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Der neue Test

18 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden in Südtirol jährlich verzeichnet. Nun wird die Präventions-Strategie verändert – um die Erkrankungsrate noch weiter zu senken. 

Tumore des Gebärmutterhalses sind die zweithäufigste Krebsart bei Frau nach Brustkrebs. In westlichen Ländern konnte durch die Prävention von Gebärmutterhalskrebs mittels Pap-Test die Häufigkeit dieses Tumors drastisch reduziert werden. In Südtirol hat die Verbreitung des Pap-Tests und die Einführung eines organisierten Screenings zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs die Häufigkeit weiter verringert. Diese ist jetzt um ein Drittel niedriger ist als noch vor zwanzig Jahren.

Durchschnittlich gibt es pro Jahr in der Provinz Bozen 18 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs und drei Todesfälle aufgrund dieser Tumorart. Das Virus wird typischerweise sexuell übertragen. Die Verbreitung ist bei jüngeren Frauen am höchsten und nimmt dann mit zunehmendem Alter ab.

Gebärmutterhalskrebs ist in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle auf eine persistierende Infektion mit dem Papillomavirus (Humanes Papillomavirus, HPV) zurückzuführen. Das Virus wird typischerweise sexuell übertragen. Die Verbreitung ist bei jüngeren Frauen am höchsten und nimmt dann mit zunehmendem Alter ab. Ein Großteil der Frauen infizieren sich mindestens einmal im Leben mit HPV.

Giovanni Negri, Guido Mazzoleni, Martha Stocker und Thomas Lanthaler

Das Vorhandensein des Humanen Papillomavirus bedeutet jedoch nicht unbedingt Krebs. Tatsächlich heilen die meisten HPV-Infektionen innerhalb von zwei Jahren spontan ab und nur in einigen Fällen, wenn die Infektion über viele Jahre anhält, kann sich Gebärmutterhalskrebs entwickeln.

In den vergangenen Jahren haben mehr und mehr wissenschaftliche Studien gezeigt, dass für die Prävention von Gebärmutterhalskrebs der molekulare Test auf HPV effektiver ist als der bisherige Pap-Test. Aufgrund dieser neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse wird in Südtirol nun der Screening-Test für Gebärmutterhalskrebs bei Frauen im Alter von 30 bis 65 Jahren geändert. Der HPV-Test wird schrittweise den Pap-Test ersetzen und im Fünfjahres-Rhythmus wiederholt werden.

Der Prozess der Umstellung wird vier Jahre dauern und immer größere Teile der Bevölkerung der Provinz Bozen miteinbeziehen. Im ersten Jahr werden Frauen im Alter von 55-65 Jahren zum HPV-Test eingeladen, in den folgenden Jahren wird die Einladung schrittweise auf die anderen Altersgruppen ausgeweitet. Aus organisatorischen Gründen und zur besseren Überwachung des Programms hat die Einladung eine Gültigkeit von sechs Monaten, innerhalb dieser kann der Test vorgemerkt oder durchgeführt werden.

Bei Frauen im Alter von 23 bis 29 Jahren wird der Pap-Test auch nach abgeschlossenem Übergang zum HPV-Test weiterhin angewandt. Für Frauen dieser Altersgruppe ist der Pap-Test optimal. Weiterhin genutzt wird der Pap-Test als Untersuchungsmethode bei Frauen, die positiv auf HPV getestet wurden.

 

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