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„Es tut mir leid“

Der Mittelfinger & der Tiroler Adler: Sein Instagram-Foto hat am Wochenende für Empörung gesorgt. Jetzt entschuldigt sich Feres Khemiri für dieses beleidigende Foto.

von Lisi Lang

Sein Instagram-Beitrag hat am Wochenende für hitzige Diskussionen gesorgt. Nun entschuldigt sich Feres Khemiri öffentlich für diesen Schnellschuss: „Es war nicht meine Absicht, die Menschen in Kaltern zu verletzen“, sagt Feres Khemiri.
Zur Erinnerung: Am Samstag ist in den sozialen Medien ein Instagram-Foto von Feres Khemiri aufgetaucht, wie er einem Tiroler Adler den Mittelfinger zeigt und das Bild mit dem Satz kommentiert: „An olle stoller fa koltern ihr seit richtige hurrensöhne schöne grüße. TUNISINO PER SEMPRE“.

In Kalter reagierte man mit Empörung auf dieses Foto. Nicht lange ließen auch politische Reaktionen auf sich warten. „Der tiefe Hass, den der Junge versprüht, ist symptomatisch für das Empfinden von Zuwanderern uns Südtirolern gegenüber. Anstatt Dankbarkeit erfahren wir Hass und Neid. Würden wir auch nur in Teilen solche Aussagen erwidern, würden wir wohl an den Pranger gestellt, unsere neuen Mitbürger hingegen dürfen alles“, so Dietmar Zwerger von der BürgerUnion in einer Stellungnahme.

Auch die Kalterer Gemeinderätin Helga Morandell Strozzega von der Liste [email protected] hat sich zu Wort gemeldet und bereits eine Anfrage an den Kalterer Gemeindeausschuss gerichtet, die zur Kenntnis an den zuständigen Integrationslandesrat Philipp Achammer geht. „Der gestreckte Mittelfinger gegen die Bodenmarkierung der Kalterer „Leasler“ ist ein Affront gegen unsere Bräuche, welche die Kalterer Jugendlichen mit Engagement wieder aufleben ließen“, so Helga Morandell Strozzega.
Insgesamt sei dieser Beitrag der Inbegriff von gescheiterter Integration in unserem Land, werten die beiden Listen.

Die Tageszeitung hat mit Feres Khemiri über sein umstrittenes Instagram-Foto gesprochen. Der junge Kalterer mit tunesischem Wurzeln bereut mittlerweile seine Äußerungen. Er entschuldigt sich bei der Bevölkerung von Kaltern und hofft, dass man ihm diesen Fauxpas verzeiht. 

Tageszeitung: Feres, dein Instagram-Post hat für viel Wirbel gesorgt. Hättest du damit gerechnet?

Feres Khemiri: Ich habe eigentlich überhaupt nicht damit gerechnet, dass es so weit kommt. Ich habe diesen Post gemacht, weil ich im Dorf oft angefeindet werde. Wenn ich in Kaltern unterwegs bin, kommen immer wieder Leute in meinem Alter zu mir und sagen, dass ich zurück in meine Heimat verschwinden soll. Das verletzt mich.

Viele Politiker haben auf diesen Beitrag reagiert und bringen ihn mit der Integrationspolitik in unserem Land in Verbindung…

Das war absolut nicht meine Absicht. Ich möchte mich bei den Kalterern entschuldigen, es tut mir leid, was passiert ist. Ich wollte mit diesem Post nicht alle Leute in Kaltern ansprechen und verletzen, sondern nur einige ausländerfeindliche Leute, die mich immer wieder anfeinden.

Du wohnst seit einigen Jahren in Kaltern. Fühlst du dich nicht wohl?

Ich fühle mich in Kaltern super wohl und wie gesagt sind die meisten Menschen auch super nett. Aber es gibt leider auch einige ausländerfeindliche Leute.

Der Adler und die Zahl 99 wurden im Rahmen einer Jahrgangsfeier auf den Boden gesprüht…

Als ich das Foto gemacht habe, dachte ich , dass „Heil 99“ etwas mit Hitler und Nazis zu tun hat. Mittlerweile habe ich erfahren, dass das im Rahmen einer Feier entstanden ist. Es gibt Freunde von mir, die zu dieser Feier eingeladen wurden, aber die Einladung nicht angenommen haben. Daraufhin wurden sie ständig bei öffentlichen Veranstaltungen von den Jahrgangsfeierteilnehmern provoziert und blöd angemacht.

Im Netz erntest du viel Hass aber auch Zuspruch für diese Aktion…

Viele Leute hatten mit ihren Aussagen schon recht, aber es tut mir wirklich leid, was passiert ist.

Mittlerweile hast du diesen Post wieder entfernt. Warum?

