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„Hohe Qualität“

Die Zahl der Krebsneuerkrankungen nimmt weltweit zu, nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind sie die häufigste Todesursache.

Im Hinblick auf den Weltkrebstag am 4. Februar besuchte Gesundheitslandesrätin Martha Stocker kürzlich den Tumorboard für Mammakarzinome im Krankenhaus Bozen, auch „breast unit“ genannt, das die Onkologin Elisabetta Cretella leitet.

Dieses Südtiroler Best-Practice-Modell ist Teil des Projekts der Zertifizierung der onkologischen Chirurgie im Sanitätsbetrieb, verantwortlich dafür sind Sanitätsdirektor Thomas Lanthaler und der Direktor der Abteilung Krankenhausbetreuung, Luca Armanaschi.

Diese Einrichtung, in der die Krankenhäuser Bozen und Bruneck kooperieren, zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten. Die Beurteilung durch mehrere Fachleute sorgt dafür, dass onkologische Patientinnen und Patienten nach den neuesten wissenschaftlichen Leitlinien behandelt werden.

In die Therapieentscheidungeneingebunden werden neben Onkologen etwa auch Chirurgen, Psychologen, Pathologen, Radiologen, Genetiker, Nuklearmediziner, Physiotherapeuten, Rehabilitationsmediziner und spezialisierte Krankenpflegerinnen, sogenannte „breast care nurses“. Dieses Team betreut die Brustkrebspatientinnen auf ihrem gesamten Diagnose- und Therapieweg, macht sich für die Brustkrebsprävention stark, bietet das Mammographie-Screening-Programm und auch psychologische Betreuung an.

„Ihre Tätigkeit und die hohe Qualität ihrer Arbeit sind wichtig, um die hohen Standards zu halten, die das Gesundheitswesen den Frauen zur Verfügung stellt“, bedankte sich Stocker bei ihrem Besuch beim gesamten Team – in  Videokonferenz  zugeschaltet waren auch die Mitarbeiter des Brunecker Krankenhauses. Sehr wichtig sei, dass hier modernste medizinische Technologie eingesetzt wird, dass aber dennoch die Patientin im Mittelpunkt stehe.

Im Durchschnitt betreut diese Einrichtung rund 500 Patienten pro Jahr. 2016 stellten die Ärzte 248 Mal Brustkrebs fest, 190 Patientinnen litten an einer Neoplasie, 160 von ihnen an einem infiltrierenden Karzinom, insgesamt 156 mussten sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen. In der Datenbank, die das Zentrum in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, finden sich mehr als 1500 Fälle. Auch wegen verstärkter Kontrollen stieg die Fallzahl von 190 im Jahr 2015 auf mehr als 230 im Jahr 2016.

Das Tumorboard in Bozen war eines der ersten in Italien, das „Eusoma“-zertifiziert (European Society of Breast Cancer Specialists) wurde – das war im Jahr 2014.

Diese Zertifizierung bekommt nur, wer klar vorgegebene organisatorische, strukturelle und technologische Standards einhält. So nimmt die Einrichtung etwa auch an internationalen klinischen Studien teil. Wie Bozen und Bruneck arbeiten auch die Krankenhäuser Meran und Brixen per Videokonferenz in einem Tumorboard zusammen. Auch diese Einrichtung wurde zertifiziert, von der Deutschen Krebsgesellschaft.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (1)

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  • pon

    Wär doch angebracht über Südtirols Polpositiom in Sachen Hautkrebs eine Diskussion zu starten…..
    Was wenn es , wie ein Leser schreibt, über Südtirol ein großes Ozonloch hängt? Oder sich die Ozonwerte wiedermal (unveröffentlicht)um das 100fache erhöht haben…..
    Doch wen kümmetts, der Südtiroler ist dümmer als die Kühe auf der Wiese,
    lässt alles stillschweigend über sich ergehen…….wieviel Millionen Lastautos warens in diesem Jahr von Sigmundskron det Etsch entlang…bis zum Brenner……????

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