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„Jetzt ist genug“

Süd-Tirol wird immer italienischer! Davor warnt Myriam Atz Tammerle, Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit. Die Meldungen von Bürgern, wonach fast in jedem Bereich nur noch Italienisch angewandt und gesprochen wird, häufen sich. „Jetzt ist genug“, sagt Atz Tammerle.

Ob im Gesundheitswesen, in der Wirtschaftsbranche, bei der Post, bei Baustellenbeschilderungen, bei Produktbeschreibungen oder bei Werbungen: Die italienische Sprache nehme in immer mehr Bereichen Überhand. An den Mitteilungen der Bürger sei klar und deutlich zu erkennen, dass Deutsch in Süd-Tirol vermisst wird und die Wichtigkeit dessen stetig abnimmt.

„Einerseits wird uns durch die Digitalisierung die italienische Sprache regelrecht aufgezwungen: Vorgefertigte Computerprogramme für Unternehmen werden ausschließlich in Italienisch angeboten, so beispielsweise für die Ausstellung von Rechnungen oder ähnlichen buchhalterischen Dokumenten.
Andererseits verwenden viele Unternehmen bei der Werbung oder bei den Produktbezeichnungen von sich aus nur noch die italienische Sprache“, so die Landtagsabgeordnete der STF.

Atz Tammerle macht jedoch darauf aufmerksam, dass jeder Einzelne dem Verlust der deutschen Sprache entgegenwirken könne: “Wir müssen zu unserer Muttersprache stehen! Zeigen wir endlich mehr Mut und trauen wir uns im öffentlichen und privaten Bereich Deutsch zu sprechen! Denn wir dürfen und sollen nicht weiterhin zulassen, dass wir als Bürger zweiter Klasse behandelt werden. Wir müssen endlich damit aufhören, immer alles einfach so hinzunehmen!”

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (33)

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  • mannik

    „Die Meldungen von Bürgern, wonach fast in jedem Bereich nur noch Italienisch angewandt und gesprochen wird, häufen sich“. Nimmt wieder mal niemand Notiz von Atz Tammerle, dass sie mit so einem Blödsinn kommen muss?

    • sabine

      Das ist kein Blödsinn.
      Ohne Italienisch geht zB in der Verwaltung gar nichts mehr, Deutsch kommt immer mehr „aus der Mode“, hat immer weniger Stellenwert, eine schleichende Entwicklung, welche, wie im Bericht richtig erwähnt, durch die Digitalisierung immer mehr Aufschwung bekommt.
      Es ist wichtig und richtig, diese Tendenz aufzuzeigen

  • einereiner

    ist ja logisch, die jungen Deutschen wandern aus (fast 30% gehen), billige Arbeitskräfte aus Restitalien wandern ein.
    Beispiel Ärzte: ich war heute im Krankenhaus bei einem Arzt der kein Wort deutsch kann. Unsere jungen Ärzte bleiben nördlich des Brenners, die Sizilianer wandern nach Norden.

    • mannik

      Sie sind Politiker, tun Sie etwas dafür, dass die Ärzte deutsch lernen können. Wenn jemand medizinisch betreut werden muss, wird er lieber die fachlich qualifizierte Hilfe eines Arztes aus Sizilien in Anspruch nehmen, der nicht seine Sprache spricht, als eventuell zu hören, es sei kein Arzt verfügbar.

      • pe

        Rom hat jahrelang aktiv die Facharztausbildungen nach österreichischem Modell behindert und somit dieser Entwicklung Vorschub geleistet.

        • mannik

          Herr Costantini, es geht nicht um die Facharztausbildung, sondern darum, dass Herr Einereiner, der nicht umsonst für die STF im Brunecker Gemeinderat sitzt, das Hauptproblem bei den sprachlichen Fähigkeiten der Ärzte sieht. Oder sind Sie sicher, dass die jungen Südtiroler Ärzte auf jeden Fall in Südtirol bleiben würden, wenn sie hier die Möglichkeit zur Facharztausbildung hätten?

          • pe

            Wenn Sie, Herr Manfred Klotz, mich schon outen wollen (was bezwecken Sie damit?), lernen’S wenigstens meinen Namen zu schreiben. Welche Bedeutung hat es denn, sich SICHER zu sein, ob die Südtiroler Ärztinnen AUF JEDEN FALL hier bleiben würden? Es geht doch darum, dass Rom dies bei VIELEN, die es gern getan hätten erschwert oder gar verhindert hat.

  • annamaria

    Es wird immer nur vom italienisch Sprachgebrauch gesprochen. Es schaut aber niemand auf die Verwendung von anglifizierten Ausdrücken in verschiedene Bereichen.

  • mannik

    Herr Constantini, verzeihen Sie, wenn ich ein“n“ unterschlagen habe. Sie weichen aber immer vom eigentlichen Thema ab, nämlich von den sprachlichen Fähigkeiten, die offensichtlich bei vielen mehr gelten, als die fachlichen.
    Überspitzung lasse ich als Ausrede nicht gelten, hier geht es um eine Pressemitteilung – in der man sich schon fundierte Fakten erwarten darf – und nicht um eine literarische Gattung. Man wird hier den Eindruck nicht los, dass es eigentlich nur um politischen Kleinkrieg geht und weniger um die Sache selbst.

