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Die Aufholjagd

Der FC Südtirol hat am Sonntag im Heimspiel gegen Vicenza ein 2:2-Unentschieden erreicht. Die Weiß-Roten lagen 0:2 in Rückstand.

Der FC Südtirol hat eine schwierige Partie gedreht!

Die Weiß-Roten lagen am Sonntag im Heimspiel gegen Vicenza mit 0:2 im Rückstand, als Romero und Lunetta binnen drei Minuten für den Ausgleich sorgten.

DAS MATCH

Überzeugender Beginn der Weiß-Roten, die nach nicht einmal zwei Minuten bereits den ersten Warnschuss abgaben: Nach einer Flanke von der rechten Seite von Tait, die zunächst von der Hintermannschaft der Gäste geklärt wurde, kam das Leder zu Fabbri, der sich 25 Meter vor dem Tor der Gäste den Ball zurechtlegte und abzog. Sein Versuch war potent, aber zentral und deshalb für Grandi kein Problem.

Der FCS blieb in der frühen Anfangsphase überlegen und versuchte, immer wieder über die Außenbahnen zu kommen, um das eigene typische Offensivspiel zu beleben. Doch auch Nardi im Kasten der Südtiroler bekam früh etwas zu tun: Er musste in der 8. Minute einen strammen, aber ebenfalls zentralen Rechtsschuss von Cinelli über die Latte lenken.

Und aus dem anschließenden Eckball heraus fiel der Führungstreffer für die Gäste: Cinelli brachtedas Spielgerät im Rahmen einer einstudierten Variante an den ersten Pfosten, wo er Mantovani fand, der mit einem platzierten Kopfball ins kurze Eck zum 0:1 traf (9.).

Die Mannen von Mister Zanetti versuchten, sofort zu reagieren und setzten sich in der gegnerischen Hälfte fest, doch wenn Vicenza sich nach vorne entfaltete, fanden die Gäste zu einfach zum Torabschluss. Dies war etwa in der 17. Minute der Fall, als Cinelli aus 20 Metern Entfernung Nardi beschäftigte, der Schlussmann der Weiß-Roten war bei einem nicht unkomplizierten Ball aber auf der Hut.

In der 23. Spielminute waren aber wieder die Weiß-Roten offensiv präsent: Morosini sah und bediente mit einem bemerkenswert präzisen Pass mit dem rechten Außenrist Fabbri auf halblinks, der in den Sechzehner eindrang und abschloss. Die heimischen Fans im Drusus-Stadion hatten den Torschrei schon auf den Lippen, doch der Schuss von Fabbri berührte nur das Außennetz.

Fünf Minuten später kamen wieder die Gäste aus Vicenza auf: Cinelli mit dem hohen Ball auf Curcio, der das Leder geschickt mit dem Kopf weiterleitete und somit den gestarteten Guerra in Szene setzte. Dieser drang in den Strafraum ein, wurde aber dermaßen von Fabbri abgekocht, dass sein Abschluss aus nur äußerst spitzem Winkel erfolgte und von Casale geblockt wurde (28.).

Der FCS tat sich die gesamte Halbzeit über schwer, auf den letzten 30 Metern gefährlich zu werden und vertraute somit auf Einzelaktionen von Fabbri und Turchetta. Letzterer verschaffte sich in der 40. Minute ein wenig Platz, zog mit dem Ball am Fuß von links Richtung Mitte und schloss ab sein Schuss wurde jedoch im Sechzehner von Guerra abgeblockt vielleicht war sogar dessen Arm am Ball.

Nach zwei Minuten Nachspielzeit ging die erste Hälfte dann auch zu Ende. Der FCS hatte zwar vor allem mit fortlaufender Spieldauer mehr Spielanteile, Vicenza aber war gefährlicher und konkreter und führte zur Pause nicht unverdient mit 0:1.

Beide Teams gingen unverändert in die zweiten 45 Minuten, die erste Möglichkeit gehörte erneut dem FC Südtirol: Turchetta wurde auf der linken Seite auf die Reise geschickt, zog an der Grundlinie entlang nach innen und bediente Morosini am ersten Pfosten, der aus unmittelbarer Distanz seinen Versuch drüberlegte.

Mister Zanetti versuchte, Impulse von der Banka aus zu setzen und brachte in der 53. Minute Lunetta für Tait, was einen Wechsel vom initialen 4-3-1-2 auf einen 4-3-3 bedeutete. Der Linksfuß aus der Atalanta-Schmiede gab dabei den rechten Außenstürmer.

