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Wie die Hutterer leben und glauben

Hutterer vor dem Geburtshaus von Jakob Hutter in St. Lorenzen.

Hutterer vor dem Geburtshaus von Jakob Hutter in St. Lorenzen.

Eine Abordnung von Hutterern berichtet an der Uni Brixen über Ihr Leben und Ihren Glauben.

Im 16. Jhd. schlossen sich aufgrund der politischen, kirchlichen und sozialen Missstände viele Gläubige in Tirol der Reformation an und wurden Täufer, auch Wiedertäufer genannt. Sie praktizierten die Erwachsenentaufe, lehnten Eide und Kriegsdienst ab und lebten in Gütergemeinschaft. Dies führte zu einer harten Verfolgung durch Staat und Kirche.

Der erste Vorsteher Jakob Huter, nach dem die Täufer benannt wurden, stammt aus Moos bei St. Lorenzen. Er wurde 1536 vor dem Goldenen Dachl in Innsbruck auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Insgesamt kamen ca. 600 Täuferinnen und Täufer um. Etwa 6.000 wurden aus Tirol vertrieben und flohen zuerst nach Mähren. Dann mussten sie über die Slowakei, Rumänien und die Ukraine in die USA und nach Kanada auswandern. Dort leben heute rund 50.000 Hutterer auf etwa 470 gütergemeinschaftlich geführten Höfen.

Die Hutterer werden anhand von Bildern von ihrem Leben auf den Höfen erzählen, wie wichtig ihnen der christliche Glaube ist und was sie nach wie vor mit Tirol verbindet. Sie sprechen einen tirolerisch-kärntner Dialekt und könnten als alte Tiroler bezeichnet werden. Es wird eine Begegnung mit unserer Geschichte sein. Im Jahr 2008 gestanden die nord- und südtiroler Bischöfe und Landeshauptleute das große Unrecht ein, das den Hutterern angetan wurde.Die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der Tiroler Geschichte soll zu mehr Verständnis, Respekt und Dialog unter den religiösen Gemeinschaften im Lande führen, hofft der Hutterer Arbeitskreis Tirol & Südtirol.

Termin: 22. Oktober um 19.00 Uhr in Brixen, Freie Universität Bozen – Fakultät für Bildungswissenschaften

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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