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Das Boschi-Theater

Posse in Neumarkt: SVP-Bezirkschef Oswald Schiefer will das „Haus Unterland“ für einen Wahlkampfauftritt von Maria Elena Boschi reservieren – doch die örtliche Heimatbühne legt sich quer.

Von Matthias Kofler

Oswald Schiefer schüttelt den Kopf: „Ich will dem Verein bei Gott nicht den Saal wegnehmen oder das Theaterspielen ausreden“, beteuert der SVP-Bezirksobmann.

Was ist passiert?

Am Donnerstag, den 22. Februar kommt die Kammerkandidatin Maria Elena Boschi zu einer Wahlkampfveranstaltung ins Unterland. Oswald Schiefer wurde als politisch Verantwortlicher damit beauftragt, einen passenden Saal für den Auftritt der toskanischen Unterstaatssekretärin zu organisieren. Die Wahl des Landtagsabgeordneten fiel umgehend auf das „Haus Unterland“ in Neumarkt. „Neumarkt ist die Bezirkshauptstadt; dort leben viele Italiener und auch eine stattliche Zahl an PDlern“, erklärt der SVP-Funktionär.

Dumm nur: Ausgerechnet am selben Abend, an dem Boschi das Unterland besucht, hält die Heimatbühne Neumarkt im „Haus Unterland“ ihre Generalprobe für das Stück „Der Pantoffelheld“ ab. Die Premiere des Stücks geht dann am darauffolgenden Tag über die Bühne. Mit dem turbulenten Geschehen in der Bauernkomödie von Wilfried Reinehr möchte sich die Heimatbühne unter der Regie von Oliver Pezzi in die Herzen der Besucher spielen.

Eine Verschiebung der Generalprobe kommt für die Heimatbühne nicht in Frage. Oswald Schiefer versuchte zwar, mit dem Präsidenten der Heimatbühne eine Lösung zu finden. „Ich habe ihn gefragt, ob es nicht möglich ist, die Generalprobe auf den Nachmittag zu verschieben“, erklärt der Landtagsabgeordnete. Doch sein Engagement war vergebens. Zwar versprach der Präsident der Heimatbühne, mit seinen Theaterkollegen über eine Verschiebung zu reden. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die SVP für die durch den Ausfall der Arbeitszeit anfallenden Kosten aufkommt. Immerhin seien die Theaterspieler alle berufstätig und müssten sich den Donnerstagnachmittag freinehmen, erklärte der Präsident.

Eine Kostenübernahme ist für Schiefer freilich zu viel des Guten: „Ich kenne die politische Einstellung des Präsidenten und verstehe daher, dass er keine Freude hat, wenn er den Saal für einen Wahlkampf der Volkspartei und des PD hergeben muss“, meint der SVP-Bezirksobmann.

Nun will Schiefer nach einem anderen Saal für den Boschi-Auftritt suchen. Das Kulturhaus in seiner Heimatgemeinde Kurtatsch kommt für den Abgeordneten „nicht in Frage“. „Nein, in Kurtatsch will ich das nicht machen. Wenn schon, dann muss es ein Ort sein, in dem es viele Italiener und PD-Anhänger gibt“, sagt der SVP-Funktionär und nennt als Ausweichorte Margreid und Auer. Noch unklar ist, ob die Veranstaltung, an der auch die anderen SVP-Kandidaten, sprich Dieter Steger, Manfred Schullian und Gianclaudio Bressa teilnehmen werden, für die gesamte Bevölkerung zugänglich ist oder nur für die SVP-Mitglieder.

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