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    Blick in die Vergangenheit

    bildschirmfoto-2017-03-28-um-15-03-07Das Hotel Karersee mit Kapelle am Karrerpass sowie das Portrait von Ferdinand von Spanien und Portugal hat die Landesregierung nun unter Denkmalschutz gestellt.

    „Alle drei Objekte, das Hotel Karersee und die St. Josef Kapelle am Karerpasses sowie das Portrait von Ferdinand von Spanien und Portugal, die die Landesregierung nun unter direkten Denkmalschutz gestellt hat, ermöglichen einen Blick in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft und haben einen besonderen kulturellen Wert“, unterstreicht Denkmalpflege-Landesrat Florian Mussner.

    Das ehemalige Hotel Karersee steht an der großen Dolomitenstrasse von Kardaun nach Vigo di Fassa unterhalb des Karrerpasses auf 1610 Meter Meereshöhe mit Blick auf den Rosengarten und den Latemar. „Damit tragen wir dem kulturellen Wert dieses Gebäudes, das nicht nur Außen, sondern auch im Inneren besonders ist, Rechnung“, sagt Landesrat Mussner.

    Theodor Christomannos war maßgebend für den Bau der Strasse und des Grand Hotels Karersee verantwortlich. Nach Plänen der Meraner Baumeister Josef Musch und Carl Lun ab 1894 erbaut und 1896 eingeweiht wurde das Hotel bereits 1907 erweitert. Nach einem Brand 1910 erfolgte der Wiederaufbau laut Bestand, und zwar erneut von Musch und Lun. Durch die Erhöhung erreichte das Hotel eine Bettenzahl von 500.

    Der Bau aus Porphyr-Sichtmauerwerk bis zur Erhöhung von 1911/1912 hat symmetrisch vorkragende Risalite mit Vollwalmdächern und ist durch regelmäßige Fensterreihen und Holzbalkone gegliedert. Dem Bau waren großzügige Sonnenterassen sowie ein gärtnerisch gestalteter Vorplatz vorgelagert.

    Im Inneren haben sich die Hotelhalle mit Kassettendecke und Säulen, der ehemalige Speisesaal mit gewölbter Balkendecke nach dem Vorbild der Saaldecke von Schloss Enn bei Montan und dem 1922 datiertem Wandgemälde von Albert Stolz mit der Darstellung des König Laurin sowie der ehemalige gewölbte Salon (Ballsaal) mit dem großformatigen Ölbild des Ortlers vom englischen Hochgebirgsmaler Eward Theodore Compton (1849-1921) und den originalen Leuchtern erhalten. Der Osttrakt des Hotels wurde umgebaut, wobei die originalen Grundrisse mit Gang und Zimmereinheiten erhalten blieben. Die sogenannte American Bar stammt vermutlich aus den 1920er Jahren.

    „Das Karersee Hotel gehört mit dem Sulden Hotel und dem Hotel Pragser Wildsee zu den bedeutendsten Alpenhotels der Zeit und hat sich, zwar mit neuer Nutzung als Ferienappartmentanlage, in seinen prägenden Erscheinungsbild und der zentralen Ausstattung erhalten“, sagt Mussner. Der Landesrat weist auch darauf hin, dass prominente Persönlichkeiten wie Kaiserin Elisabeth von Österreich und Ungarn (1897), Agatha Christie, Karl May (1911), der englische Maler und Bergsteiger E.T. Compton und 1949 der englische Premierminister Winston Churchill im Hotel zu Gast waren.

    Ebenfalls unter Denkmalschutz gestellt hat die Landesregierung mit Beschluss vom 28. März die St. Josef Kapelle beim Hotel Karersee. Diese wurde 1897 ebenfalls vom Verein der Alpenhotels nach Plänen von Musch und Lun erbaut.

    Der einfache neuromanische gemauerte Bau mit abgesetzter Rundapsis und hölzernem Dachreiter war integrierendes Element des Hotels und diente den religiösen Bedürfnissen der Gäste und Wanderer. 1982/83 wurde die Kapelle vom Architektenteam Dejori/Glettner erweitert und mit Glasfenstern der Künstlerin Traudi Erckert ausgestattet.

    „Als herausragendes Gemälde von überregionaler Bedeutung haben wir auch das Portrait des Ferdinand von Spanien und Portugal, das zur Sammlung Villa Freischütz gehört, unter Schutz gestellt“, sagt Denkmalpflege-Landesrat Mussner.

    Das 36 mal 31 Zentimeter große Ölgemälde auf Leinwand zeigt das Portrait von Ferdinand von Spanien und Portugal, Gouverneur der Spanische Niederlande, Kardinal und Erzbischof von Toledo und Feldherr im 30-jährigen Krieg. Ferdiand war der Sohn Philips III. von Spanien und Margarethe von Österreich. Das Gemälde wird dem bekannten herausragenden Porträtisten Antony van Dyck (1599-1641) zugeschrieben und ist um 1625/30 entstanden.

    Die Zuschreibung beruht auf einer Expertise von Professor Guglielmina Gregori aus Florenz sowie auf Vergleichen mit Werken van Dycks. Van Dyck war neben Peter Paul Rubens der bedeutendste flämische Maler des 17. Jahrhunderts. Das Gemälde gelangte mit den Vorfahren der verstorbenen Frau Navarini von Spanien nach Meran/Obermais und ist Teil der Sammlung Villa Freischütz und des Nachlasses Navarini-Ugarte.

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