Du befindest dich hier: Home » Gesellschaft » Endstation Spital

Endstation Spital

Foto: 123RF.com

Im Jahr 2017 mussten 295 Jugendliche – nicht älter als 25 Jahre – wegen massiven Alkoholmissbrauchs in einem Südtiroler Krankenhaus behandelt werden. Insgesamt wurden 323 Fälle von Alkoholvergiftungen verzeichnet.

Zwar ist die Zahl von 323 Alkoholvergiftungen im Vergleich zu 2016 nicht angestiegen, enthält aber im Detail erschreckende Entwicklungen, erläutert Myriam Atz Tammerle, Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, die diese Daten auf eine entsprechende Anfrage im Landtag erhalten hat.

Nach Alkoholmissbrauch in die Erste Hilfe

Insgesamt mussten 295 Jugendliche nach überhöhtem Alkoholkonsum in die Erste Hilfe gebracht werden. 323 Alkoholvergiftungen mussten medizinisch behandelt werden. Demzufolge konsumieren einige Jugendliche immer wieder dermaßen viel Alkohol, dass sie wiederholt ins Krankenhaus gebracht und behandelt werden müssen.

283 Fälle konnten nach der ambulanten Versorgung wieder das Krankenhaus verlassen. 40 Mal mussten Jugendliche sogar stationär aufgenommen werden, wovon in 33 Fällen die Patienten männlich, in 7 Fällen weiblich war.

Unter den jungen Komatrinkern, die nicht älter als 15 Jahre sind, stieg die Zahl der Alkoholvergiftungen von 31 auf 40 Fälle an. Auch bei den 21- bis 25-Jährigen ist der massive Alkoholmissbrauch von 81 Fällen auf 110 Alkoholvergiftungen angestiegen.

Bereits 13-Jährige werden eingeliefert

Die jüngsten Patienten, die mit einer Alkoholvergiftung behandelt werden mussten waren 13 Jahre alt. Der größte Teil der Betroffenen sind die 16- bis 20-Jährigen, hier wurden 171 Fälle verzeichnet.

Während in den Jahren zuvor der massive Alkoholkonsum vorwiegend als ein Problem der männlichen Jugendlichen zu sein schien, mussten im Jahr 2017 mehr junge Frauen als Männer mit Alkoholvergiftungen im Krankenhaus medizinisch versorgt werden. Mit 131 Fällen stieg die Anzahl der weiblichen Komatrinker im Jahr 2017 um besorgniserregende 20 % an. Die Anzahl der männlichen Patienten blieb mit 192 Fällen gleich wie im Jahr 2016.

Leider kein Rückgang bei massivem Alkoholkonsum
Die Süd-Tiroler Freiheit verfolgt schon seit Jahren die Problematik des Komatrinkens bei Jugendlichen. Diese Zahlen und die daraus resultierenden Erkenntnisse sind besorgniserregend, betont die Abgeordneten Myriam Atz Tammerle. Politik, Jugendorganisationen und natürlich die Gesellschaft im Allgemeinen sind zum Handeln aufgefordert, damit es möglichst bald wieder zu einer Trendumkehr kommt. Werden Jugendliche zum wiederholten Male eingeliefert, rät die Abgeordnete, dass Fachpersonen wie Psychologen hinzugezogen werden sollten.

Atz Tammerle warnt vor den mitunter lebensbedrohlichen Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum und dass dieser Kinder sehr viel stärker schädigt als Erwachsene. Umso mehr gelte es, diese jungen Menschen diesbezüglich vorbeugend aufzuklären.

Um der Problematik noch detaillierter auf den Grund gehen zu können, wird die Abgeordnete eine weitere Anfrage im Landtag einreichen. Damit soll zukünftig Aufklärung und Prävention gegen massiven Alkoholmissbrauch noch gezielter möglich werden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
Clip to Evernote

Kommentare (3)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • ahaa

    Und wieviele begehen Suizid?
    Im schònsten und bestem Land!
    Solang es Alkohol im Supermart gibt (Drogen)ist das alles nur ein Gelaber!
    Wie die Alten so die Jungen.War frùher nicht besser!
    A Tammele àndert nichts. 🙂
    Wievielen in psychologischer Behandlung werden,Antidepress./ Drogen verabreicht und wieviele begehen suizid? Das wàre interessant.Denn ich persòhnlich kannte schon viele!An einer Alkohlvergiftung kenne ich niemand.Aber solche Daten wird man nicht veròffentlichen wollen.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2018 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen