Du befindest dich hier: Home » News » „Man könnte es Mobbing nennen“

    „Man könnte es Mobbing nennen“

    In einer schriftlichen Stellungnahme erklärt die Bozner Gemeinderätin Anna Pitarelli, warum sie als einzige SVP-Gemeinderätin überraschend gegen Spagnollis Regierung gestimmt hat. Dass sie ihre Entscheidung im Vorhinein niemandem mitgeteilt hat, läge daran, dass ihre kritischen Anmerkungen im Zuge der Koalitionsverhandlungen persönliche Attacken zur Folge hatten, „die man auch Mobbing nennen könnte.“

    Gegenüber dem Online-Medium STOL kündigte SVP-Stadtobmann Dieter Steger bereits die Beantragung eines Parteiausschlussverfahrens an. Pitarellis Abstimmungsverhalten bezeichnet er als „illoyal“, „unkollegial“, „unfair“ und „untragbar“.

    DIE STELLUNGNAHME:

    Der Bürgermeister hat am gestrigen Mittwochabend dem Gemeinderat seinen Vorschlag für ein Regierungsteam und für ein Programm vorgestellt.

    Ich erkenne das Bemühen – speziell des Bürgermeisters und des Vizebürgermeisters – an, dieses Ergebnis der Gemeindewahl zu interpretieren und daraus eine Mehrheit, ein Programm und ein Team zu formen.

    Das Ergebnis dieser Bemühungen wuchs allerdings zum faulen Kompromiss aus. Das Programm blieb in wichtigen Punkten schwammig und in der Bildung der Koalition ging es hauptsächlich um Posten und persönliche Forderungen und wenig um Inhalte und Ziele, die für die Stadt Bozen wichtig sind. Eindrucksvollster Beweis dafür ist die Forderung, die ein Gemeinderat gestellt hat, der nur mit einem Restmandat gewählt ist. Offensichtlich sollte seinem Druck nachgegeben und er in den Stadtrat berufen werden. Dies, obwohl sein Stimmenergebnis dazu nicht berechtigt und er zudem einen evidenten Interessenskonflikt hat.

    Ich habe die Entwicklung in den letzten Wochen konstruktiv, aber mit Besorgnis mitverfolgt: Die Zwischenergebnisse der Verhandlungen entfernten sich immer weiter von der Erneuerung, die für Bozen so wichtig ist. Zudem bin ich davon überzeugt, dass die Bevölkerung diesen Kurs auch nicht mittragen kann. Viele Menschen haben mich angesprochen und viele Menschen haben mir ihre Besorgnis ausgedrückt.

    Mein politisches Engagement steht für Erneuerung.

    Das vorgelegte politische Konzept ist das Gegenteil von Erneuerung.

    Ich konnte diesem Konzept daher nicht meine Zustimmung geben.

    Ich habe diese Entscheidung in persönlicher Erwägung und im Einklang mit meinem Gewissen getroffen und mich mit niemandem abgesprochen. Auch nicht mit der Partei, der ich zugerechnet werde.

    Die Gründe dafür sind einfach:

    Zum einen hatten bereits meine kritischen Zwischenrufe im Zuge der Koalitionsverhandlungen persönliche Attacken zur Folge, die man auch Mobbing nennen könnte.

    Zum anderen, und das ist noch viel wichtiger, bin ich ausschließlich den Wählerinnen und Wählern verpflichtet. Ihnen gegenüber lege ich Rechenschaft ab.

    Zudem stehen das Programm und auch einzelne Mitglieder der vorgeschlagenen Regierung für Stillstand und für einen faulen Kompromiss.

    Bozen hat Besseres verdient, Bozen muss sich erneuern. Bozen muss von Menschen verwaltet werden, die nicht die eigenen Interessen, den Postenschacher im Sinn haben, sondern die bereit sind, ein Programm für die Zukunft und für die Erneuerung zu schreiben und umzusetzen.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
    Clip to Evernote

    Kommentare (59)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • lois

      Isch des die sarah connor?

