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    „Der falsche Weg“

    Die Grünen kritisieren den Umstand, dass der Sanitätsbetrieb dem Problem der Wartezeiten mit der Aufstockung von Privatvisiten begegnen will.

    Das leidige Thema der Wartezeiten in den Spitälern:

    Wie kann man die Wartezeiten reduzieren.

    Richard Theiner hatte versprochen, das Problem zu lösen. Auch seine Nachfolgerin Martha Stocker hat zugesichert, sie würde sich dafür einsetzen, dass die Menschen in Südtirol nicht zum Volk im Wartesaal würden.

    Nun hat der Gesundheitsbetrieb angekündigt, das Problem mit der Aufstockung von Privatvisiten lösen zu wollen.

    Die Grünen reagieren darauf mit einer kritischen Stellungnahme:

    „Seit Langem stöhnt Südtirol unter den langen Wartezeiten in der Sanität. Heute vernehmen wir aus den Medien, dass dem mit der Aufstockung der Privatvisiten beigekommen werden soll und dass dazu Verhandlungen laufen.

    Wir finden dies eine gewaltige Verzerrung der öffentlichen Aufgabe, allgemeinen Gesundheitsschutz zu leisten. Die öffentliche Sanität wird mit den Steuergeldern der Bevölkerung finanziert und hat somit den klaren Auftrag für ein effizientes und rationelles Gesundheitssystem. Hier wurde Vieles verabsäumt, von der Informatisierung über die einheitliche Vormerkung bis hin zur rechtzeitigen Prävention des absehbar eintretenden ÄrztInnenmangels.

    Landesrätin Stocker hat unbestritten viele, zu viele offene und vernachlässigte Baustellen von ihrem Vorgänger übernehmen müssen.

    Trotzdem kann es nicht der richtige Weg sein, auf jedes Gesamtproblem mit kleinen Notpflastern zu begegnen. Die Auslagerung der Visiten auf die private Tätigkeit der ÄrztInnen scheint uns so ein Notpflaster – allerdings mit dem Zusatzproblem, dass damit Einkommensunterschiede zu medizinischen Versorgungsunterschieden führen.

    Das kann nicht im Sinne eines sozial gerechten, funktionalen öffentlichen Gesundheitswesens sein. Stellen wir uns vor, wenn der Lehrermangel mit Privatunterricht am Nachmittag „gelöst“ würde – das wäre ähnlich absurd. Der Protest der VerbraucherschützerInnen und die Zweifel auch innerhalb des Sanitätsbetriebes, etwa von Sanitätsdirektor Lanthaler sind gerechtfertigt und sollten von den obersten Chefitäten des Südtiroler Gesundheitssystems nicht überhört werden.“

     

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