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    Ungewisse Zukunft

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    Die Betreibergesellschaft ABD führt den Bozner Flughafen (mindestens) bis zum Jahresende weiter. Die Kosten für den Steuerzahler belaufen sich auf rund 400.000 Euro im Monat.

    Von Matthias Kofler

    Florian Mussner hat den Landtag am Montag über die Zukunft des Bozner Flughafens informiert. Im Rahmen einer Sitzung des 4. Gesetzgebungsausschusses erklärte der Mobilitätslandesrat, dass das Land die Gesellschaft ABD mit der provisorischen Führung des Flughafens bis Ende 2017 beauftragt habe. Mit der öffentlichen Ausschreibung der Konzession, die durch das Referendumsergebnis im Juni notwendig wurde, könne erst nach der wirtschaftlichen Bewertung der ABD durch eine eigene Expertise begonnen werden, sagte Mussner.

    Sollte sich kein Käufer für die ABD finden, wird die Gesellschaft mit den entsprechenden Kosten liquidiert. Die Konzession würde in der Folge der nationalen Flughafenbehörde ENAC zurückgegeben werden, die dann ihrerseits den Betrieb europaweit ausschreibt. Eine Übernahme der ABD durch einen privaten Investor gilt als äußerst unwahrscheinlich. Derzeit gebe es „keine Interessenten“, hieß es am Montag aus der SVP-Fraktion.

    Das bedeutet, dass das Land bis auf Weiteres für die Finanzierung des Flughafens aufkommen muss. Die monatlichen Betriebs- und Sicherheitskosten, die der Steuerzahler für den Flughafen zu tragen hat, werden auf rund 400.000 Euro geschätzt – dies auch ohne Linienbetrieb.

    Die endgültige Einstellung der öffentlichen Finanzierung kommt frühestens nach Veräußerung der ABD-Anteile des Landes. Ein Termin steht noch nicht fest. Der SVP-Abgeordnete Oswald Schiefer sieht darin kein Problem: „Die Bürger haben sich beim Referendum für die Beibehaltung des Status Quo – also gegen eine Erhöhung der Anzahl der Flüge ausgesprochen. Das heißt: So wie es jetzt ist, kann es ruhig bleiben.“ Sollte sich kein Interessent für den Flughafen finden, dann sei es „nicht Sache des Gesetzgebers, sondern die Aufgabe der Landesverwaltung, eine Lösung zu finden“, so Schiefer.

    Die Abgeordneten fühlten dem Mobilitätslandesrat am Montag richtig auf den Zahn. Auf Nachfrage erklärte Florian Mussner, dass er derzeit keine genauen Zahlen zu den Flügen am Bozner Airport vorliegen habe. Es handle sich um Sportflieger, einige Charterflieger sowie um die Militärflüge, über die man allerdings nichts Genaues wisse.

    Aus einer Landtagsanfrage des Grünen Riccardo Dello Sbarba ging hervor, dass im Oktober vom Bozner Flughafen aus 1.242 Starts und Landungen abgewickelt wurden. Ein Top-Wert, gemessen an den Zahlen der Vorjahre. Der Abgeordnete Andreas Pöder (BürgerUnion) kündigte eine weitere Anfrage zu dem Thema an, um Details in Erfahrung zu bringen.

    Indes lehnte der 4. Gesetzgebungsausschuss den von den Grünen vorgelegten Entwurf zur Führung des Zivilflughafens Bozen ab. Andreas Pöder und Riccardo Dello Sbarba stimmten als einzige Abgeordnete für den Entwurf, die SVP-Mehrheit (Oswald Schiefer, Magdalena Amhof, Helmuth Renzler, Veronika Stirner) stimmte dagegen, während sich der Freiheitliche Walter Blaas enthielt.

    Die Ablehnung des Gesetzes sei eine „reine Formalität“ gewesen, nachdem der Entwurf, mit dem die Zuständigkeiten des Landes für den Flughafen neu definiert und eine geordnete Abwicklung des Airports geregelt werden sollen, bereits im Oktober 2016 andiskutiert worden sei, erklärte der Ausschussvorsitzende Oswald Schiefer. „Derzeit besteht dafür kein Bedarf, nachdem die Verfassungsreform, mit dem die Zuständigkeiten der Regionen neu geregelt werden sollten, abgelehnt wurde“, begründete der SVP-Politiker sein Nein zum Grünen-Entwurf.