      • Steuerzahler

        Pittarelli vertritt Hager und Benko.
        Diese beiden haben verstanden, dass diese Stadtregierung nie und nimmer das Benko-Projekt hätte bauen lassen. Also haben sie die Reißleine gezogen, denn sie haben ja nix zu riskieren !
        Bei Neuwahlen kann höchstens passieren, dass sich die neue Stadtregierung für Benk ausspricht. Und sollten die neuen auch dagegen sein, dann ist’s für Hager und Benko halt genauso wie jetzt. Schlechter kann’s für die 2 nicht werden.
        Der Witz ist, daß die Grünen und die 5-Stelle Typen auch noch begeistert und heilfroh waren, daß Spagnolli aufgeflogen ist. Dabei haben sie wohl vergessen, daß jetzt die Chancen für Benko nur besser, nicht schlechter stehen…
        Der wahre Wahnsinn ist, wie SVP und PD ein Gesetz machen konnten, das die Stadt Bozen erpressbar und abhängig macht von 2 finsteren Typen, denen man zwar nicht Mafia, Bestechung und Kriminalität nachweisen kann, die aber stark danach riechen. Von solchen Leuten hätten wir in Südtirol schon genug, warum mussten sie sich in Österreich so einen suchen ???

    • Bozner Bürger

      BRAVO ANNA!!!

      Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!
      „Tutti a casa“ wie es so schön heist.
      Diese Stadtregierung hätte sowieso keine 2 Wochen überlebt und – bestenfalls (aber nur rein hypothetisch weil sowieso aussichtslos) nach den letzten 10 Jahren nochmal 5 Jahre totalen Stillstand bedeutet.

      • Gerhard Meran

        Danke Anna Pítarelli, dass Du die kommissarische Leitung der SVP von Bozen samt ihrer intriganten Kaufmannslobbyisten aufgedeckt hast. Die SVP müsste Dir ein Denkmal schaffen und die Anti-Benko Lobbyisten hinausschmeißen.

    • Frage?

      Man könnte es „VERRAT“ nennen, was die „GUTE“ gemacht hat…..

      Sie wird schon ihre Gründe gehabt haben….

      Vielleicht hat sich der „Rahmen“ auf der GOLDENEN kräftig erhöht?

    • franz

      „Bozen muss von Menschen verwaltet werden, die nicht die eigenen Interessen…“ sondern jene von Investoren vertreten

    • schifahrer

      die partei der ich zugerechnet werde? das ist wohl ein witz!

    • nichtbozner

      standpunkte kann man ja haben. so was kommt bei unseren damen und herrn politikern ja nicht so oft vor.
      aber was die frau a.p. da abliefert ist wohl eher peinliches marketing der unteresten kategorie in eigener sache.
      das motto scheint wohl zu sein: ich will unbedingt was werden – koste was es wolle.
      aber sportsgeist und fairness in der eigenen partei sollte man schon haben. so werden sie wohl nicht mehr wählbar sein frau pitarelli – ausser sie gründen eine eigene partei und kommen mit ein paar hundert stimmen rein ….

    • bürger aus kaltern

      peinlich – peinlich – peinlich.
      diese frau- und herrschaften sind einfach nur zum schämen. der kommentator auf rai südtriol hat es heute beim mittagsmagazin exakt auf den punkt gebracht!

    • Batman

      Ein neues Kaufhaus soll eine Erneuerung für Bozen sein? Neue Fassade, innen aber ein altes System. Frau Pitarelli wachen Sie doch auf, denn Sie machen sich lächerlich.

    • Frage?

      Einen Trost gibt es, noch kann man ihr Bild mit Photshop aufpeppen,
      in dreißig Jahren wird nicht einmal mehr Botox nützlich sein.

      Aber vielleicht war schon jetzt Botox der Auslöser für die Entscheidung,
      Botox ist ja ein Nervengift……..

      😉

      Ob sich die Dame, trotz gutem Aussehens, noch in der Bozner Öffentlichkeit sehen lassen kann, das ist die Frage.

