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    Die Stabübergabe

    Mit der Europaregion Europa von unten bauen, mit dieser Devise hat LH Kompatscher am Donnerstag von seinem Amtskollegen Rossi die Euregio-Präsidentschaft übernommen.

    Der Vorstand des Europäischen Verbundes für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) Tirol-Südtirol-Trentino hat sich am Donnerstag am Sitz der Trentiner Landesregierung in Trient zu seiner 15. Sitzung getroffen.

    Die EVTZ-Versammlung ist hingegen zum 12. Mal zusammengekommen. Im Anschluss haben die Landeshauptleute Arno Kompatscher, Ugo Rossi und Günther Platter bei einer Pressekonferenz die wichtigsten Entscheidungen dargelegt.

    Im Mittelpunkt stand die turnusmäßige Übergabe der Präsidentschaft vom Trentino nach Südtirol.

    Der Europäische Verbund für territoriale Zusammenarbeit EVTZ „Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino“ war im Oktober 2011 auf Schloss Tirol aus der Taufe gehoben worden. Südtirol führte während der ersten zwei Jahre den Vorsitz, Präsident war Luis Durnwalder. Sechs Jahre nach diesem historischen Akt werden die Organe des EVTZ nun turnusgemäß den dritten Präsidentenwechsel vollziehen: Stand nach Günther Platter bisher Ugo Rossi als Präsident an der Spitze der Euregio, wird es in den kommenden beiden Jahren Arno Kompatscher sein. „Wir wollen Europa von unten bauen mit der Euregio“, betonte der neue Euregio-Präsident Arno Kompatscher bei der Stabübergabe.

    Am Donnerstag wurde in Trient zunächst Bilanz gezogen und das Arbeitsprogramm für das kommende Jahr 2018 beschlossen.

    „Wir setzen auf Kontinuität. Erfolgreiche Projekte sollen weitergeführt werden“, betonte Kompatscher. In der Flüchtlingsfrage werde man die bewährte Zusammenarbeit fortsetzen. Neue Akzente und Schwerpunkte sollen unter Südtiroler Präsidentschaft die Europaregion, deren Breitenwirkung und die Identifikation der Bevölkerung mit der Euregio stärken. Mobilität, Kultur und Sprachen werden laut Kompatscher die Schwerpunkte sein.

    Mobilität

    Der Brennerachse als Teil der Transeuropäischen Netze kommt mit der Verwirklichung des Brennerbasistunnels eine neue Priorität zu, die auch das Mobilitätsverhalten innerhalb der Euregio verändern wird. Zentral ist dabei die Notwendigkeit, den Schwerverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Parallel dazu muss auch in Bezug auf den Personentransport ein kapillares öffentliches Verkehrsnetz aufgebaut werden, das eine nachhaltige Mobilität ermöglicht. Die Chancen, die der Brennerbasistunnel schafft, können nur genutzt werden, wenn die Menschen auf ein funktionierendes ÖPNV zurückgreifen können, das den Fahrgästen die Anbindung an die Peripherie garantiert.

    Dies bedeutet, dass auf Europaregionsebene an einer weiteren Integration der ÖPNV-Systeme gearbeitet werden muss und der öffentliche Nahverkehr innerhalb der Europaregion an Attraktivität gewinnen soll. Dies soll auch über eine stärkere Abstimmung der Tarifsysteme erfolgen, die derzeit unterschiedlich und einer länder- und grenzüberschreitenden Mobilität im Raum der Europaregion nicht förderlich sind.

    Kultur

    „Die gemeinsamen kulturellen Wurzeln sind die Grundlage der Europaregion“, betonte Euregio-Präsident Kompatscher. Diese sollen sichtbar und erfahrbar gemacht werden. „Das ist eines der zentralen Anliegen der Südtiroler Präsidentschaft, deren Beginn mit dem Jahr des europäischen Kulturerbes 2018 zusammenfällt“, sagte der Euregio-Präsident. Um dieses gemeinsame Kulturerbe in das öffentliche Bewusstsein zu rücken, soll ein Register des Kulturerbes der Europaregion aufgebaut werden. Die Sichtbarkeit der Europaregion soll zudem mit einem neuen „Euregio-Magazin“ aufgelegt werden.

    Mehrsprachigkeit

    „Die Mehrsprachigkeit der Länder der Europaregion ist eine Chance, die noch viel mehr als bisher genutzt werden soll“, zeigte sich Kompatscher überzeugt. Bereits auf Länderebene bestehende Bemühungen zum Erlernen der jeweiligen Nachbarsprache sollen daher durch einen Sprachnachweis der Europaregion flankiert werden, mit dem die Kenntnisse der beiden Hauptsprachen Deutsch und Italienisch nachvollziehbar belegt werden können und der die Mobilität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt der Europaregion erhöht.

     

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