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    Die „bezirzte“ Kandidatin

    Die „bezirzte“ Kandidatin

    Im letzten Moment wollte Oswald Schiefer die Spitzenkandidatin der Bürgerliste in Kurtatsch, Heidi Peer, für eine Kandidatur bei der SVP überreden, um die Oppositionspartei zu verhindern. Ein Vorwurf, den Schiefer so nicht auf sich sitzen lässt.

    von Karin Köhl

    Eine neue Oppositionspartei, die sich in einer kleinen Gemeinde wie Kurtatsch gegen die SVP in Stellung bringt, hat keinen leichten Stand. Vor allem nicht, wenn ihr rauer Wind von so hoher Stelle entgegenweht.

    Kurz vor dem Abgabetermin für die Kandidatenliste habe nämlich der SVP-Landtagsabgeordnete Oswald Schiefer höchstpersönlich bei der Bürgermeisterkandidatin der Bürgerliste Heidi Peer vorgesprochen – und sie für eine Kandidatur auf der Edelweiß-Liste gewinnen wollen.

    „Als bekannt wurde, dass es in Kurtatsch eine Bürgerliste gibt, habe ich den Anruf von Oswald Schiefer bekommen“, erklärt Heidi Peer. Eine Kandidatur unter dem Edelweiß kam für die Unternehmensberaterin aber nicht in Frage: „Meine Kandidatur ist ein Signal, denn ich will unabhängig vom Parteidenken zum Wohle der Bürger und im Sinne der direkten Demokratie wirken.“

    In der neu gegründeten Partei ist man darüber erbost: „Das war ein plumper Versuch, mit dem die SVP mit aller Macht verhindern wollte, dass eine zweite Liste für die Wahlen antritt, nachdem sich die Süd-Tiroler Freiheit schon frustriert zurückgezogen hatte“, ärgern sich die Mitglieder der Bürgerliste Kurtatsch und betiteln den Landtagsabgeordneten als „unfairen Schiefer“.

    „Alles Blödsinn“, ärgert sich der Landtagsabgeordnete Oswald Schiefer. Er habe sicher nicht im letzten Moment versucht, die Kandidatur der Bürgerliste zu verhindern. „Ich habe das Gespräch mit ihr vor Langem gesucht, weil sie eine gute Kandidatin für die SVP wäre und es auch unterm Edelweiß kritische Stimmen braucht.“

    Ein Recht, das ihm als SVP-Bezirksobmann, aber auch jedem anderen Bürger zustehe: „Ich habe sicher nichts Unfaires getan oder jemanden verhindern wollen.“

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    Kommentare (21)

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    • Florian Egger

      Warum hat die noch zu große Partei so Angst vor Bürgerlisten? Etwa weil sich darin Menschen finden, die ihre eigene Meinung nicht vom Deckmandel einer Partei überstülpen lassen wollen und folglich nicht planbar sind?

    • Andreas

      Es liegt doch in der Natur der Sache, dass wenn man Angst hat einen Gegner nicht besiegen zu können, man versucht sein bestes Pferd im Stall für sich zu gewinnen.
      Bayern macht mit Dortmund z.B. ja auch nichts anderes, gut gestern hat auch da der Falsche gewonnen 🙂
      Was ist daran verwerflich oder falsch?
      So ist halt das Leben, auch wenn Sozialromantiker bzw. Realitätsverweigerer es gerne anders hätten.

    • Hubert

      @ Andreas

      …. man kann es drehen und wenden, wie man will…, mir scheint, darin bist Du ein Meister – allerdings immer nur für die eine Seite. Und in diesem Falle wirkt es auf mich zumindest einseitig, oder?

    • Walter Mair

      Eines ist mir völlig unklar! Warum sollte die SVP Angst vor den Bürgerlisten haben ?
      In den meisten Gemeinden müssen sie eh mit der SVP zusammenarbeiten, wenn sie die Mehrheit erringen wollen. Das Spiel bestimmt also immer noch die Mutterpartei! Die meisten der Bürgerlistler haben es nicht geschafft beim Edelweiß zu kandidieren,oder wurden“sanft“ aus der Partei entfernt! Wohlgemerkt nicht Alle….

      • Stephan Mair

        Bsp. in den meisten Gemeinden…
        Ich kenne da eine Gemeinde im Unterland da tritt die SVP „offiziell“ gar nicht an, eben weil sie genau weiß das sie gegen die Bürgerliste(n) keine Chance hat.

    • Switch reloaded

      Eigentlich sollte der kleine Mann nicht mehr zu den Wahlen gehen. In Amerika gingen bei den letzten Wahlen nur mehr 36% zu den Urnen. Die einzigen Profiteure der Politik sind doch nur die Reichen. 800 Millionen Zinsen für einen 5 Milliarden-Haushalt?

    • dulio

      Fakt ist, dass sich die Volkspartei ändern will.
      Es ist aber nicht ganz einfach Menschen zu finden, die bereit sind diesen neuen und unbedingt notwendigen frischen Wind in die Partei zu bringen.

      Ein paar hat man gefunden und es werden sicher noch einige dazu kommen ganz speziell die jungen die man für die Gemeinderatswahlen gewinnen konnte.
      Diese sind kritisch und offen neuem gegenüber, auch wenn die Vorschläge von der Opposition kommen.

      Meiner Meinung nach bewegt sich momentan in der SVP einiges und ich bin gespannt ob diese Dynamik bestehen bleibt.

      Schau’mer mal

    • dana

      Achammer ist beschäftigt Leute aus der SVP auszuschließen. Oppositionsparteien sind beschäftigt sich zu festigen. Dennoch gibt es noch zu wenig Opposition in den Gemeinden.
      Schiefer ist alt und ein verkalkter svp Parteibonzen, der nicht nur laute Kritik von Parteimitgliedern zu hören bekommt.

    • Klaus

      Ja. Ja Herr Schiefer …wir kennen sie all zu Gut.. Mehr als Kopfschütteln …. Dazu gibt’s nicht mehr zu sagen…denn wenn sie alle Stimmen hinter ihren Rücken hörten, wären sie schon vor Jahren ausgewandert!!!!!!

      • Unterland

        @ Klaus: Sie sind wahrscheinlich kein Unterlandler vermute ich. Oswald Schiefer hat nachweißlich viel für das Unterland und die Unterlandler getan. Er hilft jedem weiter der ihn um Hilfe bittet. Selbst viele Oppositionelle in den Gemeinderäten loben die Arbeit von Oswald Schiefer. Bei den Gemeinderatswahlen hatte er die letzten male immer mehr als 90 % Zustimmung.
        Außerdem ist er sehr Bescheiden.

        Mein Kommentar sollte eigentlich keine Lobeshymne werden, aber wenn ich Ihren Kommentar so lese, dann muss ich das einfach zurechtrücken.

      • dana

        Schiefer ist eine der vielen Fehlbesetzungen der SVP.

    • Murks

      Schiefer murkst im Bezirk Unterland vieles nieder.

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