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Die Bio-Offensive

(v. l.) Theodor Walcher (Brennerei Alfons Walcher), Zeno Staffler (Brimi), Patrizia Belsito (IDM Südtirol), Werner Castiglioni (Bio Südtirol), Luca Crazzolara (Lüch da Pcei)

Bio-Lebensmittel auf den europäischen Markt bringen: IDM will für Südtiroler Unternehmen neue Absatzmärkte finden und innovative Produkte entwickeln.

Bio-Lebensmittel liegen im Trend. Allein der europäische Bio-Markt ist in den vergangenen zehn Jahren um 125 Prozent gewachsen. IDM Südtirol hat nun die erste Unternehmerreise zum Thema „Bio“ organisiert und will damit Südtiroler Unternehmen, die Bio-Lebensmittel exportieren möchten, neue Chancen eröffnen. Vier Südtiroler Unternehmer sind dieser Tage in Belgien, um neue Geschäftskontakte zu schließen und renommierte Bio-Unternehmen kennenzulernen.

Der Marktanteil von Bio wächst in Belgien um durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr – ein Wert, der über dem europäischen Durchschnitt liegt.

„Deshalb ist Belgien das ideale Ziel für unsere erste Unternehmerreise zum Thema Bio“, bekräftigt Bettina Schmid, Abteilungsleiterin Sales von IDM, und erklärt weiter: „Bis jetzt haben wir den Fokus auf Messen wie die Branchenleitmesse Biofach in Deutschland gelegt. Jetzt wollen wir den Südtiroler Bio-Unternehmen weitere Anreize bieten, unterschiedliche Absatzmärkte zu erschließen. Die ersten Stationen unsere Reise sind daher Brüssel und Umgebung.“

Das Programm der Unternehmerreise wurde gemeinsam mit einer Expertin aus Belgien ausgearbeitet, die den Markt im Vorfeld genau analysierte. Neben der Besichtigung von Supermärkten und Großhandelszentren, wo die Unternehmer erfahren, wie die Produkte im Verkauf angeboten werden und wer die Konkurrenten sind, ist auch eine Vorstellung und Verkostung der Südtiroler Produkte bei belgischen Großhändlern geplant, um neue Geschäftsmöglichkeiten auszuloten.

Über 1.000 Südtiroler Unternehmen sind im Bio-Sektor tätig – und die Zahl steigt stetig. Wollen sie auf den Export setzen, gilt es für sie zu beachten, dass die meisten Bio-Konsumenten in der Europäischen Union in Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Italien zu Hause sind. Die Europäer, die am meisten Geld für Bio-Lebensmittel ausgeben, leben hingegen in der Schweiz, Österreich, Dänemark und Schweden.

Damit die Südtiroler Unternehmen über alle Entwicklungen der Bio-Branche informiert bleiben, hat IDM im Februar wieder den Gemeinschaftsstand auf der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, der Biofach in Nürnberg, organisiert: Elf Unternehmen haben teilgenommen.

Im Herbst wird IDM neun Unternehmen auf die wichtigste italienische Bio-Messe, die Sana in Bologna begleiten und zum ersten Mal organisiert IDM im September auch einen Gemeinschaftsstand auf der Bio Süd in Augsburg. Sie bietet gute Chancen für die kleineren Produzenten, drei Unternehmen haben sich angemeldet.

„Damit die Unternehmen in diesem wachsenden Markt konkurrenzfähig bleiben und Bio-Lebensmittel erfolgreich anbieten können, unterstützen wir sie auch bei der Produktentwicklung”, erklärt Hubert Hofer, Abteilungsleiter Development von IDM.

So hat das IDM Ecosystem Food das Unternehmen Kirnig zweier Jungbauern beim Anbau von Bio-Pilzen in Aldein begleitet. Neben einer internationalen Marktrecherche zu Konkurrenten und den passenden Pilzsorten unterstützte das Ecosystem die Jungbauern auch bei der Suche nach geeigneten Verpackungslösungen und stellte den Kontakt zu möglichen Vertriebspartnern her.

„Obwohl in Südtirol nur 3,7 Prozent der Gesamtanbaufläche für den biologischen Anbau genutzt werden, hat sich in den letzten zehn Jahren die Zahl der landwirtschaftlichen Bio-Betriebe und der Betriebe, die Bio-Lebensmittel verarbeiten, verpacken oder damit handeln, mehr als verdoppelt. Das wachsende Interesse zeigt, dass Südtiroler Bio-Produkte großes Marktpotenzial besitzen“, so Bettina Schmid.

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