Du befindest dich hier: Home » Südtirol » Weniger Unfalltote

    Weniger Unfalltote

    Ressortchef Pagani und LR Mussner enthüllten das neue Motiv für die Kampagne (Fotos: LPA/Clara)

    Ressortchef Pagani und LR Mussner enthüllen das neue Motiv für die Kampagne (Fotos: LPA/Clara)

    Mit neuem Sujet und neuen Aktionen führt das Land die 2006 gestartete und nachweislich greifende Sensibilisierungskampagne „No Credit“ fort.

    Landesrat Florian Mussner präsentierte die neue Sensibilisierungskampagne am Montag in Pfatten. Generalstaatsanwalt Guido Rispoli referierte über die rechtliche Verantwortung und der Primar des Landes-Notfalldienstes Manfred Brandstätter über physische Folgen von Motorradunfällen.

    „In jeder Gemeinschaft gibt es Regeln, an die sich die Mitglieder halten müssen und es gibt Verantwortung, die jeder für sich und andere trägt – genau diese beiden Seiten beleuchten wir mit der inzwischen sechsten Ausgabe von No credit“, betonte Mussner. „Sicherheit auf den Straßen ist wichtig, deshalb braucht es die Kampagne“, unterstrich der Mobilitätslandesrat.

    Es gelte mit Bedacht zu fahren, nicht nur zum Schutz des eigenen Lebens und jenem der anderen, sondern auch aus Rücksicht auf die Umwelt, so Mussner. „Wir appellieren an die Verantwortung jedes einzelnen und werden bei der Kampagne wieder sensibilisieren, warnen, Baumaßnahmen setzen, kontrollieren, aber falls nötig auch Sanktionen anwenden“, so der Landesrat.

    Ressortdirektor Pagani verwies auf die Daten des Landesamtes für Statistik zu den Motorradunfällen.

    Wie diese belegen, ist die Anzahl der verunglückten Motorradfahrer seit Start der Kampagne „No Credit“ zurückgegangen. „2005 gab es auf Südtirols Straßen noch 25 Motorradtote, 2006 sank die Zahl auf 14 und bewegt sich seitdem zwischen zehn und 15;  2014 waren es laut inoffiziellen Daten insgesamt 14″, sagte Pagani. „Wenn wir es schaffen, auch nur einen tödlichen Unfall zu verhindern, war die Kampagne schon sinnvoll“, sagte Pagani.

    Landesrat Mussner und Ressortchef Pagani enthüllten gemeinsam das neue Motiv der Kampagne 2015,  das eine Geschwindigkeitsanzeige auf Asphalt mit blutrotem Bereich für die überhöhte Geschwindigkeit darstellt. Die nicht angemessene Geschwindigkeit steht laut Pagani deshalb im Fokus, weil sie oft Grund für tödliche Verkehrsunfälle ist.

    Neben dem neuen Motiv, das auf Plakaten, Bus-Aufklebern und Flyern zu sehen sein wird und zum Nachdenken anregend soll, gibt es im Rahmen der Kampagne noch weitere zwei Maßnahmen: Über Baueingriffe, also angemessener Beschilderung und Beleuchtung der Straßen, Sanierung beschädigter Straßenbeläge und Montage von 2630 Metern Leitplanken mit Unterfahrschutz an 63 unfallgefährdeten Stellen, soll mehr Sicherheit für die Motorradfahrer geschaffen werden.

    Dazu kommen fortlaufende Kontrollen und Aufklärungsaktionen vor Ort durch Polizei und Ordnungskräfte. Deren primäre Aufgabe soll in der Aufklärung der Verkehrsteilnehmer liegen. Bei Übertretungen wird aber auch bestraft.

    Bildschirmfoto 2015-03-30 um 14.18.57In der Bikersaison 2015 starten die Sicherheitskräfte, in erster Linie Gemeinde- und Straßenpolizei, wieder landesweite Aktionen mit verstärkter Präsenz an besonders gefährdeten Verkehrspunkten und an Tagen mit verstärktem Verkehrsaufkommen bei verlängerten Wochenenden bei Feiertagen im In- und Ausland. Pagani verwies auch auf die Zusammenarbeit mit dem Safety Park, der Sicherheitskurse zu vergünstigten Konditionen anbietet. Der Gutschein dazu ist in den Info-Flyer integriert und wird im Rahmen von Motorradsegnungen und Bikertreffs im ganzen Land verteilt.

    Generalstaatsanwalt Guido Rispoli verwies in seinem Referat über die zivil- und strafrechtliche Verantwortung bei Unfällen darauf, dass für in Unfälle Verwickelte auch nur ein kleiner Teil an Schuld genüge, um zur Verantwortung gezogen zu werden. Fahrzeuglenker sollten auf gar keinen Fall Alkohol getrunken haben, so der Generalstaatsanwalt. Rispoli verwies auch auf die Wichtigkeit von Vorbeugetätigkeit und lobte die Kampagne, die zum Rückgang der tödlichen Unfälle beigetragen habe.

    Bei Unfällen, sei die schnelle und fachgerechte Versorgung ein Muss, sagte der Primar des Landes-Notfalldienstes Manfred Brandstätter, der eine ganze Reihe von physischen Folgen von Motorradunfällen auf das Gehirn, die inneren Organe, die großen Gefäße und die Nerven aufzählte, darunter auch besonders schlimme wie etwa Lähmungen.

