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    Die Regiokorn-Ernte

    korn getreide 1Die vierte Getreideernte im Rahmen des Projekts Regiokorn ist abgeschlossen. Die vielen Gewitter und der heiße Sommer haben der Qualität des Getreides nicht geschadet.

    Der diesjährige Sommer hatte es in sich, das bekamen auch die Getreidebauern zu spüren: „Durch die heftigen Gewitter dieses Sommers wurden die Ähren geknickt, dank der hohen Temperaturen und der langen Schönwetterperiode konnte das Korn aber trotzdem abreifen“, erklärt Hannes Klocker vom Beratungsring Berglandwirtschaft (BRING).

    Doch die Hitze hat auch ihr Gutes, weiß Klocker: „An den heißen Tagen ist das Getreide sehr rasch gereift, wodurch die Qualität durchwegs sehr gut ist.“

    Die genauen Zahlen liegen noch nicht vor, jedoch können bereits ziemlich genaue Schätzungen zur voraussichtlichen Erntemenge abgegeben werden. Insgesamt sind rund 291 Tonnen zu erwarten: 102 Tonnen entfallen auf Bio-Roggen, 108 Tonnen auf Roggenkorn, 43 Tonnen sind Bio-Dinkel und 38 Tonnen konventionelles Dinkelkorn.

    korn getreideDamit wäre die Erntemenge etwas geringer als im Vorjahr, in dem 310 Tonnen ins Lager gingen. Gleichzeitig ist aber der Anteil an biologisch angebautem Getreide im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

    Vor vier Jahren wurde das Projekt Regiokorn vom TIS innovation park zusammen mit dem Südtiroler Bauernbund, dem Versuchszentrum Laimburg, der EOS – Export Organisation Südtirol und der Bäckerinnung im hds initiiert. Heute sind 66 Südtiroler Bauern, 46 Südtiroler Bäcker und die Meraner Mühle daran beteiligt.

    Das Ziel des Projektes ist es, den früher in Südtirol stark verbreiteten Getreideanbau wiederzubeleben, die traditionelle Zusammenarbeit zwischen Bauer, Müller und Bäcker wieder aufzubauen sowie die Vielfalt der Kulturlandschaft durch die goldgelben Kornfelder zu erhalten.

    Da die Nachfrage nach lokalen Produkten ständig steigt, ist der Anbau von Getreide in der Berglandwirtschaft ein interessanter Nebenerwerb. Brot und Gebäck aus einheimischem Getreide dürfen das Qualitätszeichen Südtirol tragen und sind frei von chemischen Zusätzen, Geschmacksverstärkern und Konservierungsstoffen.

    Aktuell haben 46 Südtiroler Bäckereien Brot mit Qualitätszeichen in ihrem Sortiment, darunter auch typische Brotsorten wie Pusterer Breatlen, Vinschgerlen oder Schüttelbrot.

    Im Vinschgau, Eisacktal und Pustertal wird auf über 72 Hektar Dinkel und Roggen angebaut. Nach der Ernte wird das Getreide zunächst auf seine Qualität, vor allem auf seine Backeigenschaften hin im Labor untersucht.

    Beste Qualität wird dann über das Jahr in der Mühle zu Mehl gemahlen und anschließend an die Bäcker verkauft. Diese verarbeiten es zu Brot- und Backspezialitäten und bieten diese am Markt an. Von dieser regionalen Wertschöpfungskette soll jeder Einzelne profitieren – vom Bauern bis zum Konsumenten.

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