    • PROF:

      Hoffentlich bleibt Frau Pitarelli auch heute noch bei ihrem nein.
      Mit einer so knappen Mehrheit und Streithähne hätte die Stadtregierung den Sommer sowieso nicht überlebt.

    • ......

      Wow. Es gibt noch Menschen. Hätte ich nicht gedacht.

    • EBERHARDT

      Frau PITARELLI alisa „MISS BENKO“ schämen sie sich…aber so ist es halt mit die Weiberleit…..

      Erneuerung = dem Grosskapital zu dienen ?

      • Silvius

        Die „Weiberleit“ hobn holt no a Schneid, und getrauen sich eppans. Bravo, gut gemacht, gefällt mir! Wenn de ganz gscheidn Strategn den Ausschuss net besser zom derstellen, dass er mit oaner Stimme fallt, noch isch eh guat, wenn er gor net aufkimmt.

    • George

      Das nennt sie Erneuerung, die Frau Pitarelli, wenn sie doch die gleichen mafiösen Systeme unterstützt, wo Filz, Machgier, Geld und Ausbeutung der Allgemeinheit ihr Unwesen treiben. Sie ist um kein Haar besser als die andere Seite. Ehrlich und geradlinig sieht anders aus.

    • bubu

      Frau Pittarelli, liebe „Jursistin“: Sie sind nicht ausschließlich ihren Wählern verpflichtet, sondern als Vertreterin der Stadt im Gemeinderat, der ganzen Bevölkerung verpflichtet. Wobei ich „Ihre Wähler“ sehr wohl als „Herrn Benko“ interpretiere.

    • underdog

      Da hat die gute Anna aber gar nicht so unrecht.
      Schaut euch doch mal die politische Konstellation in Bozen an????? Was soll da groß passieren.
      Postengeschacher im besten Stil.

      Frau Pitarelli ist da um Welten konsequenter als viele andere Zeitgenossen in Bozen.
      Immerhin zeigt sie Konsequenz. Wohlwissend, dass ihre politische Karriere innerhalb der Opportunisten-SVP damit beendet sein dürfte.
      Da kann man ihr viel vorwerfen, aber eine Sesselkleberin ist sie nicht.
      Nicht wahr Herr Steger und Ladinser???

    • lousamol

      Als entschiedener Gegner des Großprojekts-Benko, hoffe ich, dass sich alle Entscheidungen diesbezüglich noch weiterhin so lange verzögern mögen, bis vielleicht eine weitere Verurteilung dieses Projekt endgültig hinfällig macht.

      • Sepp

        Dann muss es Ihnen bewusst sein, dass die Grillen nach der Pitarelli änder Abstimmung teilgenommen haben. Die grillen hätten den BM unterstützen können, haben es aber nicht getan. Nun kommt der Herr Kommissar, der wird unter eigener persönlicher Verantwortung entscheiden müssen.

        die Opposition hat versagt bzw war nicht in der Lage die Lage zu erkennen.

        Im Übrigen wirde so lange gestritten, dass es sich für eine zweite Abstimmung nicht mehr ausgeht.

        Die benko Gegner sind selbst schuld. Diese Fertigkeit stellt wohl keine Wahlempfehlung dar

        • sogeatsnet

          Du hast ja nette Ansichten von politischer Kohärenz.
          Hätten die Grillini ihre politische Überzeugung plötzlich ändern sollen, bloß weil jemand nicht so abstimmt, wie vorher allgemein angenommen?

          • Josef

            logisch, denen ging es darum das Benko-Projekt zu verhindern. Das haben sie nicht geschafft, weil sie die Lage nicht erkannt haben und nun könnte das politisch schon abgesoffene Projekt gerettet werden.
            Lustig.

    • Klaus H.

      Seit der Wahl die Pappn gehalten = „konstruktive Mitverfolgung“
      Und „neu“ ist, dass Privatinteressen vor das Gemeindwohl gestellt werden

    • Einereiner

      Bravo Frau Pitarelli! Wenigstens eine Politikerin mit Gewissen.
      Steger go home!

    • Andreas

      Frau Pitarelli, Silberlinge werden es doch nicht mehr sein, oder?