    • pe

      20. April 2019 um 12:28 Uhr*

      Aha, ich weiche vom Thema ab, das Sie vorgeben. Nein, die sprachlichen Fähigkeiten sind nicht WICHTIGER, als die fachlichen, aber sie lassen sich von den fachlichen — gerade im sensiblen Gesundheitsbereich — nur sehr schwer trennen:

      http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=46523

      Wir haben es so weit kommen lassen, dass es nunmehr eine Alternative zwischen Gesundheitsversorgung und Sprache zu geben scheint (oder eben in vielen Fällen tatsächlich gibt) — und das finde ich fatal.

      *) Den Kommentar hatte ich eigentlich zum angegebenen Zeitpunkt gepostet. Da er ursprünglich zwei Links enthielt, war er in der Moderationsschleife gelandet. Nachdem hier aber niemand zu moderieren scheint, poste ich ihn mit nur einem Link nochmal.

    • pe

      Und das wäre der zweite Link aus obigem Kommentar gewesen: http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=28717

  • jennifer

    Der Trend lässt sich nicht aufhalten. Aber die deutsche Sprache wird es in Südtirol immer geben. Die Frage ist ob man das noch Deutsch nennen kann. In letzter Zeit wird auch in südtiroler Radio und TV immer öfter Dialekt gesprochen. Vor allem weil nicht mehr viele Südtiroler ein akzeptables Hochdeutsch hinkriegen. Langfristig wird es ein verkümmerter Aussenposten der Deutschen Sprache sein. Ist es zum Teil jetzt schon.
    Dass immer mehr italienisch gesprochen wird sehe ich nicht als Nachteil. Ist halt so. Englisch idem.

    • mannik

      Wenn eine Sprache verkümmert, ist es immer ein Nachteil. Aber Sie haben die eigentliche Problematik der deutschen Sprache in Südtirol auf den Punkt gebracht.

    • pe

      Doch, der Trend ließe sich mit einer seriösen Sprachpolitik aufhalten. Dafür hätten wir eigentlich die Autonomie. Doch Sprachpolitik wird von der Landesregierung fast gar nicht gemacht und von Rom sogar noch unterminiert.

      • mannik

        Zum Beispiel? Und „unterminiert“ zum Beispiel?

        • pe

          Zum Beispiel: Die mehrjährige Unterbrechung von Facharztausbildungen nach österreichischem Modell; die Ungleichbehandlung der Sprachen zum Beispiel bei der Ahndung von Zweisprachigkeitsverstößen; der Versuch, das Recht auf Gebrauch der deutschen Sprache auf Einheimische zu beschränken; die beharrliche Weigerung, dem Land Zuständigkeiten bei der Überwachung der Zweisprachigkeitspflicht zu übertragen; die Verweigerung von Sprachrechten in der digitalen Verwaltung; die Versetzung zweisprachiger Beamter (z.B. bei der Polizei) in andere Regionen usw.

          • mannik

            Das ist auch wieder ein oberflächlicher Quatsch.
            Meine Kritik betrifft die Verallgemeinerung in der Aussage. Von einem/einer Politiker/in muss man erwarten dürfen, dass er/sie auf dem Boden der Tatsachen bleibt. Sie hat ja eine Pressemitteilung verfasst und nicht einen Roman geschrieben. Leider ist der Großteil der PM der STF Dauerwahlkampfmanöver und damit eher wertlos.

          • pe

            Das ist die Antwort auf meine Aufzählung?

          • mannik

            Ich kenne die Argumente, ich wollte lesen was Sie unter „seriöser Sprachpolitik“ verstehen.
            Der Hinweis auf die Versetzung von Beamten ist schon mal nicht richtig, oder im besten Fall eine Verallgemeinerung, denn Sie beziehen sich wahrscheinlich auf einen konkreten Fall aus dem Jahre 2018, der 3 Polizisten betraf. Die gesetzlichen Bestimmungen besagen, dass Südtiroler in Südtirol Dienst tun.

          • pe

            Es geht nicht nur um Südtirolerinnen, sondern um Beamte, die sich die deutsche Sprache aneignen und dann versetzt werden.

          • pe

            Seriöse Sprachpolitik, einige Beispiele, wie sie aussehen *könnte*: Schaffung einer echten Sprach(ombuds)stelle, regelmäßige (jährliche, zweijährige) Erhebung der Situation, Sprachgleichstellung beim Konsumentinnenschutz, Evaluierung der Sprachqualität im öffentlichen Sektor, Sensibilisierungskampagnen, Druckausübung gegenüber privaten Unternehmen, Bindung der Südtirolmarke an sprachliche Gleichberechtigung (z.B. bei Inhaltsangaben), affirmative action…

  • fronz

    Der Herr mannik ist wohl gegen alles was deutsch ist. Sind sie Italiener weil sie schon so arg auf Myriam Atz Tammerle drauflos schießen?

  • mannik

    Mein Kommentar bezüglich der Verallgemeinerung war für Leser Fronz bestimmt, sorry.

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