Aber es reichte nicht ganz, der Italiener wurde eingeholt, insbesondere das Astana-Team mit Pello Bilbao leistete dabei gute Arbeit.

Schlussendlich kam es zum Zielsprint einer größeren Gruppe, wo sich Geoghegan Hart trotz des vorherigen Kraftaktes den Sieg holte und den Spanier Alexander Aranburu (Caja Rural) und den Schweizer Roland Thalmann (Team Vorarlberg) auf die Ränge zwei und drei verwies.
Vincenzo Nibali
Als Amateur habe ich die meisten meiner Siege im Zielsprint in kleineren Gruppen eingefahren, daher überrascht es mich nicht, dass der erste Profi-Sieg so gelaufen ist“, sagte der 24-Jährige aus London. „Das Team Sky hat heute ein hervorragendes Rennen absolviert. Leonardo Basso hat das Rennen von den ersten Kilometern an gesteuert, während die anderen fünf Mitglieder in der ersten Gruppe das Ziel erreichten. Heute hatten wir tatsächlich so viele Möglichkeiten – ich hätte gewinnen können, aber auch Pavel Sivakov oder Froome. Es ist ein schönes Gefühl, endlich mit dem Team Sky gewinnen zu können, zumal dieses Etappenrennen die letzte Chance ist“. „Ich konzentriere mich schon auf die nächsten Tage: Natürlich möchte ich das Leader-Trikot behalten. Aber alles ist möglich“, so Geoghean Hart.

Auch der Mut der Ausreißergruppe wurde belohnt. Emil Dima holte das Trikot des besten Kletterers, Mattias Krizek das Trikot für die Zwischensprints. Das weiße Trikot trägt Alexander Vlasov (Gazprom-Rusvelo), Gewinner der U23-Wertung vom Giro 2018.

Morgen steht die längste Tour of the Alps Etappe auf dem Programm. 178,7 Kilometer von Reith im Alpbachtal (Tirol) bis nach Schenna (Südtirol) gilt es zu bewältigen. Dabei steht unter anderem der gefürchtete Jaufenpass 44 Kilometer vor dem Ziel an. Auch die letzten 4,5 km der Strecke verlaufen wieder bergauf: Es wartet ein letzter schwerer Anstieg nach Schenna, wobei es besonders die letzten 500 Meter, nämlich die beiden steilen Rampen des Schlossweges, in sich haben.

Die 2. Etappe der Tour of the Alps kann von 14 bis 15.30 Uhr live verfolgt werden, und zwar dank der Bilder von PMG Sport.
Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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