    • Franz Xaver

      Oh du scheinheiliges Südtirol, statt Englisch lernten wir Religion, statt Global ist die Politik .nal – und wir sind so gut, soooo gut, soooooooooo gut…

    • Marius

      Wenn ich die Stellungnahme lese, muss ich sagen, die Dame wird mir immer sympathischer.

    • mistral

      Ein Kommissar geht vorläufig gut, dann können sich die Parteien auf Neuwahlen vorbereiten, und vielleicht checken sie, dass neue Gesichter gebracht werden müssen. Die Alten ziehen nicht mehr.

    • trojanisches Pferd

      Gut gemacht Anna Pitarelli! Die Faschisten und die Lobbyisten jubeln, was will man mehr 🙂
      https://www.youtube.com/watch?v=EZwMo8zgdCU

    • Klaus

      Bravo Anna. Endlich eine Frau die sagt und schreibt was Sache ist. Endlich eine intelligente Frau mit Rückgrad, endlich eine mutige Frau, die das Wohl der Bürger in den Mittelpunkt stellt … Vor jeglichen persönlichen Interessen …. Und noch was Dieter Steger schämen Sie sich. Es ist besser sie fahren zur Hölle und verhandeln mit dem Teufel. Dies wäre dann ein konstruktives Geschäft auf Augen sHöhe. Warum sind sie eigentlich so böse zu der jungen Frau Anna, hat sie kein Recht auf ihre eigene Meinung Herr Steger…….?????????

    • interessant

      Hätte diese Dame, die seit Jahren sich dort anbiedert, wo die Macht ist (soviel zur Erneuerung) auch nur einen Funken politischen Verstand, hätte sie verausgesehen, was die Folge ihres Handelns ist: heute Abend wird es eine Mehrheit für den Stadtrat geben, der Preis dafür ist der Verzicht auf das Benko Projekt. Der Einsager der Pittarelli wird zwar ein guter Wirtschaftsberater sein. Aber von Politik versteht er gar nix und die Anna hats nicht überrissen.

    • Senatur

      Herr Uninteressant ! Wieviel Anbiederung geht auf Ihr Konto? Dumm, dümmer, am dümmsten Ihre Aussagen. Neidisch vielleicht? Dummheit ist wohl noch schlimmer, Sie Schlingel.

    • xy

      Sollte es heute abend im letzten Versuch scheitern, so ist endlich ein Giggi und sein Vize weg von der Bildfläche .
      Schlimmer kann es doch nicht kommen, denn letzteren ging es auch nur um eines.
      Nachhilfe gefällig?? Umwiedmung es Baugrundes bei den Tenisplätzen, wo die Firma Rabensteiner sich saniert hat mit besagter Unterst?tzer.
      So laufen die Geschäfte

    • Criticion

      Damit ist die Achammer- und Kompatschler – ERNEUERUNG gescheitert. Die nächsten bitte.

    • schnellermichl

      Alle nach Hause, die Pittarelli inbegriffen und endlich ehrliche Leute an die Macht.

    • Chrissi

      Super Frau Pittarelli, bitte machen sie ausserhalb dieser Postengeilen und lobbykranken Bozner SVP weiter

    • hmm

      Benko mit Pittarelli sollen weit weg gehen,
      #solche Machenschaften braucht Südtirol nicht;
      Zusammenkauf der Immobilien, Unterschlagung der m²,
      Erpressung über die Wahlen, Hohe Zahlungen bei Nichtunterschreibung usw

    • Paul

      Parteiausschlussverfahren – da müssten zuerst aber mal ganz andere Gauner aus der Partei geworfen werden …..

    • Bernhardl

      Stegers schwarzes „Blondinchen“ mutiert zur schwarzen Witwe.

    • hanz

      Da wird wohl mal wieder mit 2 Maß gemessen…….

      Frau Pitarelli versenkt die Bozner Stadtregierung und Ebner versenkt die demokratischen Organe der Brennercom………

      Und der Achhammer sieht vor lauter Bäume wieder mal den Wald nicht.

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Cookie Hinweis

    Nach oben scrollen