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    “They Do The Act I Play The Tune”

    Werk von Martin Gostner: Recherche am „lago di sangue“

    Werk von Martin Gostner: Recherche am „lago di sangue“

    Die es-gallery in Meran startet ihre Ausstellungssaison mit einer Einzelausstellung des Tiroler Künstlers Martin Gostner.

    Im Sommer 2011 begab sich Martin Gostner, 1957 in Innsbruck geboren, auf die Suche nach jenem Ort, an dem im Jahre 216 v.Chr. in der Schlacht von Cannae das karthagische Heer unter Hannibal die zahlenmäßig überlegenen Römer besiegte. Entgegen der offiziellen italienischen Geschichtsschreibung wurde Gostner auf einer apulischen Hochebene bei Castelluccio Valmaggiore fündig, welche heute noch von den Einheimischen als „lago di sangue“ bezeichnet wird. Diesen historisch wichtigen, aber nicht offiziell anerkannten Ort kennzeichnete Martin Gostner mit einer in-situ Intervention, welche sich einreiht in einen seit 2001 fortlaufend weiterentwickelten Werk-Komplex unter dem Titel „Erkerkultur“.

    Martin Gostner bespielt historische Orte mit skulpturalen und installativen Werken, deren inhaltlicher Zugang eine Auseinandersetzung mit den jeweiligen historischen Gegebenheiten des Ortes ausmacht. Dabei geht es Gostner darum, anhand einer sehr persönlichen Zugangsweise Spuren von Erinnerung aufzugreifen, um damit einen neuen Prozess des Umganges mit geschichtlichen Ereignissen in Gang zu setzen. Die Recherchen beinhalten Gespräche mit Bewohnern jener Gegenden genauso wie das Studium der historischen Schlachtpläne und wissenschaftlicher Literatur, aber auch dokumentierende Zugangsweisen. Dabei fließen stets auch emotionale und autobiografische Momente mit ein. Dadurch entsteht ein Netzwerk aus vielfältigen Inhalten und Wissensfragmenten, aus dem heraus sich das künstlerische Werk von Martin Gostner in Form von Skulpturen, Objekten, Fotografien, textlichen Elementen, Installationen oder Materialkompositionen entwickelt. Dies wiederum ist Ausgangsmaterial für die Ausstellung, welche in der es-Gallery stattfindet, und welche eine „Ableitung“ des Erkers 5 bzw. eine Fortführung innerhalb des Ausstellungskontextes darstellt.

    Eröffnung: 23. April um 20.00 Uhr in der Meraner ES gallery.

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