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    Die Kauf-Drohung

    imageSAD-Chef Ingemar Gatterer spricht gegenüber dem Land eine seltsame Drohung aus: Nämlich 65 Linienbusse zu kaufen – ohne Landesförderung.

    (tom) Beschluss der Landesregierung Nr. 562 vom 24. Mai sorgte in der Bus-Szene für große Aufregung. Kleine Mietwagenunternehmer, im LVH und dem Konsortium KSM zusammengefasst, organisierten ein dringendes Treffen mit Mobilitätslanderat Florian Mussner. Sie sprachen dabei von drohenden Betriebsschließungen, dem Ende vieler kleiner Transporteure.

    Die Landesregierung hatte nämlich entschieden, dass Unteraufträge von Bus-Konzessionären zuerst an Unternehmen vergeben werden müssen, die ihre Busse mit öffentlichen Zuschüssen angekauft haben. Kurz: Geförderte Busse vor privaten Mietwagenunternehmern.
    SAD-Chef Ingemar Gatterer (sein Unternehmen bedient sich zur Abdeckung der Dienste nicht selten der kleinen Transporteure) hat bereits heftig gegen Beschluss Nr. 562 protestiert.

    Nun legt er in einem Schreiben an Landeshauptmann, Ämter, KSM und SVP-Parteileitung nach – mit einer seltsamen Drohung: „Sollte der Beschluss nicht innerhalb August ausgesetzt werden, wird SAD mit Eigenmitteln 65 neue Busse ankaufen und alle Dienste selbst erbringen. Der Tatbestand einer Unterbeauftragung eröffnet sich dann nicht mehr, wodurch weder andere Linienkonzessionäre noch Mietwagenunternehmen in den Genuss von Fahrleistungen kommen werden“, schreibt Gatterer.

    Die Botschaft lautet also: Diejenigen, die Busse mit Landesförderungen gekauft haben (damit meint er insbesondere die im Konsortium Libus organisierten Konkurrenten Silbernagl und Pizzinini) bräuchten sich keine Hoffnungen machen, den Vorzug vor den kleinen Mietwagen-Unternehmern auf SAD-Linien zu erhalten.

    Die SAD werde die notwendigen Linienbusse eben selbst kaufen.
    Wann hat ein Unternehmen in Südtirol zuletzt dem Land gedroht, auf Landesförderungen zu verzichten?

    SAD-Boss Gatterer ist nämlich der Ansicht, dass es keinen gesetzlichen Zwang gibt, die aktuelle Regelung zu den Subkonzessionären zu ändern. „Dieser Entscheidung liegt keine juristische, sondern ausschließlich administrative Willkür zugrunde“.

    Denn die „Begünstigungspolitik“ des Landes, so heißt es in dem Brief wörtlich, bringe den SAD-Konkurrenten einen weiteren Vorteil: „Die Linienverkehrsdienste können ausnahmsweise an Mietwagenunternehmer mit Fahrer weitergegeben werden, wenn die anderen Linienkonzessionäre nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen“, heißt es im Beschluss.

    Also auch: Mit Eigenmitteln finanzierte Busse von Konzessionären vor Mietwagenunternehmern.
    Gatterer spricht von einem „amtlich vorgegebenen Auftragsentzug“.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (13)

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    • andreas

      Die Drohung macht schon Sinn, Gatterer duldet anscheinend keinen „Herrgott“ neben sich… 🙂

      Was mich mehr interessieren würde ist, warum sich Gatterer so sicher ist, die Konzession bei einer europaweiten Ausschreibung wieder zu bekommen, denn ohne diese würde er die 65 Busse wohl nicht brauchen, außer er würde eine Fernbuslinie aufbauen.

      • ahaa

        Wurde schon letztes Jahr beschlossen.Daher mussten seine Fahrer auch nebenbei viele Tickets stempeln,das er sie bekommt.Wurde so ausgemacht.
        Ansonten müsste er schließen,da er den Sitz nicht in Südtirol hat.

        • andreas

          Von was schreibst du?
          Die Konzession für den öffentlichen Nahverkehr in Südtirol, was bis jetzt die SAD gemacht hat, wir meines Wissens 2017 europaweit ausgeschrieben.
          Was soll er da schon beschlossen haben?

          Gatterer will, laut seiner Aussage, für die Ausschreibung eine Kooperation mit der Deutschen Bahn eingehen und er ist sich sicher, dass er gewinnt, warum auch immer.

          • ahaa

            Lass das „will“ weg.Ist schon.Und der Rest würde dich nur verwirren. 🙂

            • andreas

              Er hat die Konzession, welche noch europaweit ausgeschrieben werden muss, also schon und dir ist dies bekannt…..ahaa

              Schreib in ganzen und verständlichen Sätzen, wenn mir etwas sagen willst, sonst lass es lieber bleiben.

    • xy

      Warscheinlich wird er von seinem Paten ( südtirolerisch“ Teta“) guuuuut beraten.

    • gatterer, der von begünstigungspolitik des landes spricht ist ein starkes stück….
      ingomar- wer hat dir denn dein schloss gekauft, denk mal scharf nach, da kommst dann sogar DU drauf….

    • martasophia

      Die Gier ist das Muttertier vom goldenen Kalb!

    • ft

      Wahrscheinlich leider der junge Mann an dem typischen Südtiroler „Mir sein mir “
      Syndrom, gekoppelt mit einer gehörigen Portion Selbstüberschätzung. Wenn das
      nur gut geht. Sich mit der Landesverwaltung anlegen, drohen und Termine setzen, hat noch nie viel gebracht. Die Politiker und Beamten sitzen auf dem längeren Hebel.

      • andreas

        Er beansprucht ja auch das Nutzerprogramm des öffentlichen Dienstes, welches vom Land eingerichtet wurde, für sich und will es dem Land für 15 Millionen verkaufen. 🙂
        Ich nehme mal an er wusste, warum er sich Durnwalder in die SAD geholt hat.

    • besserwisser

      Pollitiker kommen und gehen, und das ist richtig so. Politiker haben Steuerungsaufgaben und müss(t)en sich darum kümmern dass das Land in die richtige Richung gesteuert wird.
      Die Beamten kümmern sich um die Einhaltung der Spielregeln.
      Das funtkioniert in letzter Zeit in Südtirol meiner Meinung nach schon.

    • Typischer Fall von Beamten-Willkür in Südtirol! Aber zum Glück gibt es noch Unternehmer welche sich nicht von diesen Typen einschüchtern lassen!

      Die Politiker sind ja längst schon nur noch die Marionetten dieser „Kaste“!

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