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    Freier Fall

    concept financial planning and investment with euroDie Zinssätze auf dem Darlehensmarkt sind im freien Fall. Die Verbraucherzentrale sieht große Einsparpotenziale durch Surrogation oder Neuverhandlung.

    Am Darlehensmarkt tut sich einiges: die Konkurrenz steigt, die Zinssätze befinden sich im freien Fall. Die jüngsten Maßnahmen der EZB fördern die Liquidität und die DarlehensnehmerInnen haben die Chance, Bedingungen auszuhandeln, die noch vor wenigen Monaten undenkbar gewesen wären, so die Verbraucherzentrale Südtirol in einer Aussendung.

    Wer z.B. vor einigen Jahren ein fixverzinstes Darlehen zu 5% oder 5,50% abgeschlossen hatte, kann dasselbe, immer zum Fixzins, ersetzen (Surrogation) oder neu verhandeln, und zwar zu etwa 3%.

    Je nach Restschuld und Restdauer des Darlehens können hier wirklich große Summen – auch mehrere tausend Euro – eingespart werden.

    Auch die variablen Zinssätze sinken, und man findet sowohl am Schalter als auch online Angebote um 1,90%.

    Und es scheint, dass wir erst am Anfang der Abwärtskurve stehen, glauben die Experten der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS).

    Wer hingegen ein indexiertes Darlehen mit Untergrenze abgeschlossen hat (normalerweise zwischen 3% und 3,5%), sollte sich gut informieren, bevor ein Neuverhandlungsangebot von Seiten der Bank akzeptiert wird. Der sofortige Vorteil der Zinssatz-Senkung könnte zugleich auch einen zukünftigen Nachteil mit sich bringen, falls die Bank zeitgleich den Spread anhebt.

    Ganz abgesehen von der eventuellen Möglichkeit, Schadenersatz zu verlangen, sollte die Aufsichtsbehörde eine Kartellbildung zu lasten der Konkurrenz feststellen (siehe auch http://www.verbraucherzentrale.it/22v34339d96735.html).

    Angesichts der derzeitigen Marktlage sollte jede Möglichkeit in Betracht gezogen werden, und die Optionen gegeneinander abgewogen werden.

    Jene DarlehensnehmerInnen, denen Vorschläge zur Zinssatzänderung oder zur Surrogation unterbreitet wurden, können diese Vorschläge von den Experten der VZS begutachten lassen, bevor sie angenommen werden (gegen Terminvereinbarung unter der Nummer 0471-975597).

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    Kommentare (9)

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    • peter

      3%? Wir wollen 0%!! In Dänemark hat erstmals eine Geschäftsbank ein Darlehen mit Minuszins vergeben, also man bekommt Geld wenn man einen Kredit aufnimmt! Es müssen endlich die Gelder die von der EZB in die Märkte gepumpt werden, beim einzelnen Bürger ankommen!! Bis jetzt verdienen nur die Big Boys wie die Blöden.

    • capital consulting

      letztlich lokten alle 3 lokalen Banken zwar mit guten Spreads, boten diese allerdings
      nur im Einklang mit einem sogenannten „tasso flor“ an (Zinsuntergrenze .z.B. 3%)
      Damit wurde der Verbraucher defacot nicht korrekt behandelt, da bei einem
      3 monatigen Euribor von, 0,05% und einem angebotenen „Lockspread“ von 2% fuer
      Erstwohnungsdarlehen ein Zinssatz fuer den Endverbraucher von 2.o5% herauskommen
      wuerde, aber durch den tasso Flor derselbe nie unter 3% kommt.
      Hierbei ist festzustellen, dass damit eine Bank begonnen hat Kunden anzuwerben und
      dann auch die 2 anderen Landesbanken fleissig mit dieser „dubiosen“ Art Darlehen
      vor allem fuer Erstwohnungen anboten.
      Ich rate allen Verbrauchern die solche Zinsuntergrenzen im Vertrag haben, dieselben
      mittels „surruga“ durch eine andere Bank unzuschulden, wobei diese ohne Kosten
      fuer den Endverbraucher zu erfolgen hat, und auch die Notare Vorzugspreise
      fuer den Akt verrechnen.

    • Vingscher

      Ich verstehe, dass die Zinsen als Folge der Massnahmen der EZB sinken. Der negative Einlagenzinssatz führt dazu, dass Banken ihre, auf den Konten der EZB geparkten Einlagen abziehen und diese Mittel teilweise bei Firmen bzw. Privathaushalten landet. Das Angebot vergrössert sich und die Zinsen sinken.

      Zudem könnte die negative Teuerung (nicht im Artikel erwähnt) einen Teil der niedrigeren Zinsen erklären.

      Aber warum steigt denn bitte die Konkurrenz? Gibt es denn neue Banken von denen ich nichts weiss? Sind denn plötzlich ausländische Banken in Südtirol präsent? Also meines Erachtens ist der erste Satz „Am Darlehensmarkt tut sich einiges: die Konkurrenz steigt, die Zinssätze befinden sich im freien Fall.“ völliger Schwachsinn.

      • Vingscher

        Was mir noch eingefallen ist: Das QE der EZB treibt das Kreditangebot ebenfalls nach oben. Die EZB seit Montag Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt. Dabei schreibt sie dem Verkäufer (meist Banken oder sonstige Finanzinstituten) die Beträge auf ihren Konten bei der EZB gut. Auf diese Konten herrscht eine Einlagezinssatz von -0.75%. Es herrscht damit ein Anreiz die Einlagen nicht dort zu parken, sondern abzuziehen und anderswo zu verwenden. Ein Teil dieser Einlagen wird vermutlich in Kredite/Darlehen landen, dies treibt den Zinssatz nach unten.

    • kleiner Mann

      ja, diese Zinsuntergrenze stört mich schon ungemein . . .müsste ein Darlehen aufnehmen, aber irgendwie kommt mir vor, hat jede Bank diese Sch…s Zinsuntergrenze von 3% . . . weiss jemand von euch, ob man auch ein Darlehen ausserhalb der Provinz (IBK usw.) aufnehmen könnte u. ob sich so etwas überhaupt rentiert ?

    • sukram67

      wenn die verbraucherzentrale bankberater spielt habe ich meine bedenken. ich kann mich noch gut errinnern als sie zum hoehepunkt der zinsen im jahre 2008 ca. die umwandlung in fixzinsdarlehen geraten hat. (der schlechtestmoegliche zeitpunkt). danach sind die zinsen nur noch gefallen mit grossen Verlusten für die verbraucher welche sie vertretet. im obigen artikel schreibt die verbraucherzentrale, dass es scheint, dass wir erst am anfang der abwärtskurve stehen, ich musste mich zurückhalten um nicht in einen lachkrampf zu verfallen. der Euribor 6 monate wird aktuell bei ca. 0,20 % gehandelt. schon deshalb können die zinsen gar nicht mehr fallen. Da die Verbraucherzentrale nun variable Zinsen anpreist muss das der tiefpunkt der zinsen sein bzw. ich glaube es ist an der zeit mein darlehen in ein fixzinsdarlehen umzuwandlen :-))

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