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    Gabalier mit Kopftuch

    andreas-gabalier-kopftuch-auslaenderinBekämpft man Islamophobie, indem man alle Frauen dazu aufruft, aus Solidarität ein Kopftuch zu tragen? Alexander Van der Bellen hat mit seinem Kopftuch-Sager in ein Wespennest gestochen.

    von Artur Oberhofer

    Ein Aufschrei ging durch die Alpenrepublik, als der Sager des Bundespräsidenten zu den Kopftüchern publik wurde.

    Alexander Van der Bellen hatte erklärt, Frauen mit Kopftuch würden in Österreich so diskriminiert, dass er überlege, ob man nicht alle Frauen dazu aufrufen sollte, es zu tragen – „aus Solidarität“.

    Zwar sprach der Bundespräsident selbst später von einem „Fehler“. Er habe wohl eine Vorlesung im Hörsaal mit einem Auftritt des Bundespräsidenten verwechselt, sagte Alexander Van der Bellen dem „Kurier“.

    Zum Kern der Sache stehe er aber:

    „Ich habe das alles zu einer Schülerin gesagt, die wegen ihres Kopftuches angepöbelt wurde und sich Sorgen machte, wegen ihres Kopftuches am Arbeitsplatz diskriminiert zu werden“, so der Bundespräsident.

    Ihm sei es darum gegangen, ein Beispiel für zivilen Widerstand gegen die Einschränkung von Grundrechten zu finden.

    Alexander Van der Bellen hatte außerdem das Tragen eines Kopftuchs mit dem Tragen eines Davidssterns im Dritten Reich verglichen. „Das so zu sagen, war ein Fehler“, räumte der Bundespräsident ein.

    Trotz der Versuche Alexander Van der Bellens, seinen Kopftuch-Sager als mediale Fehl- oder Überinterpretation abzutun, brach in Österreich – insbesondere in den sozialen Medien – ein Sturm der Entrüstung los.

    Sogar die renommierte „Washington Post“ berichtete über Van der Bellens umstrittene Äußerung. Der Titel des Artikels: „Österreichs Präsident schlug vor, dass alle Frauen Kopftuch tragen, um die Islamophobie zu bekämpfen.“

    Just als es schien, dass die Welle der Empörung abebben würde, sorgte der Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier mit einem Facebook-Post dafür, dass die Diskussion wieder neu befeuert wird.

    Der Musiker stellte ein Foto von sich mit Kopftuch ins Netz.

    Dazu schrieb Gabalier:

    „Dear Mr. President!

    Nachdem für Sie , der Tag in unserem Land noch kommen wir, an dem wir ALLE Frauen bitten werden müssen, ein Kopftuch zu tragen, aus Solidarität anderen Kulturen gegenüber, denen es die Religion vorschreibt, habe ich mir heute schon einmal eines aus Solidarität unseren Frauen gegenüber aufgesetzt.“

    Andreas Gabalier setzt noch einen drauf: Er habe „in weiser Voraussicht auf das noch folgende Alkoholverbot auch schon mal damit begonnen, seinen Verdauungsschnaps gegen steirisches Kernöl zu ersetzen“.

    LESEN SIE AM SAMSTAG IN DER PRINT-AUSGABE:

    • Wie Ulli Mair und Brigitte Foppa auf den Kopftuch-Sager von Alexander Van der Bellen reagieren.
    • Wie SVP-Senator Karl Zeller die Verschleierung in Italien per Gesetz regeln möchte. 

     

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (10)

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    • einereiner

      Ich hoffe doch sehr, dass eine Frau, die in Österreich ein religiös motiviertes Kopftuch trägt, keinen Job mehr bekommt. Die Religion soll draussen bleiben, besonders der politisch motivierte Islam. Wer in Europa leben will, hat das zu akzeptieren.
      Bravo Andreas, zeig VdB, dass bei Multikulti eine Kulti, die den anderen den Tod wünscht, ´nicht erwünscht ist!

      • vogel

        Die Religion des Friedens hat doch auch ihre guten Seiten. Man kann ganz beruhigt mehrere Frauen ehelichen, in Deutschland habens sogar Ehen mit minderjährigen Kindern erlaubt…
        Damit ist wohl klar warum gewisse Politiker so sehr für diese Kultur eintreten.

