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    „Happige Geschichte“

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    Die Freiheitlichen sind empört: Das Hauptargument für die Schließung der Kleinspitäler – die hohe Zahl an Kaiserschnitten – sei nicht länger haltbar.

    von Matthias Kofler

    Pius Leitner und Co. laden heute zu einer Pressekonferenz. Unter dem Titel „Jetzt ist es amtlich – Hauptgrund für Schließung der kleinen Geburtenstationen entfällt“ erheben die Freiheitlichen schwere Vorwürfe gegen die Landesregierung.

    Zur Erinnerung: Die Schließung der Geburtenstationen von Sterzing und Innichen war von der Landesregierung unter anderem damit begründet worden, dass Rom die Regionen zu einer Reduzierung der Zahl der Kaiserschnitte an den Geburtenstationen aufgefordert habe. Diese würden zu hohe Kosten verursachen und seien mit großen Sicherheitsrisiken verbunden.

    Nun haben es die Freiheitlichen jedoch Schwarz auf Weiß: In keiner Geburtenstation gab es prozentuell so wenige Kaiserschnitte wie am Krankenhaus Sterzing. Von insgesamt 460 Geburten wurden im Jahr 2015 exakt 97 per Kaiserschnitt durchgeführt, im ersten Halbjahr 2016 waren es 64.

    Dies geht aus einer Anfrage von Pius Leitner an die Landesregierung hervor.

    Aus dem ihnen vorliegenden Zahlenmaterial ziehen die Freiheitlichen folgenden Schluss: Aufgrund Schließung der Geburtenstation an den Kleinspitälern wird die Zahl der Kaiserschnitte an den Basiskrankenhäusern ansteigen. Als noch alle kleinen Geburtenstationen geöffnet waren, hatte Südtirol mit 25 Prozent italienweit die geringste Zahl an Kaiserschnitten. Nun kehrt sich der Trend um, befürchten die Freiheitlichen. Das Personal an den Basiskrankenhäusern ist besorgt, dem Ansturm nicht mehr Herr zu werden.

    2014 wurden landesweit 1.362 Geburten per Kaiserschnitt durchgeführt, 2015 waren es 1.287, im ersten Halbjahr 2016 jedoch schon 690. Während in Bruneck im ganzen Jahr 2015 exakt 187 Geburten mittels Kaiserschnitt durchgeführt wurden, sind es heuer im ersten Halbjahr schon 117. Am stärksten angestiegen ist die Zahl der Kaiserschnitte in Bozen: Im Jahr 2015 waren es 378, im ersten Halbjahr 2016 bereits 222.

    Dies sei eine „happige Geschichte“ und zeige, dass die Schließung der kleinen Geburtenstationen nicht den erhofften Effekt gehabt habe – nämlich die natürlichen Geburten zu stärken, sagt Tamara Oberhofer. Die Freiheitliche unterstreicht, dass das Personal keine Schuld an der gegenwärtigen Situation habe. „Mir sagen Frauen, dass sie Angst haben, aus Platzmangel auf dem Krankenhausgang gebären zu müssen“, beschreibt die Abgeordnete. Ihre Partei werde jedenfalls bis zuletzt darum kämpfen, dass die Geburtenstation von Sterzing erhalten bleibe.

     

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    Kommentare (5)

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    • steve

      Die Dame im Bild hat es immer noch nicht verstanden: es war kein Personal für eine Geburtenstation mit 150 einheimischen Geburten da!!

    • andreas

      Seit wann sind die Kaiserschnitte der Hauptgrund?
      Steht sogar im Text, dass es unter anderem ein Grund war, von Hauptgrund steht da nichts.

      Hat eine Frau eigentlich schon auf dem Gang gebärt oder ist Frau Oberhofers lächerliches Argument unbegründet?
      Gut, ich habe mir die Frage ja schon selbst beantwortet. 🙂 🙂

    • hubi

      Mehr als ein Schweinestall ist die ganze Sanitätseinheit nicht. Und die Politik ist noch der schlimmere Dreckstall. Die Leute die dort bestimmen, haben wenig gearbeitet und tun nur abkassieren und können nicht 1+1 zusammenzählen.
      Es wird sehr wohl kostengünstiger und sicherer sein, wenn eine Sterzingerin vor Ort in das Krankenhaus gehen kann um das Kind zur Welt zu bringen als wohlmöglich nach Brixen oder gar nach Bozen zu fahren. In Sterzing kosten die Arbeiter nicht mehr als in Bozen oder Sterzing.

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