Du befindest dich hier: Home » Gesellschaft » Nachhilfe für das OLG

    Nachhilfe für das OLG

    Alex Schwazer (Foto: Colombo)

    Im Krimi um die Urin-Probe von Alex Schwazer erhält der Manipulationsverdacht neue Unterstützung. Und heute schickt Richter Walter Pelino seinen zweiten Überbringungsantrag.

    von Thomas Vikoler

    Der Zeitpunkt für die Veröffentlichung des Artikels mit dem vielsagenden Titel „Sprengstoff aus Südtirol“ ist gut gewählt. Heute beginnt in London die Leichtathletik-WM, die vom internationalen Leichtathletikverband IAAF organisiert wird. „Was diese WM in London wert ist, wird am Ende in Bozen geklärt“, heißt es in einem langen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zur Doping-Causa Alex Schwazer.

    Die durch verschiedene Skandale arg lädierte Glaubwürdigkeit der IAAF steht wieder einmal auf dem Spiel. Denn sollte im Bozner Beweissicherungsverfahren zur Doping-Probe Schwazers eine Manipulation nachgewiesen werden, wäre der Verband mit Sitz in Monte Carlo gänzlich diskreditiert. Er müsste im Grunde zusperren oder zumindest sein gesamtes Führungspersonal auswechseln.

    Dass am Manipulationsverdacht etwas dran ist, davon gehen die beiden SZ-Autoren Johannes Aumüller und Thomas Kistner aus. Es sei der „wohl mysteriöseste Dopingfall der jüngeren Geschichte.

    Der Artikel ist eine Art Nachhilfeunterricht in Sachen kriminelle Tendenzen in internationalen Verbänden an die Adresse des Oberlandesgerichts Köln, denn in Deutschland sind die jüngsten Entwicklungen in der Causa Schwazer kaum bekannt. Das OLG hatte vor einigen Wochen nach einem Einspruch der IAAF-Anwälte entschieden, dass lediglich 10 Milliliter der A-Probe des positiven Testosteron-Befunds ins RIS-Labor nach Parma übersandt werden können.

    Für den Bozner Richter Walter Pelino, der ebenfalls viel von der Manipulationsthese hält, eine völlig unbrauchbare Menge. Er hat einen zweiten Überbringungs-Antrag an die deutschen Behörden gestellt, heute wird er verschickt.

    DIE DETAILS DAZU UND MEHR ZUM ARTIKEL IN DER SÜDDEUTSCHEN LESEN SIE IN DER FREITAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
    Clip to Evernote

    Kommentare (7)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • prof

      Die TZ hat wohl von einer Klage Angst und löscht mein Kommentar bezüglich IAAF und WADA.

    • tottele

      Es kann wirklich so sein , dass der Sitz von Monte Carlo schließen muss .

    • drago

      Zur Erinnerung: Schwazer dopt, erklärt, gedopt zu haben, weil alle anderen auch dopen und er nicht deswegen benachteiligt sein wollte, erklärt, vollkommen alleine gehandelt zu haben (Dopingmittel in einer Apotheke in der Türkei gekauft) und gibt seinen endgültigen Rücktritt bekannt. Als ihm das Studium in Innsbruck und die Arbeit im elterlichen Gastbetrieb zu langweilig war, möchte er wieder zurück kommen und an der nächsten Olympiade teilnehmen. Problem: Qualifikationsschluss im darauffolgen April. Also wird schnell jemand vom italienischen Sportverband als Mitwisser seines Dopings genannt und gehofft, dass dies als Zusammenarbeit gewertet wird und ein paar Monate von der Sperre nachgelassen werden. Funktioniert nicht. Zeit knapp für Olympialimit. Also was tun? Ab hier kann jeder seine eigene Hypothese aufstellen und entscheiden was wahrscheinlicher ist. Hypothese A: Schwazer konnte schon nicht mehr mithalten vor seinem ersten Doping, wie soll er also jetzt in äußerst kurzer Zeit das Limit schaffen und dann nicht nur als Mitläufer zur Olympiade fahren? Also diesmal professionelles Doping und Donati als vorgeschobenes Schutzschild. Hypthese B: Schwazer ist wieder überzeugt, auch ohne Doping alle anderen schlagen zu können, auch wenn diese gedopt sind. Stürzt sich ins Training und wird von irgendjemand gelinkt. Warum: er hat laut eigenen Aussagen zum Aufdecken des russichen Dopingskandals beigetragen und dabei hohe WADA- und IAAF-Funktionäre kompromittiert.
      Ich hoffe, die Probe wird nochmals analysiert, egal ob in Deutschland oder in Italien, und das Ergebnis ist eindeutig, unabhängig welchen Ausgangs.

      • goggile

        nanana drago von obergscheid seit wann haben schwazerst Eltern einen gastbetrieb? ich hoffe Alex bekommt langfristig horrenden Schadenersatzzahlungen von denen, die diese Sache organisiert und durchgefuehrt haben. das nächste Problem ist dass die qualififationen fuer die nächste Olympiade bei den justizhikhak auch noch in flöten gehen.

        • drago

          Sorry. Ein Gedankenfehler. Habe fälschlicherweise von der Tatsache, dass er als Kellner gearbeitet hat, auf einen Gastbetrieb der Eltern geschlossen.
          Was die horrenden Schadenersatzforderungen angeht, warten wir mal ab, was bei den Prozessen herauskommt.
          Schwazer hat so oft gelogen und seine Meinung geändert, dass er sich nicht zu wundern braucht, wenn man seine Aussagen in Zweifel zieht.

    • tottele

      @drago
      Ja er hat gedopt und er hätte es nicht tun sollen , aber ich bin mir immer noch sicher , dass er in diesem Fall die volle Wahrheit sagt .
      Zweitens möchte ich Sie fragen ob Sie überhaupt imstande wären in welcher Sportart auch immer sich annähernd fähig wären sich einen Namen zu machen wie er es imstande war ??!!
      Jeder sollte zuerst vor der eigenen Haustür kehren , weil wir haben alle Staub genu und manche ersticken gar im eigenen Staub .
      So viel zu diesem Thema .

    • prof

      Laut Kommentar von drago ist er selbst ein mago.Also ein Hellseher!

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Cookie Hinweis

    Nach oben scrollen