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Die Verdienten

Auf Schloss Tirol wurden am Mittwoch Francesca Melandri, Helmut Tichy und Hans Heinrich Hansen geehrt. 

Mit dem Großen Verdienstorden werden Persönlichkeiten geehrt, die sich um das Land außerordentlich verdient gemacht haben, aber nicht in Südtirol ansässig sind.

Am Mittwoch haben Francesca Melandri, Helmut Tichy und Hans Heinrich Hansen die höchste Auszeichnung des Landes Südtirol verliehen bekommen.

Eine Verleihung der Großen Verdienstorden fand bisher in den Jahren 2008, 2010, 2012 und 2013 statt.

Unter den Preisträgern befinden sich unter anderem der ehemalige österreichische Bundespräsident Heinz Fischer, der ehemalige Staatspräsident und Senator auf Lebenszeit Giorgio Napolitano, die ehemaligen Ministerpräsidenten Romano Prodi und Giulio Andreotti, der ehemalige Bundeskanzler Österreichs Wolfgang Schüssel, aber auch Persönlichkeiten aus anderen Bereichen wie Claudio Abbado oder Giorgio Moroder.

Die Verleihung des Großen Verdienstordens findet jeweils am Tag der Autonomie, dem 5. September statt.

Die Ordensträger 2018 sind:

Francesca Melandri (geboren 1964 in Rom) ist eine italienische Autorin mit besonderem Bezug zu Südtirol. 2010 veröffentlichte Melandri ihren ersten Roman „Eva dorme“ (Eva schläft), den sie im Südtirol der 1960er und 1970er Jahre ansiedelte.

Francesca Melandri

Die Geschichte Südtirols in Romanform erzählend, hat Melandri nicht nur einen besonders tiefsinnigen Zugang zu deren Auseinandersetzung und Aufarbeitung, sondern auch neuen Interpretationsspielraum für die Gegenwart und die Zukunft Südtirols geschaffen.

Melandri, die seit 50 Jahren viel Zeit in Südtirol verbringt, legt in ihrem Roman eine tiefe Kenntnis der Südtiroler Realität an den Tag und nutzt ihre Beobachterrolle, um zugleich einfühlsam und kritisch besonders schwierige Jahre Südtirols zu beleuchten.

„Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben in einem komplexen Gesellschaftssystem und trägt zum besseren Verständnis Südtirols weit über die Grenzen hinaus bei“, so die Begründung.

Helmut Tichy (Jahrgang 1958) ist österreichischer Staatsbürger und einer der ranghöchsten Diplomaten der Republik.

Er ist seit 1983 im diplomatischen Dienst im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten (heute Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres) tätig. Als Leiter des Völkerrechtsbüros ist er stets die erste Ansprechperson auf Beamtenebene, wenn es um die Lösung völkerrechtlicher Fragen betreffend Südtirol geht.

Helmut Tichy

„Wann immer Südtirol um rechtliche Unterstützung ersuchte, war Botschafter Tichy zur Stelle.

Helmut Tichy ist mit seinen umfassenden Fachkenntnissen im Völkerrecht und zusätzlich auch im Europarecht ein unverzichtbarer Berater und rechtspolitisch gewichtiger Unterstützer des Landes Südtirol.

Dank seines Einsatzes konnten für Südtirols Autonomie wichtige Weichen gestellt werden“, heißt es in der Aussendung des Landespresseamtes.

Hans Heinrich Hansen (Jahrgang 1938) wohnt in Ekensund (Dänemark) und ist Angehöriger der deutschen Minderheit in Dänemark. Beruflich war er Tierarzt. Als langjähriger Vizepräsident (1994-2007) und Vorsitzender (2007-2016) der FUEN (Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen und Nationalitäten), galt Hansens überzeugter und überzeugender Einsatz Europa, sein Auftrag sind die Minderheiten und Volksgruppen.

„Das, was Südtirol aber ganz besonders mit Hans Heinrich Hansen verbindet, ist die Minority Safepack Initiative (MSPI), die europäische Bürgerinitiative für mehr Minderheitenrechte in Europa: eine Initiative, die 2018 nach erfolgreichem Abschluss gefeiert wurde und zu der Hans Heinrich Hansen einen entscheidenden Beitrag geleistet hatte“, so das Landespresseamt.

Es sei Hansen gewesen, der diese Initiative als FUEN-Präsident und als Vorsitzender der MSPI auf den Weg und damit Europa in die Verantwortung für Minderheiten brachte.

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