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    Meditation im Stall

    IMG_89002.400 Freiwillige haben im letzten Jahr über 21.200 Tage auf extremen Südtiroler Bauernhöfen mitgeholfen. Diese Rekordzahlen hat der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze (VFA) am Montag bekanntgegeben. Und auch die finanzielle Situation hat sich gebessert.

    Die große Hilfsbereitschaft für Familien auf extremen Bergbauernhöfen ging auch im letzten Jahr weiter. „Mit über 2.400 Freiwilligen waren so viele wie noch nie auf den Höfen. Sie halfen im Stall, auf den Feldern oder bei der Kinder- und Altenbetreuung mit“, berichtete zufrieden der Obmann des Vereins Georg Mayr.

    Die Höfe wie auch die Freiwilligen würden sehr genau ausgewählt, damit wirklich nur jene Familien Helfer bekommen, die sie dringend brauchen, und Helfer sowie Bauernfamilien zusammenpassen.

    Theresia Larcher, die einen extremen Hof in Schalders bewirtschaftet, hat bisher jedenfalls nur gute Erfahrungen mit den Freiwilligen gemacht. „In den letzten Jahren neun waren etwa 50 Freiwillige auf meinem Hof. Nicht ein einziger war darunter, den ich nicht jederzeit wieder am Hof willkommen heißen würde.“ Der Großteil der Helfer stammt nach wie vor aus Deutschland – wohl auch wegen der tollen Medienberichterstattung werden viele Deutsche auf den Verein aufmerksam.

    „Etwa 14 Prozent der Helfer stammen aus Südtirol, worüber ich mich besonders freue. Das zeigt die große Solidarität der Südtiroler mit ihren Bergbauern“, so Mayr. Erfreulich ist auch, dass etwa 32,1 Prozent der Helfer jünger als 35 Jahre sind. „Den größten Anteil machen aber die berufstätigen Helfer aus. Wenn ich mir etwas wünsche dürfte, dann, dass noch mehr Pensionisten unseren Bergbauern unter die Arme greifen würden“, so Mayr.

    Mit je etwa 50 Prozent sind Männer und Frauen gleich oft bei einem Arbeitseinsatz.

    Auf der Vollversammlung im letzten Jahr war die finanzielle Situation des Vereins ein großes Thema. Diese hat sich deutlich gebessert. „Da wir über keine Einnahmen verfügen, sind wir auf die öffentliche Hand, die Trägerorganisationen und Sponsoren angewiesen.“ Etwa 21 Prozent des Budgets steuert das Land (Amt für Senioren und Soziales, Amt für Kabinettsangelegenheiten) bei, fast das Doppelte die Trägerorganisationen Südtiroler Bauernbund, Caritas, Südtiroler Jugendring und die Lebenshilfe. Der Rest kommt von Privaten und Sponsoren.

    Das heurige Jahr ist etwas gemütlicher angelaufen. „Die Freiwilligen sind bis Stand Mitte Mai leicht zurückgegangen. Bis zum Jahresende werden aber wohl wieder in etwa gleich viele Helfer wie 2014 auf einem Bauernhof gewesen sein. Sie helfen mit, damit extreme Höfe auch in Zukunft bewirtschaftet werden können“, erklärte abschließend Monika Thaler, die Koordinatorin des Vereins Freiwillige Arbeitseinsätze.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (2)

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    • Switch reloaded

      Ja es ist offensichtlich – ja spektakulär – verdienstvoll, kollektive Ideale zu verherrlichen und bei großen Organisationen mitzuwirken, obwohl diese mit zu den Totengräbern des Individuums gehören. Eine Gruppe ist immer etwas weniger wert als der Durchschnitt ihrer Einzelglieder, und wenn sie gar aus einer Mehrzahl von Drückebergern und Nichtsnutzen besteht, was dann? Dann taugen auch die von ihr verkündeten Ideale nichts. Auch das richtige Mittel in der Hand des verkehrten Mannes wirkt verkehrt, sagt ein chinesischer Weisheitsspruch.

      Mayr sollte sich einmal die Frage stellen, warum es überhaupt freiwillige Arbeitseinsätze braucht!

    • Switch reloaded

      …ebenso der amtierende Obmann! Der Bauernbund ist ja so hilfsbereit! Überhaupt, wenn die Steuern pünktlich, per Dauerauftrag an den Staat oder an die Gemeinden oder an das Land überwiesen werden sollen! Anscheinend weiß man beim Bauernbund nicht, was die rechte und die linke Hand tut.

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