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„Man will mir Probleme machen“ 

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Weil er keinen Stall hat, darf Christian Baumgartner aus Natz-Schabs seine 32 Milchkühe nicht halten. Was der Landwirt zum Streit um seine Milchkühe sagt. 

Tageszeitung: Herr Baumgartner, warum stellen Sie Ihren Betrieb auf Milchwirtschaft um?

Christian Baumgartner: Die letzten vier bis fünf Jahre haben wir für die Äpfel finanziell nichts mehr bekommen. Die Witterungsbedingungen und der Frost haben uns zu schaffen gemacht. Auch heuer haben wir durch das feuchte Wetter im Mai nur eine schlechte Qualität. Mit der Entschädigung kann ich nicht mal die Kosten decken. Daher bin ich gezwungen, wieder auf Milchwirtschaft umzusteigen.

Welchen Hintergrund vermuten Sie hinter dem jetzigen Streit? 

Die damalige Gemeindeverwaltung unter Bürgermeister Peter Gasser hat mir ein Grundstück enteignet, mir wurde eine Zufahrt zum Hof für eine Wohnbauzone weggenommen. Ich habe nur 15 Euro pro Quadratmeter erhalten, obwohl die Gemeinde die Erschließungskosten kassiert hat. Ich habe Rekurs eingereicht und Recht bekommen. Schließlich habe ich 180 Euro ausbezahlt bekommen. Bei den folgenden Gemeinderatswahlen hat sein Konkurrent Andreas Unterkircher publik gemacht, das Gasser Steuergelder verschwendet. Durch das Gerichtsverfahren sind nämlich 50.000 Euro an Spesen entstanden. Das hat die Leute vielleicht negativ beeinflusst, wodurch er nicht mehr gewählt wurde. Jetzt versucht ein gewisser Kreis im Dorf mit aller Macht mir Probleme zu bereiten.

Der tierärztliche Dienst hat aber die artgerechte Tierhaltung bemängelt…

Der tierärztliche Dienst hat vorgeschrieben, dass die Kühe einen Unterstand brauchen. Ich habe eine Plane gespannt. Die Frage ist, ob dieses Konstrukt ein Bauwerk ist oder nicht. Den Tieren fehlt es an nichts. Man versucht nun jedoch alles in Bewegung zu setzen, um sie zu entfernen.

Inwiefern?

Zuerst hat es geheißen, diese Tiere stellen eine große Gefahr für das Frei.Wild-Festival dar. Das war eigentlich der Beginn der Geschichte. Es hat geheißen, dass die Tiere wegmüssen, weil sie ausbrechen könnten. Ich habe aber die Kühe gut eingezäunt. Ich habe gehofft, dass nach dem Festival Ruhe einkehrt, dem ist aber nicht so. Die Festival-Veranstalter schüren hinter der Gemeinde.

Und jetzt?

Wir planen, einen Stall zu bauen. Ein Projekt wurde bereits eingereicht. Dieses beinhaltete ein paar Mängel, die wir beheben werden. Wir werden dann den Stall bauen und die Tiere dort unterbringen.

Interview: Erna Egger

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (1)

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  • goggile

    es braucht endlich ermàchtigte beamte mit hausverstand die die Moral akzeptieren. diesen Tieren fehlt es an nichts, also sollte man dem Bauern Schadenersatz zahlen von seiten der beamten die die gesunde gute milch nicht akzeptieren und unnòtige finanzielle einbusen fuer fleissige naturliebhaber zu verantworten haben! wo ist der lh? sagt der eigentlich zu ueberhaupt kein Thema nie etwas?
    SETZEN SIE SICH EIN FèR TIER NATUR UND MENSCH!

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