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„Ein schlauer Fuchs“

Thomas Widmann und Oswald Schiefer

Einige SVP-Kandidaten befürchten, dass Wahlkampfleiter Thomas Widmann die Parteiwerbung für sich selber nutzen könnte – um sich im Hinblick auf die Besetzung der Landesregierung einen „Wettbewerbsvorteil“ zu verschaffen.

Von Matthias Kofler

Wenige Tage vor den Landtagswahlen steigt bei einigen Kandidaten die Nervosität. Der Konkurrenzkampf ist besonders in den Reihen der SVP deutlich zu spüren. Nun sorgt ausgerechnet Wahlkampfleiter Thomas Widmann für Aufregung, weil er am Dienstag in der italienischen Tageszeitung „Alto Adige“ eine halbseitige SVP-Werbung hat schalten lassen, auf der Spitzenkandidat Arno Kompatscher, Vizeobmann Daniel Alfreider – und Widmann selbst zu sehen sind.

„Während Widmann uns zum Klinkenputzen schickt, lacht er selber gemütlich aus der Zeitung“, ärgert sich einer der Kandidaten. Eine andere fügt hinzu: „Widmann ist ein schlauer Fuchs. Hier nutzt er geschickt die Wahlwerbung der Partei, um sich bei der Besetzung der Landesregierung einen Vorteil zu verschaffen.“

Widmanns Mitbewerber verweisen auf das Wahlgesetz, das es einzelnen Kandidaten verbietet, mehr als 30.000 Euro für persönliche Wahlwerbung auszugeben. Von der Obergrenze ausgeschlossen ist die offizielle Wahlwerbung der Partei, die aber in der Regel dem Spitzenkandidaten bzw. dem Obmann zugute kommt. Widmann – so die Befürchtung einiger ambitionierter Edelweißpolitiker – wolle unbedingt in die Landesregierung. Als Wahlkampfleiter habe er die Möglichkeit, über die Verwendung des SVP-Wahlkampfbudgets, das stolze 800.000 Euro umfasst und sich zu einem großen Teil aus Spenden zusammensetzt, zu bestimmen und die letzten Tage vor der Wahl mit dem Geld noch einmal ordentlich „für sich selbst zu matschen“. Auch ist es dem ehemaligen Landesrat gelungen, Ex-LH Luis Durnwalder für seinen Wahlkampf einzuspannen: Dieser wirbt nun in einem Radiospot für seinen langjährigen politischen Weggefährten.

Die Parteiführung versucht, die aufgebrachten Gemüter zu beruhigen. Auch für Thomas Widmann würden die Budget-Obergrenze und die Bestimmungen des Wahlgesetzes. Was das Inserat im „Alto Adige“ betrifft, hat die SVP-Spitze bewusst entschieden, jene Kandidaten abzulichten, die bei den Italienern nachweislich den größten Zuspruch genießen. Andere SVP-Aktionen mit Widmann als Protagonisten seien jedoch nicht geplant. Zudem könne sich jeder der Kandidaten mit dem Landeshauptmann fotografieren lassen und dies als persönliche Wahlwerbung schalten, heißt es aus der SVP.

Thomas Widmann selbst erklärt auf Nachfrage: „Die Idee zum Inserat im ,Alto Adige’ kommt nicht von mir, sondern vom gesamten Wahlkampfteam. Die Umfragen haben gezeigt, dass der LH, Daniel Alfreider und meine Wenigkeit bei den Italienern am meisten punkten. Ich mache den Wahlkampfmanager sehr gerne, weil man innerparteilich sehr viel unterwegs sein kann. Für meinen persönlichen Wahlkampf ist es aber ein Riesennachteil, weil man viel weniger Zeit hat. Ich war überhaupt der Letzte, der seine Visitenkarte drucken konnte. Doch jetzt ist es wichtig, geschlossen aufzutreten und die persönlichen Animositäten sein zu lassen, um ein gutes Ergebnis für die SVP einzufahren.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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