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Gute Rentabilität

Die Stimmung im Dienstleistungssektor und im Transportgewerbe ist derzeit gut. Dies bestätigt die Frühjahrsausgabe des Wirtschaftsbarometers des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen.

Die Ertragslage im Jahr 2017 war für 91 Prozent der Dienstleistungsunternehmen und 93 Prozent der Transportunternehmen befriedigend. Für 2018 erwarten die Wirtschaftstreibenden beider Sektoren weiterhin eine gute Rentabilität.

 Das Geschäftsklima im Südtiroler Dienstleistungssektor hat sich im vergangenen Jahr deutlich gebessert: 91 Prozent der Unternehmen konnten ein zufriedenstellendes Betriebsergebnis erzielen. Dies stellt eine wesentliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr dar, als die Ertragslage von 81 Prozent der Dienstleister als befriedigend bewertet wurde.

Im Jahr 2017 war die Umsatzentwicklung positiv, sowohl auf dem lokalen Südtiroler Markt, als auch mit der Kundschaft aus anderen italienischen Provinzen. Die Steigerung der Betriebskosten war moderat und die betriebliche Wettbewerbsfähigkeit konnte erhalten werden. Der Zugang zum Kredit wird von den befragten Unternehmen in etwa gleich wie im Vorjahr bewertet und auch das allgemeine Investitionsniveau blieb ungefähr konstant. Im Hinblick auf 2018 wird ein weiteres Umsatzwachstum erwartet, mit steigenden Verkaufspreisen und einer positiven Beschäftigungsdynamik. Auch die Investitionen dürften wieder zunehmen.

Innerhalb des Dienstleistungssektors weisen die Finanzbranche und die Bereiche der Informatik und der „Unternehmensorientierten Dienstleistungen“ die beste Stimmung auf. Fast alle Unternehmen dieser Branchen bewerten die Ertragslage 2017 positiv und sind auch für 2018 zuversichtlich. Erfreulich ist vor allem die wesentliche Steigerung des Geschäftsklimas im Kreditsektor. Die Banken melden Zuwächse bei Einlagen und Kreditvolumen sowie eine wesentliche Besserung der Bonität der Kunden. Darüber hinaus konnten die Betriebskosten erfolgreich reduziert werden, was die Wettbewerbsfähigkeit verbesserte.

Die Konjunktur wird auch im Transportgewerbe positiv bewertet. Die Ertragslage im vergangenen Jahr war für 93 Prozent der Unternehmer und Unternehmerinnen dieses Sektors zufriedenstellend. Damit steigt das Geschäftsklima im Transportgewerbe das fünfte Jahr in Folge und für 2018 geht man weiterhin von einer guten Rentabilität aus. Die Umsätze haben im vergangenen Jahr sowohl im Personen- als auch im Warentransport zugenommen. Darüber hinaus melden die Unternehmen auch höhere Investitionen, besonders was den Fuhrpark betrifft, sowie eine positive Beschäftigungsentwicklung. Im Jahr 2017 war die Anzahl der unselbständigen Mitarbeiter/innen im Transport- und Logistiksektor durchschnittlich um 1,4 Prozent höher als im Vorjahr.

Zwischen Personen- und Warentransport gibt es derzeit nur leichte Unterschiede. Im allgemeinen zeigen sich beide Branchen mit den Ergebnissen von 2017 zufrieden und sind auch für das laufende Jahr zuversichtlich. Im Personentransport sind vor allem die Betreiber der Aufstiegsanlagen sehr optimistisch. Bei den Busunternehmen ist die Stimmung etwas verhaltener und in manchen Fällen werden Schwierigkeiten bei der Erhaltung der Aufträge für die Liniendienste gemeldet. In der Warentransportbranche ist man hingegen vor allem über die Maßnahmen zur Einschränkung des Gütertransports auf der Brennerautobahn besorgt.

Handelskammerpräsident Michl Ebner unterstreicht die zukünftigen Herausforderungen: „Der Dienstleistungssektor ist sehr wissensintensiv und benötigt dementsprechend hoch qualifizierte Mitarbeiter/innen. Das Bildungswesen ist gefordert die nötigen Kompetenzen zu vermitteln, vor allem bezüglich Sprachen und Informatik. Darüber hinaus sind effiziente Kommunikations- und Verkehrsinfrastrukturen für die Unternehmen von enormer Bedeutung.“

Nachfolgend die Stellungnahmen der Vertreter der Wirtschaftsverbände:

Andrea Grata, Generalsekretär von CooperDolomiti

“Die vom WIFO erhobenen Daten spiegeln einen starken Wirtschaftssektor wider, der auch in einem immer komplexer werdenden Markt Bestand hält. Die Kleinstunternehmen, darunter auch die Genossenschaften, zeigten in den Krisenzeiten große Flexibilität. Nun braucht es weitere Anreize aus dem Bankensektor, um diesen wichtigen Wachstumstrend zu untermauern. Dazu zählen Finanzierungsmöglichkeiten, die neben den wirtschaftlichen Aspekten auch den Faktor Mensch nicht außer Acht lassen.“

Barbara Jäger, Präsidentin der Dienstleister im hds

„Erfreulich ist, dass gerade die unternehmensorientierten Dienstleistungen und die Informatik die beste Stimmung aufweisen. Vielfalt der Tätigkeiten, Nähe zum Kunden und persönliche Beratung: Das sind die Stärken dieser Dienstleister. Sie machen einen guten Job und bieten Dienstleistungen auf sehr hohem Niveau – im Land, aber auch über die Landesgrenzen hinweg.“

Elmar Morandell, Obmann der Gruppe Transport im lvh

„Mehrere Einschränkungen sorgen im Warentransport für Einbußen: die Reduzierung der Bahndienstleistungen um 30 Prozent, Nachtfahrverbote, Blockabfertigungen oder das sektorale Fahrverbot. Diese Faktoren führen zu Verspätungen bzw. Verteuerungen der Waren. Was den Personentransport betrifft, so stehen viele Mietwagenunternehmer vor neuen Herausforderungen, da viele Linienkonzessionen entzogen wurden. Viele sind verunsichert aufgrund der ungewissen Situation im öffentlichen Personennahverkehr.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (1)

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  • drago

    Vielleicht sollte sich Morandell mal die Wirtschaftsdaten seines Sektors ansehen. Die widersprechen nämlich seinen Lamentierereien.
    Aber wie heißt das Sprichwort: denjenigen, die jammern, muss man etwas weg nehmen (mit anderen Worten: so lange sie Zeit haben, um zu jammern, geht es ihnen nicht so schlecht).

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