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    „Hatte fast schon aufgegeben“

    robert neumairIn seinem Studio in St. Lorenzen zimmert Robert Neumair Filmmusik, die das Zeug zu etwas Großem hat. Ein Gespräch über das Leben mit Musik, den plötzlichen Erfolg und die Schwierigkeiten, in einer neuen Branche Fuß zu fassen.

    TAGESZEITUNG Online: Herr Neumair, Sie machen Filmmusik. Wie kam es dazu?

    Robert Neumair: Mehr oder weniger zufällig. Ein Orchesterkollege hat meine Kompositionen gesehen und gemeint, dass sich das gut als Filmmusik eignen könnte. Das war 2009. Nach und nach hat mich das immer mehr beschäftigt. Ich habe mich dann über Wettbewerbe erkundigt und mehrere kleinere Projekte gemacht.

    Wo konnte man Sie schon hören?

    Anfangs habe ich an Wettbewerben teilgenommen. Letzthin habe ich die Musik von „Die Haiziaga von Gsies“ für die RAI, einige Imagefilme für Kronaction und kleinere Dokufime gemacht.

    Sind Sie viel unterwegs oder arbeiten Sie vor allem von zu Hause aus?

    Es ist so: Zur Hälfte arbeite ich für das Orchester in Saarbrücken, eine Woche im Monat bin ich dort im Dienst, ansonsten bin ich mit Bozen Brass unterwegs. Die Filmmusik aber schreibe ich vor allem in meinem Studio in St. Lorenzen. Dort habe ich das nötige Equipment und die nötige Ruhe.

    Wurde Ihnen die Musik sprichwörtlich in die Wiege gelegt?

    Das kann man so sagen (lacht). Mein Vater spielt seit vielen Jahren Tanzmusik. Etwas Gscheites hab ich nicht gelernt… So bin ich bei der Musik geblieben. In Innsbruck habe ich dann Trompete und Klavier studiert, aber nicht fertig gemacht. Vor dem Abschluss habe ich beim Bayrischen Rundfunk als Praktikant angefangen, damit hat die Arbeit begonnen. Komposition an und für sich habe ich nie studiert. Ich habe selbst ein wenig ausprobiert und mir einiges beigebracht.

    Ihre Arbeit wurde jetzt beim „Marvin Hamlisch Film Scoring Contest 2016“ in New York preisgekrönt. Ist das der Höhepunkt Ihrer Karriere?

    Auf jeden Fall. Das Schreiben von Filmmusik macht mir brutal viel Spaß, aber es ist sehr schwierig, in der Szene Fuß zu fassen. Die Konkurrenz ist groß und wenn man keine besonderen Kontakte hat, kommt man nur schwer weiter. Umso mehr freue ich mich jetzt über diese Auszeichnung. Das könnte die große Chance für mich werden.

    Was möchten Sie noch erreichen?

    Mein Ziel ist es, von der Filmmusik leben zu können. Das würde mir gefallen. Alles andere kann man nicht vorhersagen. Derzeit arbeite ich im Orchester, bei Bozen Brass und ich unterrichte auch.

     

     

    Das gesamte Interview von Silke Hinterwaldner mit Robert Neumair lesen Sie am Samstag in der Print-Ausgabe.

     

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