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„Lehrzeit nicht verlängern“

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ASGB und ASGB-Jugend üben massive Kritik an der Verlängerung der Lehrzeit auf teilweise vier Jahre: „Die einzigen Profiteure sind die Betriebe.“

Als undurchdacht bezeichnen der ASGB-Chef Tony Tschenett und die Sekretärin der ASGB-Jugend, Alexandra Egger, den Vorstoß der Landesregierung, für einige Lehrberufe ein fakultatives viertes Jahr einzuführen und für weitere sieben Lehrberufe die Lehrzeit verpflichtend auf vier Jahre zu erhöhen.

„Ein fakultatives viertes Lehrjahr würde nur einen Sinn ergeben, wenn dieses als Vorbereitung für die Berufsmatura dienen würde. Ein verpflichtendes viertes Lehrjahr hingegen geht in die falsche Richtung, vor allem da im benachbarten Ausland die meisten Lehrberufe eine Dauer von drei Jahren aufweisen“, so der ASGB.

Die Gewerkschafter sind sich darin einig, dass ein zusätzliches Lehrjahr die Entscheidung, eine Lehre anzutreten, negativ beeinflussen würde und die Lehrlingszahlen rapide sinken würden. Gleichzeitig warnen Tschenett und Egger auch vor der Tatsache, dass längere Lehrzeiten erfahrungsgemäß ein signifikant höheres Risiko von Lehrabbrüchen bergen würden, sowie Nachteile für die Lehrlinge, sei es in der Entlohnung, sei es beitragsbedingt auch später bei der Rente mit sich bringen würden.

„Die einzigen Profiteure dieser Maßnahme sind letztendlich die Ausbildungsbetriebe, die kurzfristig mit geringeren Lohnkosten rechnen können. Langfristig wird sich dieser Beschluss der Landesregierung aber auch für die Betriebe negativ auswirken, da die Suche nach Lehrkräften immer schwieriger werden wird. Anstatt blindlings entgegen aller Warnungen Beschlüsse zu fassen, wäre es sinnvoller gewesen, Maßnahmen zu setzen, die auf eine freiwillige Aus- und Weiterbildung der Lehrlinge zielen“, betonen Tschenett und Egger.

Die beiden ASGB-Vertreter weisen abschließend darauf hin, „dass selbst die zuständigen Verantwortlichen dieses Beschlusses keine Gründe, die für eine Verlängerung der Lehrzeit sprechen würden, liefern können.“

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Kommentare (4)

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  • holzmichl

    Alle verrückt, diese jungen Menschen wollen ja nicht Mediziner werden, 3 Jahre reichen vollkommen.

    • wisoiundnetderfranz

      So pauschalisieren kann man das doch nicht.
      Bei einigen reichen vielleicht drei Jahre, bei anderen hingegen auch fünf nicht…
      …und am meisten hängt es sowiso vom Lehrbetrieb ab, denn nur in der Schule lernt man das Arbeiten nicht!

  • meinemeinung

    Tschenett und Egger haben keine Ahnung wie die Jugend heute tickt, mit 16 -18 wird eine Lehre begonnen ,vorher nie gearbeitet ,nie möchte ich betonen ,da braucht es 1-2 Jahre für die Eingewöhnung des Lehrlings und bis diese dann die Leistung eines Gesellen bringen ,dauert es noch einmal 3-4 Jahre . Anforderungen in den Betrieben wird immer höher aber die Ausbildung bleibt stehen und wenn ich nicht die Leistung eines Gesellen bringe ,sollte ich auch nicht deren Lohn empfangen ganz klar ,meine meinung

  • franz02

    Ein Jahr mehr Training für Achammers Berufsweltmeisterschaft

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