Trotz der ersten guten Möglichkeit taten sich die Jungs von Mister Zanetti schwer, einen Gang höher zu schalten und wurden stattdessen in der 58. Minute eiskalt erwischt: Vicenza erzielte das 0:2 Arma vollendete, am Boden liegend, den Doppelpass mit Guerra, worauf letzterer alleine auf Nardi zulief, nicht lange fackelte und von der Strafraumgrenze ins linke Eck traf.

Der zweite Treffer der Gäste sollte der Startschuss für fünf fulminante Minuten sein, denn direkt im Gegenzug war der FCS wieder in der Partie: Turchetta führte in der 61. Spielminute einen Eckball kurz auf De Rose aus, der das Leder an den zweiten Pfosten flankte, wo der baumlange Romero aus unmittelbarer Distanz zum Anschlusstreffer einköpfte. Es war der fünfte Assist von De Rose und ebenfalls der fünfte Treffer für Romero im Trikot der Weiß-Roten sein zehnter insgesamt, die ersten fünf kamen in der ersten Saisonhälfte für Piacenza.

Die Weiß-Roten hatten nun Blut geleckt und nur zwei Minuten später kamen die Mannen von Mister Zanetti gar zum Ausgleichstreffer: Turchetta mit einem gefährlichen Ball in den Strafraum der Gäste, der abgefälscht wurde und somit Lunetta vor die Füße fiel, der sich diese Möglichkeit aus kurzer Distanz nicht mehr nehmen ließ und zum 2:2 einnetzte. Innerhalb von zwei Minuten stellte der FCS alles wieder auf Anfang. Es war der dritte Saisontreffer für Lunetta in der laufenden Meisterschaft (63.).

Die Partie wurde durch diesen Doppelschlag der Südtiroler komplett auf den Kopf gestellt, nun wares der FCS, der die Zügel des Spiels in der Hand hielt und mit größter Intensität angriff. In Spielminute 78 setzte sich der entfesselte Lunetta gegen mehrere Gegenspieler durch und zog sogar in den Sechzehner der Gäste ein, in extremis grätschte er schließlich den Ball als Abschluss Richtung Tor von Grandi. Kein Problem für den Vicenza-Keeper, aber was für ein Kraftakt des bulligen Südtiroler Außenspielers.

Der FC Südtirol blieb auch in der Schlussphase Herr der Partie und rannte angetrieben von einem in den zweiten 45 Minuten herausragenden Morosini weiterhin bedingungslos an. KonkreteChancen schauten mit Ausnahme einer brandgefährlichen Hereingabe des ebenso bärenstarken Turchetta, die im Fünfmeterraum keinen Abfinder fand aber nicht mehr heraus.

Es blieb also beim 2:2, was trotzdem einen immens wichtigen Punkt bedeutete vor allem, weil er gegen ein Topteam durch eine grandiose Aufholjagd zustande kam.

FC SÜDTIROL – VICENZA 2:2 (0:1)
FC SÜDTIROL (4-3-1-2)
: Nardi; Pasqualoni, Casale, Vinetot, Fabbri; Tait (53. Lunetta), De Rose, Fink; Morosini; Romero (68. De Cenco), Turchetta (88. Mazzocchi)
Auf der Ersatzbank: Gentile, Ravaglia, Antezza, Berardocco, Ieardi, Mattioli, Oneto, Romanò
Trainer: Paolo Zanetti
VICENZA (4-3-1-2): Grandi; Salviato (74. Bonetto), Pasini, Mantovani, Stevanin; Bovo, Cinelli(70. Zonta), Nicolò Bianchi (77. Laurenti); Curcio; Arma (77. Maistrello), Guerra (70. Giacomelli)
Auf der Ersatzbank: Albertazzi, Pizzignacco, Davide Bianchi, Bizzotto, Tronco, Pontisso, Martin
Trainer: Giovanni Colella
SCHIEDSRICHTER: Daniele Paterna aus Teramo (Die Assistenten: Cataldo-Ceccon)
TORE: 0:1 Mantovani (9.), 0:2 Guerra (58.), 1:2 Romero (61.), 2:2 Lunetta (63.)
ANMERKUNGEN: sonniger und warmer Nachmittag, mit fast sommerlichen Temperaturen.

Gelbe Karten: Guerra (V, 65.), Stevanin (V, 68.)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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