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    Der Glyphosat-Angriff

    Ein Teil der Apfelanlage des Biobauern Ägidius Wellenzohn in Kortsch wurde von Unbekannten durch eine Überdosis Glyphosat zerstört.

    von Karin Gamper

    Ägidius Wellenzohn ist am Boden zerstört: „Ich habe keine Erklärung dafür, warum jemand so etwas tut“, sagt der Glurnser Gemeinderat und überzeugte Bio-Bauer. Unbekannte haben drei Baumreihen seiner Apfelplantage in Kortsch mit einer Überdosis Glyphosat zerstört.

    Dies steht seit dem 21. September fest. An jenem Tag hat Ägidius Wellenzohn einen Anruf von der Bio-Kontrollstelle erhalten, die ihm entsprechende Analyseergebnisse mitteilte. Im Rahmen einer Routineuntersuchung waren die Rückstandsproben bereits am 8. September genommen worden. Kurze Zeit später begannen sich die Blätter braun zu färben, und die Äpfel begannen bei leichter Berührung vom Baum zu fallen.

    Der entstandene Schaden ist noch nicht überschaubar. „Der diesjährige Ernteausfall beläuft sich auf etwa 5.000 Euro“, schätzt Wellenzohn, „aber es kann sein, dass auch der Rest der Apfelplantage zurückgestuft wird.“ Hier wartet Wellenzohn noch auf die entsprechenden Analyseergebnisse.

    Ägidius Wellenzohn

    Die zerstörerische Wut des oder der Unbekannten trifft in Ägidius Wellenzohn den Betreiber der einzigen Apfelanlage in Südtirol, in der überhaupt nichts gespritzt wird. „Ich benutze auch keine Kräutertees und dergleichen“, betont Wellenzohn, der damit laut eigenen Angaben in den vergangenen 30 Jahren gut gefahren ist.

    Ägidius Wellenzohn ist von seiner Anbauweise überzeugt und erläuterte sie auch mehrmals öffentlich. Für den Hintergrund der Nacht- und Nebelaktion hat Wellenzohn keine Erklärung. Allerdings wird er den Vorfall nicht auf sich beruhen lassen: „Das, was hier passiert ist, ist mutwillige Zerstörung fremden Eigentums und ich werde Anzeige erstatten“.

    Indes hat sich gestern nach Bekanntwerden des Vorfalls auch Agrarlandesrat Arnold Schuler zu Wort gemeldet.

    „Diese Eskalation“, so Schuler, „ist auf das Schärfste zu verurteilen“. Er ruft einerseits zur Mäßigung in der Ausdrucksweise auf, um nicht bewusst Hass und Ärger zu schüren. Andererseits seien auch Sachbeschädigungen zu unterlassen, mit denen den betroffenen Bauern enorme Schäden zugefügt würden.

    Die Bürger fordert der Landesrat dazu auf, eventuelle Beobachtungen zu melden. Es sei ihm ein Anliegen, „Konflikte innerhalb der Landwirtschaft zu lösen und die wissenschaftliche Begleitung und Unterstützung zu forcieren, Abstandsregelungen und die Verwendung von neuen Techniken beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln voranzutreiben“. Es werde auf wissenschaftlicher Basis daran gearbeitet, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu minimieren.

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