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    Mussolini-Flasche leer?

    Die Süd-Tiroler Freiheit begrüßt den neuen Antifaschismus-Gesetzentwurf des PD in Rom. 

    Als begrüßenswert und überfällig bewertet die Süd-Tiroler Freiheit den neuen Antifaschismus-Gesetzentwurf des PD in Rom. Propaganda für das faschistische und nationalsozialistische Regime soll nun endlich eine Straftat darstellen. „Geht der Entwurf durch, könnte nun Schluss sein mit Hitler- und Mussolini-Wein, Mussolini-Kalender und sonstigem schwarz-braunen Plunder“, freut sich Stefan Zelger von der Landesleitung der Süd-Tiroler Freiheit.

    Stefan Zelger (Süd-Tiroler Freiheit)

    Die Süd-Tiroler Freiheit kämpft seit Jahren gegen Mussolini-Kalender und Co. und hat mehrere Eingaben bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. Leider mit bescheidenem Erfolg. Das bisherige „Mancino-Gesetz“ hat sich allzu oft als stumpfes Werkzeug erwiesen. „Es darf nicht sein, dass man in Italien mit Hitler und Mussolini noch immer Geld verdienen kann“, zeigt sich Zelger überzeugt. „Mit dem neuen Gesetz könnten diese Umtriebe endlich unterbunden werden!“

    Die Verbreitung von faschistischer und nationalsozialistischer Propaganda sei auch nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt: „Beide Ideologien sind extrem, antidemokratisch und gegen die Meinungsfreiheit gerichtet. Ihre Devotionalien gehören mitsamt dem dahinterstehenden Gedankengut auf den Müllhaufen der Geschichte“, betont Zelger abschließend.

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    Kommentare (2)

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    • franz02

      Es hat mit der gänzlich fehlenden Aufarbeitung des Faschismus durch Italien zu tun, dass es erst jetzt zu einer diesbezüglichen halbherzigen Gesetzesinitiave kommt. Vielfach wird das offene Bekenntnis zum Faschismus als Folklore abgetan. Wie konnte es sein, dass ein Kriegsverbrecher wie der ‚Schlächter‘ Graziani, der sowohl in Libyen als auch in Jugoslawien unvorstellbare Verbrechen begangen hat, nach dem Krieg überhaupt nicht zur Verantwortung gezogen worden ist? Die Bozner Staatsanwaltschaft war jahrzehntelang nach dem Krieg mit bekennenden Faschisten besetzt, die alles dazu getan haben, den faschistischen Terror der siebziger Jahre zu decken. Jeden Sonntag werden in den italienischen Stadien Shows von rechtsextremen Schlägertrupps abgezogen und die Polizei schaut zu. Apropos Polizei und Carabinieri: die Südtiroler Freiheitskämpfer wissen ein Lied davon zu singen, welches Geisteskind die damaligen ‚Ordnungshüter‘ waren. Und denken wir an den G8-Gipfel in Genua, wo faschistische Polizei-Schlägertruppen aus Rom die Stadt gestürmt haben und unbescholtene Bürger zu bleibenden Invaliden geschlagen haben, so sehen wir, dass es mit den demokratischen Einrichtungen in Italien nicht weit her war/ist. Wie kann es z. B. sein, dass die Gewalttäter von Casa Pound in die Gemeinderäte gewählt werden? Alles Folklore?

    • thefirestarter

      Da die Siegermächte, allen voran die USA, sehr dran gelegen war Italien als Verbündeten zu halten, (da es dank seiner Position der perfekte „Flugzeugträger“ im Mittlmeer war und ist) gab es kein Kriegsgericht.
      Kein Italienischer Offizier wurde jemals zur Rechenschaft gezogen für die Kriegsgreuel in Jugoslawien, Griechenland, Lybien, Eritrea oder Äthiopien. Und das obwohl es genügend Beweise gab.
      Dadurch gab es auch keine Aufarbeitung jener Zeit, sondern es wurde alles getan um die Zeit zu verklären
      Stichwort: Italiani brava gente.
      Und nicht wenige Italiener geben den Deutschen die Schuld das sie in den Krieg eingetreten sind und sehen sich und Mussolini, als Opfer.

      http://www.criminidiguerra.it/

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