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Senatore Paul?

Paul Köllensperger

Die Grillini ermitteln in einer Online-Abstimmung ihre Kandidaten für das römische Parlament. Im Senatswahlkreis Bozen-Unterland wird der Landtagsabgeordnete Paul Köllensperger heiß gehandelt.

Von Matthias Kofler

Es war Florian Kronbichler, der Paul Köllensperger in einem TAGESZEITUNG-Interview als möglichen Parlamentskandidaten ins Spiel brachte: „Auch in den mehrheitlich deutschen Bezirken ist nicht ausgeschlossen, dass die SVP eine Niederlage einsteckt. Die Bürger wählen Menschen – das haben wir in Meran, Freienfeld und Gröden gesehen. Wenn ein angesehener Mensch wie Paul Köllensperger kandidiert, dann wird sich der Kandidat der Volkspartei sehr schwertun“, prophezeite der Abgeordnete von Articolo 1.

In den Augen vieler SVP-Strategen wäre ein Antreten von Paul Köllensperger bei den kommenden Parlamentswahlen ein echtes Horrorszenario. Philipp Achammer, Karl Zeller und Co. wissen, dass ihre Achillesferse der mehrheitlich italienischsprachige Wahlkreis Bozen-Unterland ist. Geht es nach der Parteispitze, soll dort ein Kandidat des Koalitionspartners PD unterstützt werden. Unklar ist, ob dieser Kandidat auch die Zustimmung der eigenen Parteibasis finden wird. Umso problematischer wird das Ganze, wenn die Opposition einen schlagfertigen Kandidaten, etwa den Landtagsabgeordneten Paul Köllensperger, ins Rennen schicken sollte.

Köllensperger selbst hält sich in dieser Frage noch völlig bedeckt: „Ich beteilige mich nicht an Spekulationen“, sagt der Grillino auf Anfrage. Nur so viel: Es werde in den nächsten Tagen diesbezüglich sicher noch Gespräche mit Rom geben.

Zum besseren Verständnis: Die Grillini bestimmen in einem äußerst komplexen Verfahren ihre Kandidaten für die anstehenden Parlamentswahlen. Alle 300.000 Parteimitglieder erhalten in den kommenden Tagen eine Mitteilung aus Rom, in der festgehalten wird, ob sie die Voraussetzungen für eine Kandidatur erfüllen.

Ein Teil der Basis fällt von vorneherein aus dem Raster. Der Grund: Laut einer internen Regelung können jene Grillini, die bereits ein Mandat innehaben, nicht für das römische Parlament kandidieren. Dieser Beschränkung sind sowohl die Gemeinderäte als auch die Landtags- und Regionalratsabgeordneten sowie die Europaparlamentarier unterworfen. Darüber hinaus gilt für die Mitglieder der Fünf-Sterne-Bewegung eine allgemeine Mandatsbeschränkung von höchstens zwei Amtszeiten.

Paul Köllensperger bräuchte also die Zustimmung aus Rom, um trotz Landtagsmandats für den Senat kandidieren zu dürfen.

Als gesichert gilt, dass sich der derzeit einzige Grillino in Rom, der Kammerabgeordnete Riccardo Fraccaro, erneut der Wahl stellen wird. Die besten Chancen auf ein Mandat hat Fraccaro beim Verhältniswahlrecht. Fünf regionale Kammersitze werden über das Proporzsystem vergeben, die anderen sechs Sitze erhalten die Gewinner der jeweiligen Ein-Mann-Wahlkreise.

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