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Unbehagen

Unbehagen war das vorherrschende Gefühl beim „The Favourite“-Kinobesuch. 

von Renate Mumelter

Im Mittelpunkt dieser Geschichte über „Intrigen und Irrsinn“ im England des beginnenden 18. Jahrhunderts steht eine physisch und psychisch kaputte Königin Anne, die erste englische Königin und die letzte aus dem Hause Stuart. 17 Schwangerschaften hat sie hinter sich, davon 12 Fehlgeburten, Gichtanfälle quälen sie, fresssüchtig ist sie auch und lesbisch obendrein. Regisseur Lanthimos trägt richtig dick auf, denn historisch belegt sind einige seiner saftigen Thesen nicht wirklich.

Leicht macht es dieser Königin Anne also niemand, weder der Regisseur noch die Kabinettsmitglieder und Höflinge und ihre intriganten Bettgenossinnen schon gar nicht. Es gibt viel Kerzenlicht bei der Bildgestaltung und viel Prunk in der Ausstattung, viel Abwegiges und Dekadenz, Perücken und Entenrennen aber auch Hasenzucht im Schlafzimmer zum Beispiel, und es gibt interessant gesetzte Musik. Die ist wirklich besonders. Der Rest ist für 10 Oscars nominiert. Lanthimos „The Favourite“ zelebriert die Verachtung eines Regisseurs für sein Thema.

The Favourite (GB/IE/USA 2018), 120 Min.:, Regie Yorgos Lanthimos, mit Olivia Colman. Bewertung: Oscar-Nominierungen sind nicht alles

Was es sonst noch gibt: Unbedingt-Termin „Aufzug zum Schafott“ SA 10.30 Uhr mit Plankensteiner/Lösch, „Maria Stuart“, „Green Book“, „Disconnect“ (MI 18h),  Hitchcocks „Vertigo“ (MI 20.30h)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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