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    Pfunderer Orgie

    14_-JugendlicheIm Jugendraum von Pfunders würden Minderjährige sehr viel Alkohol trinken und rauchen: Eltern schlagen Alarm. Die Verwalter beruhigen.

    von Silke Hinterwaldner

    „Natürlich wird da Alkohol getrunken und geraucht“, sagt ein junger Mann, „und viele gehen dann mit einem Rausch heim. Wenn im Jugendraum etwas los ist, weil jemand Geburtstag hat oder es sonst etwas zu feiern gibt, dann tun wir das auch.“ Nicht selten kursierten nach den Partys Bilder auf Snapchat, die das anschaulich untermauerten.

    Der junge Mann, von dem hier die Rede ist, stammt aus Pfunders und ist gerade 15 Jahre alt. Er erzählt ganz offen über das, was sich im Vereinshaus von Pfunders an manchen Abenden und Nächten abspielt. Dabei weiß er freilich, dass es nicht ungefährlich ist Alkohol zu trinken und zu rauchen, gerade im jugendlichen Alter.

    Ist das, was im Jugendraum von Pfunders passiert, normal? Oder wird hier eine Grenze überschritten, was sehr gefährlich werden kann?

    Manche Eltern machen sich große Sorgen. Das geht aus einem anonymen Brief hervor, der unter anderen den Bürgermeister der Gemeinde Vintl erreicht hat. Was in diesem Brief angeprangert wird, kann nicht unbedingt in einer Zeitung zitiert werden. Aber die Rede ist von „Komasaufen und Radau“. Dabei mahnen diese Eltern auch an, dass die Vertreter von Vereinen und Gemeinde, die für das Vereinshaus zuständig sind, sowie der Pfarrer und die Carabinieri zwar über die Zustände informiert worden wären, aber es habe sich nichts gebessert.

    Derlei Vorwürfe will und kann Walter Huber nicht auf sich beruhen lassen. Der Bürgermeister von Vintl hat umgehend ein Treffen in Pfunders organisiert. Mit dabei waren alle, die im Brief angesprochen wurden. Während der Sitzung am Dienstag dieser Woche wurde schnell klar: „Die im Brief geäußerten Behauptungen sind haltlos. Vertreter der Vereine und auch alle anderen sind vielmehr erbost darüber, dass so etwas behauptet wird“, erklärt der Bürgermeister.

    An und für sich sind Jugendräume in den Dörfern eine gute Sache. Dort können sich Kinder und Jugendliche mit ihren Altersgenossen treffen und je nach Alter und Interessen plaudern und spielen. Aber auch eines lässt sich ganz bestimmt nicht leugnen: Sobald die Jugendlichen ein bestimmtes Alter erreichen, wird Alkohol zum Thema. Es mag schon sein, dass der Konsum von alkoholischen Getränken, vor allem von Superalkoholika, in diesen Räumlichkeiten untersagt ist. Aber wer kontrolliert das? Gibt es eine Aufsichtsperson? In manchen Dörfern nehmen jene, in deren Obhut sich die Schlüssel befinden, ihre Aufsichtspflicht sehr genau. Andernorts wird den Jugendlichen größere Freiheit zugestanden. Aber eines ist klar: Spätestens sobald Fälle von „Komasaufen“ in einem öffentlichen Gebäude gemeldet werden, müssen sich die Verantwortlichen einschalten.

    Dass die Situation in Pfunders besonders schlimm sei, will der Bürgermeister nicht gelten lassen. „Wir haben hier“, sagt Walter Huber, „eine sehr rege Vereinstätigkeit. Und das ist gut so. Aber jetzt fühlen sich alle durch den Kakao gezogen.“ Die Stimmung im Dorf Pfunders ist derzeit wohl nicht die allerbeste.

    Um zu unterstreichen, dass alles seine Ordnung haben soll, wurden beim Treffen am Dienstag auch Regeln vereinbart, die für den Aufenthalt im Vereinshaus zu gelten haben.

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    Kommentare (3)

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    • dr.sheldoncooper

      frau hinterwaldner, ihr nachname macht ihnen alle ehre…
      so was als orgie zu bezeichnen ist schon sehr gewagt 🙂

    • honisla

      Sehr geehrte Redaktion von der Tageszeitung,

      ich möchte Ihnen hiermit mitteilen dass in den Jugendräumen bzw Vereinslokalen in Pfunders nichts anderes geschieht als wie im restlichen Teil von Südtirol . Des weiteren finde ich es sehr schade, das manche Personen bzw Medien solcher Artikel aus Sensationslust veröffentlichen und damit die gesamte ehrenamtliche Tätigkeit von Pfunders in ein schlechtes Licht rücken, aufgrund von Behauptungen einer einzelne „ANONYMEN“ Person die der Wahrheit nicht entsprechen. Dazu ist noch zu sagen das die Jugend von Pfunders mit großen Fleiß und Eifer ihre unentgeltliche Arbeit in der Vereinen verrichtet. Natürlich gehört das gemeinsamen Zusammensein danach wie überall dazu, aber Orgien und Komasaufen sind dort sicherlich nie vorgefallen.

      Danke, schönen Tag und gute Arbeit

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