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    Kommentare (29)

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    • werner

      Der Flugplatz Asiago kommt mit 1/100stel des Geldes von Bozen aus. Allerdings funktioniert dort alles besser. Deswegen findet sich hochwahrscheinlich ein Käufer, aber mit der Bedingung das der Politiker zurücktritt und die Angestellten mitnimmt.

    • gerry

      Was redet Schiefer für einen Scheiß. Die Bürger haben sich gegen den Flughafen ausgesprochen u. gegen eine weitere Finanzierung durch das Land. Der Ausstieg war bis Juni 2017 geplant und auch der Bevölkerung versprochen worden. Man will hier nur Zeit gewinnen und die Bürger verunsichern mit falschen Zahlen.

      • gynne

        Genau !! Ich habe die Eier gestrichen voll von den ganzen VERLOGENEN Haufen in der SVPD !!!
        Der Schiefer soll seine Pappm hebm wenn lei Bledsinn auser kimmt !!!
        Die Bevölkerung hat sich GEGEN DIE FINANZIERUNG ausgesprochen und nicht gegen mehr Flüge!!! KEINE STEUERGELDER FÜR DEN FLUGHAFEN ! Kapiert SCHIEFER !!!!!!!!

      • Schiefer… 😀 😀 😀 😀 😀

        der hots no net kapiert?

    • saustall_kritiker

      Schauts Leute, den SVPlern und allen voran Mussner, Schiefer und Co ist es anscheinend schnurzegal, ob der Steuerzahler mehr oder wie lange bezahlt. Das haben wir erst anlässlich des gestrigen Busstreiks wieder gesehen. Hat doch der Personalchef der Sad in einer Gewerkschaftsversammlung letzte Woche gesagt, der Sad sind die Streiks auch deshalb wurscht, weil sie laut GEPLANTEN Buskilometern vom Land Geld kriegt. Laut geplanten, also NICHT EFFEKTIV GEFAHRENEN! Es wäre also höchst an der Zeit einmal genau zu überprüfen, was im Ressort Mussner eigentlich so läuft. Denn wenn an einem Streiktag wie gestern kein oder nur wenige Busse fahren, bekommt die Sad vom Land gleich viel Geld wie an einem anderen Tag, wo alle Busse fahren. Aber nicht genug: Die Sad verdient noch dran, denn sie spart am Streiktag Sprit und Personalkosten, da dem Personal sehr wohl die Streikstunden vom Gehalt abgezogen werden. Harter Tobak, der verdammt nach Vetternwirtschaft alten Stils riecht. Pfuiiiiiii! Daher sind wohl auch die Streiks bei SAD mittlerweile häufiger als bei Trenitalia. Wo ist der so genannte Bund der Steuerzahler und was sagt der dazu? SCHWEIGEN IM LANDE…..

    • perikles

      Die Politik wundert sich, dass alle möglichen Populisten wie Trump usw. vermehrt Zulauf haben.
      Mich wunderts immer weniger…das Referendum zum Flughafen war klar, die Aussagen des Landeshauptmanns ebenso..bei einem Nein wird der Flughafen zugesperrt..aber wohl erst am St. Nimmerleinstag..bei dieser Hinhaltetaktik fühlen sich wohl die meisten zurecht verarscht.

      • andreas

        Dann lies dir nochmals die Frage beim Referendum durch, es war so angekündigt.
        Dass der Flughafen geschlossen wird, stand nie zur Debatte, nur dass das Land bei der Finanzierung aussteigt und die ABD verkauft.
        Dass diese aber keiner haben will und es sich rausziehen wird, war auch schon beim Referendum bekannt.

    • thefirestarter

      Hätte der LB Kompatscher auch nur einen cm Rückgrat wäre er nach dem ABD-Referendum zurückgetreten. Zumindest in dieser hinsicht war Renzi besser.
      Der Flughafen gehört dicht gemacht und das sofort zumindest was den zivilen Teil anbelangt und dann über eine Schliessung des militärischen Teil verhandeln…. ein paar hundert Wohnung für Militärangehörige mehr im Land machens auch nicht mehr aus.
      Das Container/Schlaf-lager der Berufsfeuerwehr kann ja besten bleiben.

    • susi

      Warum werden immer noch öffentliche Gelder für dieses Grab verschwendet? Zusperren und vergessen. Und einen Freizeitpark für die Bevölkerung stattdessen auf diesem Areal einrichten.

