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    „Eine Einmischung“

    Alex Schwazer (Foto: Colombo)

    Alex Schwazer (Foto: Colombo)

    Der Leichtathletikverband IAAF stellt sich mit einem 28-seitigen Einspruch gegen die Überführung von Alex Schwazers Urinprobe nach Italien.

    von Thomas Vikoler

    Eine potentielle geschädigte Partei, die sich gegen eine gerichtliche Aufklärung eines Manipulationsverdachts stellt. Das klingt paradox, ist im Beweissicherungsverfahren zum zweiten Dopingfall Alex Schwazer derzeit aber das bestimmende Thema: Der internationale Leichtathletikverband IAAF hat Einspruch gegen die Überführung von Schwazers Urinprobe vom Kölner Labor für Biochemie an das RIS-Labor in Parma eingelegt.

    Damit verzögert sich der ursprünglich für Mitte Jänner geplante Transport zusätzlich – falls er überhaupt stattfindet.

    Die deutschen IAAF-Anwälte stellen sich gegen das Rechtshilfeansuchen, das Richter Walter Pelino Ende Jänner an die deutschen Behörden gerichtet hatte. Dies nach der Weigerung des Kölner Labors für Biochemie, die im Herbst beschlagnahmte Urinprobe herauszugeben.

    Die Hauptbegründung des 28 Seiten umfassenden Einspruchs: Die Übergabe von Schwazers Urin an ein ausländisches Gericht stelle eine „Einmischung in die Sportgerichtsbarkeit“ dar, die durch internationale Abkommen geschützt sei.

    Eine eher abenteuerliche Behauptung, denn das würde bedeuten, dass Beweismittel in der Obhut der IAAF bzw. der Antidoping-Agentur WADA für die staatliche Strafverfolgung grundsätzlich ein Tabu wären. Was natürlich absurd ist.

    Auf jedem Fall muss sich nun ein deutsches Gericht – das Oberlandesgericht Köln – mit dem IAAF-Einspruch gegen die „Auslieferung“ befassen. Einen Termin für die Verhandlung gibt es bisher nicht.

    Der Leichtathletikverband stellt sich insbesondere gegen den Umstand, dass die Dopingprobe im RIS-Labor, also außerhalb der sportgerichtlichen Sphäre, untersucht werden soll. Er fordert, dass das Bozner Beweissicherungsverfahren entweder an seinem derzeitigen Aufbewahrungsort in Köln oder im WADA-Labor in Rom durchgeführt wird.

    Das klingt sehr nach Obstruktion und nährt den Verdacht, dass die IAAF nicht wirklich an der Aufklärung des Manipulationsverdachts zur positiven Dopingprobe interessiert ist. Oder etwas zu verbergen hat.

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    Kommentare (6)

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    • goggile

      Ich glaube eine gerechte und schnelle Justis werd ich wohl zu Lebzeiten nicht mehr erleben. Wacht endlich auf und nimmt die Moral in die Gesetzesbücher, dann würde manches menschlicher!
      Im Fall Chiku auch tierlicher!

    • morgenstern

      Und immer wieder die Schwazer Leier, gähn…gähn… schnarch… zzz…schnarch…zzz..

    • ahaa

      Oder einfach nicht auf seine Autoritàt verzichtet.
      Ich glaube nicht das es bei den it.Labors sauberer zugeht.
      Im Fall Chiku wùrde ich als Besitzer mal erfagen wie es sein kann, das Fremde in Bozen die Katze besichtigen konnten.Sie wurde anscheinend in einem kleinen Zwinger gehalten wo sie stàndig fauchte und die Haare zu Berge stehen lies.Keiner wollte sich ihr nàhern.
      Ist es nicht untersagt Tiere zu stressen. die einem nicht mal gehòren und es durch die Beschlagnahmung besser gehen sollte?

      • ft

        „Sie wurde anscheinend…“ Das hat Ihnen sicher die Cousine ihres besten Freunds erzählt. Fragen Sie besser aus welchem Grund ein Wildtier in
        Gefangenschaft gehalten wurde, in einem Käfig. Die ganzen Zoos gehören
        abgeschafft, und private Haltung verboten. Lasst die Tiere in ihrem Lebensraum
        und sperrt sie nicht ein ! Wir Menschen wollen auch nicht hinter Gittern leben.

    • martasophia

      Diese Verweigerung ist ein klares Statement. Wer nichts zu verbergen hat hat das nicht notwendig!

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