Ich habe den Post wieder entfernt, weil ich schon gewusst habe, wie das alles weitergeht. Ich wollte damit abschließen und keine Probleme mehr haben. Ich entschuldige mich noch einmal bei allen Kalterern für diesen Schnellschuss, es tut mir wirklich leid.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (16)

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  • andreas

    Ja aber,…..böse mit uns Kalterer Stoller war er trotzdem…. 🙂
    Wo bleiben die Stellungnahmen von Frau Helga Morandell Strozzega und Herrn Dietmar Zwerger bzw. deren Entschuldigung?
    Es war nicht sonderlich klug, was der Junge gemacht hat, diese beiden sollten aber zur Kenntnis nehmen, dass der Untergang des Abendlandes abgewendet ist, da der Junge den Anstand hat eine Erklärung abzugeben und sich zu entschuldigen, was auch nicht jeder macht.

    PS. Was ist eigentlich ein Stoller?

  • gestiefelterkater

    Hätte ein Südtiroler, Ausländer auf den selben Wege als Huhrensöhne bezeichnet so wäre das Geschrei unerträglich gewesen. Die Grüninen hätten unverzügliche Konsequenzen gefordert, zum Beispiel wie in deutschen Landen übliche, eine Entlassung, wenn er zufällig eine Anstellung im Landesdienst gehabt hätte.
    Aber nein, der Tunesier hat sich entschuldigt, es muss eine unverzügliche Heiligsprechung folgen, der Vorzeigetunesier hat sich entschuldigt und wird jetzt wohl als hervorragendes Beispiel gelungener Integration herumgereicht.
    Es gibt keine Integration, das einzige was es gibt ist, dass die Einheimischen zu gutmütig sind. Sie kommen, weil sie sich ein besseres Leben erhoffen, zumeist auf Kosten anderer!

    Anderl, a Stoller , des isch a Stollknecht, es gibt diese heute in anderer Form, im Gegensatz zu heute verrichteten die Knechte früher sinnvolle Arbeiten. Heute sind Stoller zum Beispiel Schreibknechte des Systems, ein Soldschreiber, ich denke du bist so a Stoller!

  • watschi

    ich verstehe Feres. wenn man immer und immer wieder angefeindet wird, nur weil man nicht vom ort kommt, ist schon depremierend

  • franz

    Wenn der junge Mann immer wieder angefeindet wird, ist es wohl der
    „Der tiefe Hass, den der Junge versprüht,
    Was typisch, symptomatisch ist für das Empfinden von Zuwanderern uns Südtirolern gegenüber. Anstatt Dankbarkeit erfahren wir Hass und Neid. Würden wir auch nur in Teilen solche Aussagen erwidern, würden wir wohl an den Pranger gestellt, unsere neuen Mitbürger hingegen dürfen alles“,
    Wie auch so Dietmar Zwerger von der BürgerUnion in einer Stellungnahme.schreibt.
    Anstatt Dankbarkeit zu zeigen verbreiten sie Hass und reagieren mit Aggressionen gegen Zugkontrolleure, attackieren Carabinieri und Polizisten betrachten Frauen auf Grund ihrer Religion und Steinzeitkultur als Freiwild.
    Auf Grund von Gesetzen der Regierungen Renzi & Gentiloni des PD /SVP
    genießen kriminelle Immigranten beinahe völlige Straffreiheit . z. B beim Dealen. Wobei in ihren Herkunftsländer, beispielsweise Nigeria für Drogenhandel die Todesstrafe vorsieht.

    • stefan1

      Und sie würden das auch gern so sehen oder wie ?
      Die Lösung ist ganz einfach : legalisieren !
      Ist sowieso eine Frage der Zeit, man schau nur mal in die Staaten der USA, wo legalisiert wurde, schrumpfender Schwarzhandel, bessere Qualität und bessere Betreuung der Betroffenen, hoffentlich halten die 5 Sterne hier ihre Wahlversprechen ein, auch wenns der Lega nicht passen wird.

  • goggile

    Strafgesetz anwenden. südtiroler nazis werden auch verfolgt und itlaienischen fasischten sogar der politische freiraum gelassen. hier sieht man wieder wer wirklich regiert.

  • franzkarl

    Na jetzt hat er sich ja entschuldigt, damit wird‘s dann wohl reichen. Andere haben hier im Forum schon viel mehr abgrundtiefen Hass, Feindseligkeit und verbale Gewalt verbreitet und sich nicht entschuldigt. Aber die sind ja vermeintliche Tiroler und dürfen das, gehört ja immerhin zur Kultur und zum über allem stehenden Lokalpatriotismus dazu… 😉

  • marting.

    ab nach Tunesien mit ihm; und den senfomat gleich mit

  • politikverdrossener

    Wer oder Was ist Feres Khemiri ?

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