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Drei (erfundene) Diebstähle

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den Brillen-Unternehmer Thomas Oberegger abgeschlossen und wirft ihm in gleich drei Fällen die Vortäuschung einer Straftat vor.

von Thomas Vikoler

Es handelte sich um ein Südtiroler Vorzeigeunternehmen, das gerne als innovativ und nachhaltig beschrieben wurde. Woodone mit Sitz in der Nähe der Autobahnausfahrt Brixen Nord, Gemeinde Vahrn, Produzent von Brillen mit Holzgestellen.

Doch in der Nacht vom 14. auf den 15. Jänner passierte Unerhörtes: Ein PKW rausche gegen eine Fensterscheibe des Geschäfts. Anschließend wurden in dem Betriebssitz nicht weniger als 4.000 Holzbrillen im Wert von 300.000 Euro gestohlen.

Zwei Wochen später beschlagnahmten die Carabinieri in anderen Betriebsräumen des Unternehmers exakt jene Brillen, die bei dem vermeintlichen Einbruch gestohlen worden waren.

Der Spieß wurde von den Ermittlern sprichwörtlich umgedreht.

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zu diesem seltsamen Vorfall abgeschlossen. Und siehe das: Sie sind auf zwei ähnliche Fälle aus früheren Jahren gestoßen. In den Jahren 2013 und 2015 erstatteten die Verantwortlichen von Woodone Anzeige wegen Diebstahls bzw. Einbruchs. Damals waren jeweils kleiner Mengen an Brillen und anderen Gegenständen verschwunden.

Die Staatsanwaltschaft sieht, zusammen mit den Vorfällen von Mitte Jänner dieses Jahres einen gemeinsamen Verbrechensplan. Nämlich zur Vortäuschung einer Straftat.

Mit einer Anklage zu diesem Tatbestand rechnen müssen Woodone-Chef Thomas Oberegger und sein früherer Kompagnon Klaus Tavella. Tavella hatte das Unternehmen im November 2017 verlassen, ihm werden also die beiden ersten vermeintlichen Diebstählte zur Last gelegt.

Oberegger wird hingegen die Vortäuschung einer Straftat in allen drei Fällen vorgeworfen.

Dem Abschlussbericht, der den Beschuldigten vor einigen Wochen zugestellt wurde, folgt im Normalfall eine inhaltsgleiche Anklageschrift.

Obereggers Verteidiger Rudi Leoni hat bisher keine Defensivermittlungen angestellt, er rechnet damit, dass es zu einem Hauptverfahren kommt.

Gegenüber der TAGESZEITUNG hatte Thomas Oberegger bereits angekündigt: „Ich werde meine Unschuld beweisen“.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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