    Da Motorradfahrer keine passiven Sicherheitsvorrichtungen wie Knautschzonen, Airbags oder Gurte hätten, seien sie besonders gefährdet, so Brandstätter, der selbst Motorradfahrer ist. Als Tipps gibt Brandstätter den Motorradfahrern mit auf die Fahrt auf eine gute Ausrüstung (Helm usw.) zu achten,  nicht zu schnell zu fahren und vorausschauend zu fahren.

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
    Clip to Evernote

    Kommentare (23)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • Karin B.

      Herr Mussner ihre Regierung widerspricht sich selbst. Die Bürger sollen schneller, flexibler und länger pro Tag arbeiten. Das setzt voraus, dass die Bürger auf den Straßen rasch voran kommen.
      Wenn bald überwiegend nur mehr 40 km/h und auf den Autobahnen und Schnellstraßen kaum mehr 80km/h erlaubt werden, dann bremst ihre Regierung.
      Die Anzahl von tödlichen Unfällen ist zurückgegangen. Jene der Schwerverletzten und Verletzten?

    • Gebi Mai

      Kraftfahrer und bald auch die Fahrradfahrer sind für die italienische Regierung, der Südtiroler Landesregierung in mehrfacher Hinsicht „Melkkühe“.
      In Zusammenhang mit den Kraftfahrzeugen werden von den Lenkern, Kfz Besitzern andauern und zahlreiche Steuern, Gebühren, eingehoben.

    • Andi

      Net wegen der Aktion sein weniger Tote, sondern weil koan Schwein mehr fohrn will, wenn die Blaun hinter jeder Ecke stiahn und oan strofn!!!

    • Pincopallino

      I glab kaum dass wegen dieser Bilderaktion jemand langsamer fohrt! Ich finde das alles andere als abschreckend!
      Wenn jeder mit Hirn fohret, nochr passet der Loden!

    • walter

      der Verkehr ist wegen der Rezessionen um mindestens 10% zurückgegangen, dann erklärt sich auch daß weniger Unfälle passieren!!! von wegen diese lächerliche Aktion!!

      Übernimmt die Landesregierung bzw. Mussner dann auch die Verantwortung wenn die Zahl der Verkehrstoten wieder zunehmen sollte? dann ist sicher etwas anderes schuld!! 🙂

    • Unterwind

      Hauptsache englisch, dann kann der Schwachsinn nicht groß genug sein.
      Das die Landesregierung auch mit Gebrauchtwagen handelt ist mittlerweile bekannt aber dass es jetzt schon Kredite sind hätte ich den Mussner nicht zugetraut.

    • kellner

      wie kann man denn mit diesen höllenmaschinen täglich das leben riskieren? weg damit

    • Roberto

      Diese ganzen Werbe-Kampagnen haben keinen nachweislichen Effekt und können interpretiert werden je mach belieben. Jemand hat hier schon wieder kassiert, das ist die einzige Tatsache.
      Den ganzen unnützen Werbe-Kampagnen-Schilderwald entfernen, dafür die notwendigen Verkehrszeichen, sauber asphaltierte Strassen mit klarer Fahrbahn-Kennzeichnung und ordentlicher Straßenbeleuchtung bewerkstelligen lassen, das wäre schon der bessere Anfang für mehr Sicherheit auf der Strasse.
      Betreffend der überhöhten Reisegeschwindigkeit, fahren mit Alkohol im Blut, fahren ohne Licht, fahren ohne Sicherheitsgurt oder modifizierten technischer Eigenschaften der Fahrzeuge sind mit Sanktionen sofort und flächendeckend zu ahnden, da das Leben und die Gesundheit anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel gesetzt werden.
      Vielleicht wären es besser die Sanktionen stufenweise zu optimieren, damit der Erziehungsfaktor der Strafe besser zur Geltung kommt und nicht nur die teilweise drakonische Abzocke im Vordergrund steht.

    • pérvasion

      Von wegen man wird an jeder Ecke bestraft — Südtirol ist ein international beliebtes Raserparadies und das ist eine sehr zweifelhafte Ehre: http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=19502

    • Oberwind

      LH Mussner läuft geradezu zur spirituellen Höchstform auf. Dennoch, kann dieser Hauch an Kompetenz seiner tatsächlichen Ahnungslosigkeit nicht gefährlich werden.

    • Landwirt

      Gibs do a an Beitrog?

    • Spaltpilz

      Das gibt’s doch nicht!
      Wer soll das glauben!
      Keine Kontrollen bei Lärm und Geschwindigkeit, aber mit saudummen Schildern die Landschaft verschandeln!

    • Spaltpilz

      Gut, wenn ich mir diese Chaostruppe ansehe, die sich Landesregierung nennt, getrieben von den Dolomiten, den Altmandataren und den Subventionsempfänger… was soll da herauskommen?

    • Karin B.

      Die Landesregierung hat bei den Wählern keinen Kredit. Bei den Banken durch ihre Freunde schon noch?

    • Landwirt

      Herr Mussner, bringen sie die miserablen Straßenbeläge in Ordnung und hören sie auf mit dieser beispiellosen Steuergeld Verschwendung.

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Cookie Hinweis

    Nach oben scrollen