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    „Die Götter sind gefallen“

    Hannes Kerschbaumer: Eruptive, rasende Klangkonstellationen (Foto: rol-art Images)

    Hannes Kerschbaumer: Eruptive, rasende Klangkonstellationen (Foto: rol-art Images)

    Das ensemble chromoson bringt beim Festival Zeitgenössischer Musik zwei Werke von Salvatore Sciarrino und eine Uraufführung von Hannes Kerschbaumer auf die Bühne.

    Das nächste Konzert des Festivals Zeitgenössischer Musik steht ganz im Zeichen der aktuellen Avantgarde: Hannes Kerschbaumer, der zu diesem Konzert ein neues Stück als Uraufführung komponiert hat und dieses einem seiner Vorbilder, Salvatore Sciarrino, an die Seite stellt: schreibt über das Konzert: „Die Götter sind gefallen – wir glauben nicht mehr an Magie. Was bleibt, ist die Wahrnehmung der Einsamkeit in ihren geheimnisvollsten Facetten. Wir müssen uns dem Wind anvertrauen, um die unsichtbare Verbindung zu erfahren, die zwischen allen Dingen liegt.“

    In der ersten Konzerthälfte taucht der Zuhörer in Sciarrinos faszinierende, fragile Klangwelt seines Werkes La perfezione di uno spirito sottile ein, für welche die Musiker mit den subtilsten Ausdrucksmitteln eine magische Atmosphäre schaffen und der Intimität der Stille besondere Bedeutung zukommen lassen.

    Dieselbe Besetzung, nämlich Flöte, Stimme und Schlagwerk, führt der Komponist Hannes Kerschbaumer in seinem neuesten Werk lein in eine diametral entgegengesetzte Richtung – eruptive, rasende Klangkonstellationen lassen einen mittelalterlichen Text zerstäuben und so seine emotionalen Abgründe nach außen dringen.

    Hannes Kerschbaumer, geboren 1981 in Brixen Kompositionsstudien bei Gerd Kühr, Pierluigi Billone und Beat Furrer an der Kunstuniversität Graz. Weiterführende Studien bei Georg Friedrich Haas an der HfM Basel. Seine Werke wurden bei Festivals wie den Internationalen Ferienkursen Darmstadt (2010), dem Musikprotokoll im Steirischen Herbst, den Klangspuren Schwaz, Transart, dem World Saxophon Congress 2012, der Oper Graz u.a . uraufgeführt. Zusammenarbeit mit Ensembles wie dem Arditti Quartet, dem Vertixe Sonora Ensemble, dem dissonArt Ensemble, dem TENM (Tiroler Ensemble für Neue Musik), dem Streichquartett des Klangforum Wien . Hannes Kerschbaumer erhielt den Musikförderpreis der Stadt Graz (2009), das Hilde-Zach- Kompositionsförderstipendium der Stadt Innsbruck (2013), das Andrzej-Dobrowolski- Kompositionsstipendium des Landes Steiermark (2014), den SKE Publicity Preis 2015. Seiner Musik war im April 2014 ein Portraitkonzert im ORF-Radiokulturhaus Wien in der Reihe „Fast Forward“ von Jeunesse und ö1 gewidmet. Composer in Residence 2015 beim IZZM (Kärnten). Er ist Mitbegründer des ensemble chromoson, sowie künstlerischer Leiter von „hörbar! – tag der neuen musik“. Derzeit lebt Hannes Kerschbaumer als freischaffender Komponist in Innsbruck.

    Termin: 18. November um 20.00 Uhr im Museion. Infos: www.festival- bz.it

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