    • drago

      Es wird im Artikel nur davon gesprochen, wieviel ausgegeben wird, nichts davon, ob es irgendwelche Einnahmen gibt. Das Land wird ja dazu verpflichtet sein, den Flughafen zu betreiben, bis die Konzession nicht an den Staat zurück gegeben wurde, aber sind auch die Tarife für die Freizeit- und Charterflüge vorgeschrieben? Ein gemeiner Vorschlag: die Tarife soweit zu erhöhen, dass keiner mehr fliegt; dann kann auch ein Großteil der Personalkosten eingespart werden. 🙂

      • thefirestarter

        Verpflichtet sein… so ein schmarrn.
        Was wollen Enac & Co. tun wenn der LB Kompatscher (was er nicht tut weil er kein Rückgrat besitzt) entschliesst das kein Cent Steuergeld mehr für ABD verschwendet wird.
        Was wollen sie tun wenn morgen keiner den Airport mehr aufsperrt?
        Die Wartungen eingestellt werden?
        Schluss mit der Verarschung. Das Volk hat eine klare Entscheidung getroffen und die ist umzusetzen.

        • andreas

          Die Vorgehensweise war beim Referendum klar. Jetzt dem LH einen Vorwurf zu machen, nur weil du die Frage nicht verstanden hast, entspricht aber dem Zeitgeist, du liegst also voll im Trend.

          • thefirestarter

            Der Wille des Volkes der durch das Ergebnis des Referendums mehr als klar zum Ausdruck gekommen.
            Keine weitere öffentl. Finanzierung des ABD!

            Was verstehst du da nicht?

            • andreas

              Grad wegen Leute wie dir bin ich gegen Referenden, da sie gar nicht wissen über was sie eigentlich abstimmen.
              Aber wie geschrieben, du liegst im Trend, jeder macht sich seine eigenen Fakten, auch wenn sie gar nichts mit der Realität zu tun haben.

            • marting.

              der SVP senfomat versteht nicht was das Volk will
              deswegen ist er auch bei der SVP
              denn dort versteht das auch niemand

    • sepp

      noch den Referendum gehört do Olles veriiegelt und zuigsperrt und die schlüssel in die Etsch geworfen
      nochen Referendum red a der schiefer itz gscheide ober so jemand wird nett ernst genommen für solche Politiker isch sowieso dir erste und letzte legislatur leisten nix

    • thefirestarter

      Die LR mit dem LB an de Spitze hat seit dem Referendum nichts getan um eine Schliessung des Flugfeldes zu ermöglichen. Sie warten ab, es sind ja eh nur Steuergelder.
      Sie haben nicht verstanden das das Volk einfach die Schliessung des Flugfeldes (nicht nur der ABD Gesellschaft) will.
      Das kann man erreichen in dem man die Vorraussetzungen für den Betrieb des Flugfeldes durch geeignete Massnahmen verschlechtert. (zusätzliche Auflagen für Flieger, Ausweitung der Nachtruhe, Abzug der BFW, Erhöhung der Spritpreise und Handling, herabstufung des Flugfeldes. usw.)
      Investoren müssen erkennen das sich eine Investiton einfach nicht rechnet. ENAC muss verstehen das wir das Flugfeld einfach nicht wollen.

      Für mich hat der LB Kompatscher den entscheidenden Fehler gemacht nach dem, für ihm katastrophalen Ausgang des Referenndums, nicht zurückzutreten. Damit zeigt er einmal mehr was ihm und „unseren“ Berufs-Politikern wirklich wichtig ist. Der Sessel.

    • hansjoerg

      Ja das ist unser Kurtatscher ex Bürgermeister

    • yannis

      Wer schmiert denn den Kompatscher und Konsorten täglich frisches Pattex auf die Sessel ?

      Was soll das mit den hinaus zögern der Schließung dieses Hobby-Flugplatzl ? Einen Betreiber dafür findet sich auch in 10 Jahren, nicht mal für Geschenkt, weil dieser keine einzige Airline findet die sich für diese „Dorf-Destination“ interessiert.

    • sepp

      frog mi oans wo sein die wutbürger gitraun sie sich nimmer die pape au zutien

    • ambedue

      I hon ban Flugplotzreferndum mit JO gstimmt, weil i vermuatet hon, dass ba NA die Kosten trotzdem in Volk aufgholst werden. Lieg i richtig ? So gsegn wor des NA a Eigentor.
      I woass, @andreas isch a PRO, er argumentiert zum Thema mit Fakten, net mit Wunschdenken.

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