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    Die Hilfesuchenden

    LH Arno Kompatscher und Martha Stocker haben die Ex-Landesmensa besucht, in dem der Verein Volontarius Erstberatungen für Flüchtlinge anbietet.

    An der Wand hängen Kinderzeichnungen, eine Spielecke gibt es auch. Wo jahrelang die Landesangestellten zu Mittag gegessen haben, kümmern sich heute sechs Mitarbeiter von Volontarius – vier Hauptamtliche und zwei Ehrenamtliche – um die Flüchtlinge, die in Bozen ankommen.

    Kein Tag ist wie der andere: Die Männer, Frauen und Kinder sind auf den unterschiedlichsten Wegen hier gelandet, ihre Schicksale könnten verschiedener nicht sein. Und doch haben sie eines gemeinsam: Sie suchen Hilfe.

    Kommen etwa am gegenüberliegenden Bahnhof Flüchtlinge an, kontaktiert die Bahnpolizei die Mitarbeiter des Vereins. „Wir hatten von Anfang an eine gute Zusammenarbeit mit den Ordnungskräften, das ist wichtig“, sagte Volontarius-Präsident Claude Rotelli.

    Landeshauptmann Arno Kompatscher und Soziallandesrätin Martha Stocker waren in die Ex-Landesmensa gekommen, um sich selbst ein Bild der Lage zu machen.

    „Wir versuchen, den Menschen zu helfen“, fuhr Rotelli fort, „aber auch wir brauchen Hilfe.“

    Kompatscher sagte die Unterstützung des Landes zu, gab aber auch zu bedenken, dass die Lösung der Flüchtlingsfrage auf europäischer Ebene zu finden sei. „In den letzten drei Jahren haben wir – und vor allem Sie – ja in erster Linie auf Notsituationen reagieren müssen“, sagte der Landeshauptmann und bedankte sich bei den Mitarbeitern des Vereins, denn ohne den Einsatz der Mitarbeiter wäre der große Ansturm nicht zu bewältigen gewesen.

    „Dass ein zentraler Infopoint bisher nicht zur Gänze in der angedachten Form umgesetzt werden konnte, ist ein Beispiel dafür, dass auch gute Ideen nicht immer schnell in die Tat umgesetzt werden können“, sagte Landesrätin Stocker.

    Es werde aber daran gearbeitet. Ein weiterer Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden darf, sei die Angst vieler Einheimischer. Darüber waren sich alle einig – und auch darüber, dass Berührungsängste am besten durch Kontakt zu den Flüchtlingen abgebaut werden könnten.

    Rund zwei Jahre lang hatte der mit der Betreuung der Flüchtlinge betraute Verein Volontarius einen Raum an Gleis 1 des Bozner Bahnhofs, besser bekannt als „Binario Uno“, für eine erste Versorgung ankommender Flüchtlinge genutzt.

    Da die Bahnverwaltung diesen Raum jetzt wieder selbst braucht, beschloss die Landesregierung am 13. Juni, die ehemalige Mensa im Landhaus 5 zur Verfügung zu stellen. Neben dieser Anlaufstelle in Bozen gibt es auch eine am Bahnhof Brenner. Auch diese wird im Auftrag des Landes geführt.

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