    • watschi

      der volksrocknroller weiss halt, dass seine fans alle so denken wie er und deshalb braucht er gottseidank nicht, wie viele seiner kollegen,“politisch korrekt“ (man darf die wahrheit nicht laut sagen) sein und heuchelei an den tag legen.

      • michih

        Wahrheit…. hahaha DAS ist ein guter Witz! 😀

        • watschi

          ja, aber vielleicht nur ein halber. denk mal nach, warum würde es dieses „gesetz“‚ sonst geben? warum kann nicht jeder sagen wie es tatsächlich ist? warum wurden neue begriffe für gewisse rassen, lebenseinstellungen oder sogar berufe erfunden? macht es deshalb denjenigen besser? leben wir wirklich in einer demokratie mit meinungsfreiheit? mah……

    • george

      Auch österreichische Frauen tragen Kopftuch, aber auch einige Südtiroler Frauen, ob aus reliöser Überlegung, aus ideologischer Überlegung, aus Schönheitsbedürnis oder vor allem als Schutz, mag dahin gestellt sein. Da müsste man den Leuten auch das Kapuzentragn verbieten oder manch andere Kopfbedeckung. auch diese werden oft ideologisch bedingt eingesetzt. Was meint ihr, was der „Mafiahut“ und die „Mafiabrille“ bedeuten?

    • george

      Auch österreichische Frauen tragen manchmal Kopftuch, aber auch einige Südtiroler Frauen, ob aus religiöser Überlegung, aus ideologischer Überlegung, aus Schönheitsbedürfnis oder vor allem zum Schutz, mag dahin gestellt sein. Da müsste man den Leuten auch das Kapuzentragen verbieten oder manch andere Kopfbedeckung. auch diese werden oft ideologisch bedingt eingesetzt, aber häufig auch nur zum Schutz Was meint ihr, was der „Mafiahut“ und die „Mafiabrille“ bedeuten?

    • karbuc

      Ein Kopftuchverbot ist ein äußerst diffiziles Gesetz. Leider wird die Thematik von gewissen Politikern und auch Medien manchmal übersimplifiziert. Ich möchte diesbezüglich einige Punkte ansprechen. Natürlich ist es mit jeglicher moderner Mentalität unvereinbar, jemandem Kopfbedeckungen vorzuschreiben. Jedoch ist es meiner Meinung nach einerlei, ob man jemanden zwingt, ein Kopftuch zu tragen, oder aber ob man es schlichtweg verbietet. Zum Zweiten hat man natürlich das Problem der Definition des Kopftuches. Eine Burka und jegliches weitere das Gesicht verdeckende Kleidungsstück ist bereits heute zum Teil verboten (Vermummungsverbot). Eine Hijab zu verbieten wird äußerst schwierig – schließlich würden dann unsere Ordensfrauen auch unter das Verbot fallen, die Bäuerin die bei der Arbeit ihre Haare mit einem Kopftuch bedeckt, und jeder andere, der ein Tuch zum Schutz einer eventuellen Glatze benutzt. Und ein Verbot an der Religion festzumachen ist Gott sei Dank komplett verfassungswidrig. Wenn wir dann jedoch von Kopftuchverboten an z. B. Universitäten sprechen, um die Unterdrückung der Frau zu verhindern, wird die Argumentation endgültig widersprüchlich. Ist die Universitätsstudentin wirklich das klassische Bild einer unterdrückten, meinetwegen zwangsverheirateten Frau? Es gibt im Islam zahlreiche Aspekte, die ich als europäisch denkende Frau ablehne. All diese Aspekte jedoch an einem Kleidungsstück festzumachen ist völlig übertrieben. Und so mancher sollte sich manches Mal auch an das Prinzip „Leben und leben lassen“ erinnern. Dass nun alle aus „Solidarität“ Kopftuch tragen sollten, ist auf jedenfall bar jeder Sinnhaftigkeit. Auch das Kopftuch per se zu verbieten. Wie so oft, liegt der richtige Weg wohl in der Mitte.

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