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    „Armes Mädl“

    „Armes Mädl“

    Karl Zeller reagiert im TAGESZEITUNG-Interview cool auf die Vorwürfe der Satiresendung „Le Iene“ – und droht mit einer Klage. 

    TAGESZEITUNG Online: Herr Senator, laut der Satiresendung „Le Iene“ wird die Sekretärin Ihrer Anwaltskanzlei mit öffentlichen Geldern bezahlt. Was sagen Sie zu den Vorwürfen? 

    Karl Zeller: Im Bericht werden eine Reihe von falschen Behauptungen und Unwahrheiten verbreitet: Meine Sekretärin ist seit 20 Jahren in der Anwaltskanzlei fix angestellt und erhält für diese Tätigkeit von meiner Kanzlei einen regulären Lohn von 2.200 Euro brutto. Es ist also  falsch, dass der Senat die Sekretärin meiner Kanzlei bezahlt. 

    Sondern?

    Als Vorsitzender der Autonomiegruppe benötige ich vor allem in der Zeit, in der ich mich in Südtirol aufhalte – das sind rund drei Tage in der Woche – eine  Mitarbeitern, die für mich die Korrespondenz in deutscher Sprache, Termine usw. erledigt. Für diese Zusatztätigkeit für die Autonomiegruppe, die nichts mit der Tätigkeit in der Kanzlei zu tun hat, erhält meine Sekretärin eine kleine Entschädigung von ein paar Hundert Euro. Ich habe diese Form der Zusammenarbeit, die keine Anwesenheit in Rom voraussetzt, weil es sich nicht um ein abhängiges Arbeitsverhältnis mit der Autonomiegruppe handelt, vor dem Vertragsabschluss vor anderthalb Jahren von einem Arbeitsberater prüfen lassen. Die von mir gewählte Vorgangsweise ist völlig rechtskonform und wurde auch von der Revisionsgesellschaft, die Bilanzen der Autonomiegruppe prüft, nie beanstandet. Diese Form der Zusammenarbeit  ist für die Autonomiegruppe und damit den Steuerzahler sicherlich die günstigste Variante. Ich kann die Sekretariatsarbeit doch nicht selber verrichten.

    Wie können Sie sich diesen Bericht erklären?

    Das geht alles auf eine ehemalige Journalistin der Autonomiefraktion zurück, die ich im vergangenen Jahr entlassen habe. Sie hat mir nach ihrer Entlassung angedroht, mit allen möglichen Geschichten an die Öffentlichkeit zu gehen.

    Wie wollen Sie nun weiter vorgehen?

    Ich behalte mir rechtliche Schritte gegen die „Iene“ vor. Zum einen, weil im Bericht diffamierende Unwahrheiten verbreitet werden. Zum anderen sind die brutalen Methoden, die hier an den Tag gelegt wurden, nicht akzeptabel. Sie sind ohne Erlaubnis in mein Büro eingedrungen und haben das arme Mädl dort bedrängt.

    Glauben Sie, dass die „Iene“ noch weitere Berichte gegen Sie senden werden? 

    Das können sie ruhig tun: Ich habe ein reines Gewissen. Ich werde langsam älter, die Haare werden von Tag zu Tag grauer – solche haltlosen Vorwürfe perlen an mir ab.

    Interview: Matthias Kofler

     

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    Kommentare (8)

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    • rota

      Mein lieber Herr Zeller
      warum haben Sie nicht gegenüber diesen Satire – Reporter so argumentiert wie in diesem Interview?
      Da hatten sie einfach nur keine Zeit und hunger, oder?
      Bilder sprechen eine andere Sprache:
      Der Anschein zeigt eine völlig ertappten und verdutzten nassen Pudel. Keinen Mensch mit Argumenten!!

    • dr.sheldoncooper

      rota hat recht- der zeller sah aus wie ein kind,
      das man mit der hand im marmeladenglas ertappt.
      und welche deutsche korrespondenz muss man denn bitte für den italienischen senat erledigen??
      im video sah man doch ganz klar dass das arme
      mädl eine empfangsdame ist…

    • carlotta

      gebe meinen „Vorschreibern“ recht… hintenoch reitet die Urschl…
      im übrigen verstehe ich die 3 Tage Woche in Südtirol nicht… Abgeordneter in Rom, aber 3 Tage in der Woche in Südtirol.. soll heissen mo, di, mi.. wann genau ist der Zeller dann in Rom?? einen Tag? weil mir kann niemand weiss machen, dass am montag oder freitag in Rom gearbeitet wird…

    • maco

      In Deutschland mussten Politiker schon für ein Briefpapier ihren Hut nehmen. Warum zur Hölle braucht man für drei Tage in der Woche eine Sekretärin? Um den Flug oder das Zugticket nach Rom zu buchen? Hoffe hier wird lückenlos aufgeklärt und dieser Selbstbedienungsladen endlich dicht gemacht. Das ganze Senatorengeschäft gehört abgeschaft. Es kann nicht sein, dass für drei Tage Arbeit in der Woche solche Summen an Steuergeldern ausbezahlt werden. Bin auf die Klage von Zeller gespannt, Zeit genug hätte er schließlich in Rom…

    • wollpertinger

      Der Zeller ist mir zutiefst unsympatisch und ich teile seine politische Linie in keiner Weise. In diesem Fall muss ich ihn jedoch verteidigen. Die RAI-Fernseh-Hyänen haben ihre Sachen geschickt zusammengeschnitten, die Argumente des Herrn Zeller hört man nicht, nur die falschen Beschuldigungen der Hyänen und den abschließenden Kommentar des Zeller, dass er essen gehen will. Das erinnert an die Zensur-Meisterleistung des ORF bei der Übertragung des Landesfestumzuges 2009 in Innsbruck, als man es geschafft hat, aus einer live-Übertragung alle „politisch unerwünschten“ Transparente auszublenden, indem man immer bei ihrem Erscheinen ein angebliches Live-Interview eingeblendet hat. Man redet heute oft von Lügenpresse, gelogen wird aber im Fernsehen viel mehr, dagegen sind die Lügen der Presse eher harmlos..

    • yannis

      @wollpertinger

      bin bei Dir, insbesondere zum Thema „Lügenpresse“ bzw. manipuliertes Fernsehen.

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