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Licht & Schatten

Gianclaudio Bressa, Albert Laniece, Meinhard Durnwalder, Dieter Steger und Julia Unterberger

Für den Südtiroler Gewerkschaftsbund CISL enthält das soeben verabschiedete Dekret der Würde Licht und Schatten.

Die definitive Verabschiedung des sogenannten Dekrets der Würde bringt einige Änderungen, der große Wurf ist aber nicht gelungen, schreibt die Gewerkschaft am Mittwoch in einer Aussendung.

Der SGBCISL bewertet die Reduzierung der Höchstdauer von befristeten Verträgen von 36 auf 24 Monate als positiv.

Auch die Einführung einer Begründung für Befristungen ab 12 Monatensei an und für sich zu begrüßen. Die Begründungen hätte der Gesetzgeber aber den Sozialpartnern über die Kollektivverträge übertragen und nicht per Gesetz vorschreiben sollen. Dies könnte eine Vielzahl an Streitfällen nach sich ziehen: mehr Arbeit für Anwälte und weniger für jene, die sie bräuchten. Hier muss dringend nachgebessert werden, so die Gewerkschaften.

In der Aussendung heißt es weiter:

„Befristete Arbeitsverhältnisse werden teurer; das ist auch gut so. Diese Art der Flexibilität soll und muss mehr kosten, weil sie die Kosten von Entlassungen reduziert.

In diesem Sinne ist die Anhebung der vorgesehenen Schadenersatzzahlungen bei ungerechtfertigter Entlassung ein Schritt in die richtige Richtung.

Nicht gut ist die Wiedereinführung der Voucher, zumal es in Sektoren wie dem Tourismus und der Landwirtschaft bereits genug Möglichkeiten von Flexibilität gibt. Außerdem droht die neue Regelung der Voucher wegen der nicht vorgesehenen Rückverfolgbarkeit Spielräume zu öffnen um nicht alle gearbeiteten Stunden zu entlohnen, was nicht zur Bekämpfung der Schwarzarbeit beitragen würde, im Gegenteil.

Es bräuchte umfassendere und tiefgreifende Maßnahmen, etwa die Stärkung und der Ausbau der aktiven Arbeitsmarktpolitik oder die Bekämpfung des Missbrauchs von Praktika oder durch unechte Genossenschaften.

Vor allem müsste man aber die Kollektivvertragsverhandlungen stärken, indem endlich klare Regelungen zum Vertretungsanspruch der Arbeitgeberverbände und der Gewerk-schaften einführt werden um die so genannten Piratenverträge zu verhindern, die vor allem den Schutz im Bereich der Dienstleistungen schmälern.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (2)

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  • richard

    Die gesetzlichen Vorgaben zu den Begründungen sind sofort greifbar, bei den vertraglichen Vereinbarungen würden wohl noch Jahre vergehen und die Regeln gelten für alle, nicht nur für einen Kollektivvertrag.

  • drago

    Die lieben Gewerkschaften sollten sich nur einmal selbst an die Nase greifen.
    Abgesehen davon, ich glaube, es gibt kein Gesetz das den großen Wurf darstellt; aber wenn beide Seite (Unternehmer und Arbeitnehmer) aus unterschiedlichen Gründen nicht zufrieden sind, dann kann der Kompromiss nicht so schlecht sein. Im übrigen ist die Gesetzgebung in Italien seit Jahr und Tag nur Stückwerk mit x-Ausnahmen, je nachdem wie stark eine Lobby ist.

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