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    Der Renten-Bluff

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    Zehn Abgeordnete können binnen der nächsten zwei Jahre in Pension gehen. Weil momentan der Zinssatz bei niedrigen 0,08 Prozent liegt, dürfen sich die Rentner in spe auf üppige Vorschüsse freuen.

    Von Matthias Kofler

    Zehn amtierende oder kürzlich ausgeschiedene Abgeordnete des Südtiroler Landtags erreichen innerhalb der nächsten zwei Jahre das vom Regionalgesetz vorgesehene Renteneintrittsalter von 60 Jahren. Zwar wurde im Zuge der Renten-Reform das Pensionsalter der Abgeordneten jenem der Beamten angepasst und auf 66 Jahre und sieben Monate festgelegt.

    Doch anders als die Normalsterblichen können die Abgeordneten ihren Renteneintritt um bis zu sechs Jahre vorziehen, müssen dafür aber eine Kürzung der monatlichen Leibrente um zehn bis zwölf Prozent hinnehmen. Die Politrente beträgt zurzeit rund 2.800 Euro netto im Monat. Einzig Pius Leitner und Eva Klotz, die mehr als vier Legislaturen auf ihrem Buckel haben, konnten ganz ohne Abschlag in Pension gehen.

    Parallel mit ihrem Renteneintritt bekommen die Abgeordneten auch den (an die Region zurückgezahlten) Rentenvorschuss überwiesen. Nach Berechnungen des Regionalratspräsidiums werden die Beträge in etwa jenen entsprechen, welche den Abgeordneten im Zuge der Thaler-Reform im Jahr 2013 zum ersten Mal überwiesen wurden. Man rechnet mit lapidaren Kürzungen von unter zehn Prozent.

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    Der Grund: Zwar wurde bei der Rentenreform 2014 die Lebenserwartung der Abgeordneten nach unten korrigiert und an die staatliche Sterbetafel „IPS55“ angepasst. Die nun etwas geringere Lebenserwartung fällt bei der Neuberechnung der Vorschüsse nur minimal ins Gewicht. Aber: Der zweite Berechnungsparameter, nämlich der Zinssatz, fällt mittlerweile niedriger – und damit deutlich günstigerer als bei der Erstanwendung – aus. Während unter Rosa Thaler ein pauschaler Zinssatz von 0,81 Prozent angewandt wurde, sieht das neue Gesetz vor, dass der Zinssatz je nach aktuellen Daten der italienischen Notenbank variiert.

    Bei der Verabschiedung des Rentengesetzes lag der Zinssatz noch bei 1,5 Prozent. Auf Basis dieses Wertes prognostizierte der Regionalrat eine Kürzung der Vorschüsse um 30 Prozent. Doch mittlerweile liegt der Zinssatz der Notenbank nur mehr bei mageren 0,08 Prozent – er ist also viel niedriger als unter Rosa Thaler.

    Erfreulich für die scheidenden Abgeordneten: Laut Berechnungen des Präsidiums müssen die künftigen Rentner Vorschuss-Kürzungen von bescheidenen fünf bis zehn Prozent hinnehmen. Walter Baumgartner ist der erste Nutznießer der günstigen Umstände: Sein Vorschuss wurde um läppische sechs Prozent von 697.000 auf 652.000 Euro reduziert.

    Zwar geht der Regionalrat davon aus, dass die Zinssätze irgendwann wieder steigen werden. Nur bis dahin haben die zehn angehenden Rentner ihre Schäfchen längst ins Trockene gebracht.

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    Kommentare (13)

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    • andreas

      Auf gut Deutsch haben die Politiker also die bewährte Kohl/Merkel Methode angewandt, nämlich Probleme aussitzen um am Ende doch das gewünschte Ergebnis zu erreichen.
      Na ja, Idealismus sieht anders aus und dass das Ansehen der Politiker weit hinter Gebrauchtwagenhändlern und Versicherungsvertretern liegt, ist dann wohl nicht unbegründet.

    • unglaublich

      Die Politrentenvorschüsse sind ein Symbol der Zeit. Ganz offen wird das Volk vorgeführt, ganz offen werden Privilegien in Anspruch genommen. Die Dummen, nämlich die, welche die Politiker vertreten sollten, werden gedemütigt. Während die einen für immer geringere Renten bis zum Umfallen buckeln müssen, werden andere reicher und reicher.
      Irgendwann wird der Zorn des Volkes nicht mehr aufzuhalten sein und dann passiert das Unaussprechliche wieder.

    • morgenstern

      Man möchte es nicht für möglich halten was für erbärmliche „Qualifikationen“ der öffentliche Futtertrog aus zu halten hat.

    • vogel

      Ich will auch einen Renten- Vorschuss!
      Gleiches Recht für alle, oder gilt dieses „Recht“ nur für diese Gangster?

    • sogeatsschungornet

      Ich erkläre mich auch sofort bereit, mit 60 Jahren anstatt mit 66 Jahren und 7 Monaten in Pension zu gehen, wenn ich einen Vorschuss von 600.000 Euro bekomme!

      • yannis

        wäre nicht schlecht, angenommen man wird 90 Jahre alt macht das 20.000 € /Jahr also gut 1.600 € /Monat, welcher Durchschnitts-Rentner hat das schon ?
        Für den Fall das man den Arsch früher zumacht würden die Nachkommen noch was von der Rente erben, was so bei der Rente nicht der Fall ist.
        Damit wird auch klar wer von den Polit-Renten Raffern am meisten hat, die Nachkommen ! trotz dass die Raffer meinen das „letzte Hemd“ hätte tatsächlich irgendwelche Taschen.

    • huber.pepi@gmail.com

      Frau Stöcker Sie waren ja die ganz große Fuehrerin bei der Rentenreform, mit Ihrem Freund Tappeiner, und nicht die ahnungslose Thaler. Ich habe eine Frage: Wo sind meine Einzahlungen fuer 45 Versicherungsjahre/Arbeit? Keine Ticketbefreiung…..? Frau Stöcker: Politikerpensionen? Kostenlose Versorgung und Geld fuer il.Emigranten? Die leistungswillige Bevölkerung wird mit Ihrem System richtig abgestraft. Beschämend.

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