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    Aktionär als Kläger

    Aktionär als Kläger

    Ein Aktionär der Südtiroler Sparkasse hat eine Pilotklage zur Wiederbeschaffung des in Aktien angelegten Betrags eingereicht. Die Verbraucherzentrale unterstützt diesen Schritt.

    Vor wenigen Tagen hat ein Aktionär der Südtiroler Sparkasse, dem Aktien im Wert von nahezu 100.000 Euro verkauft worden waren, RA Massimo Cerniglia, Rechtsbeistand der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS), mit der Einreichung einer Klage zur Wiederbeschaffung des in Aktien angelegten Betrags beauftragt.

    Wie bekannt wurde, hat die Sparkasse zu Weihnachten eine drastische Senkung des Aktienwerts auf 195 € je Aktie publik gemacht, sodass sich für immer mehr SparerInnen auch deutliche Verluste abzeichnen.

    Außerdem wurde von Seiten der Sparkasse mitgeteilt, dass die Aktien als „Wertpapiere mit hohem Risiko“ einzustufen sind.

    Nach Meinung der VZS ist das Verhalten der Sparkasse „alles andere als lobenswert“, da die Bank erst jetzt zu merken scheint, dass die von ihr selbst in den vergangenen Jahren ausgegebenen und platzierten Wertpapiere ein hohes Risiko aufweisen, und dies nachdem die Aktien großzügigst unter die Südtiroler SparerInnen gebracht wurden, welche überzeugt waren, sie investierten in ein sicheres und risikoarmes Finanzprodukt.

    Dabei hätten die Wertpapiere bereits von Anfang an als „Wertpapiere mit hohem Risiko“ eingestuft werden müssen, da sie illiquide sind, d.h. auf keinem regulierten Markt quotiert werden.

    Viele Tausende SparerInnen müssen nun zusehen, wie ihre Aktien drastisch an Wert verloren haben, und können diese nicht einmal sofort verkaufen, da es praktisch keinen Markt dafür gibt.

    Diese Situation erinnert stark an die Angelegenheit „Immobilienfonds Dolomit“, welcher ebenfalls Tausenden Südtiroler SparerInnen als Anlage mit mittlerem-niedrigem Risiko verkauft wurde, während die Sparkasse auch hier letztendlich angeben musste, dass es sich um ein Produkt mit hohem Risiko handelt.

    Die Verbraucherzentrale Südtirol hat daher vor, den Aktionären der Sparkasse durch Schadenersatzklagen zu ihrem Recht zu verhelfen, indem auf dem Gerichtsweg die Verletzung der Verhaltensregeln laut Consob-Reglement und Finanzeinheitstext, die bei den einzelnen Verkaufsverhandlungen stattfanden, aufgezeigt werden können.

    Die betroffenen SparerInnen können sich an die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale für Information und Beratung wenden.

     

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    Kommentare (11)

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    • Spaltpilz

      In der Sparkasse operiert südtirols Creme della Creme was wirtschaftliche Kompetenz betrifft.
      Es wüten dort genau jene Experten, welche in einem Freistaat das Finanzministerium über hätten:
      Sollte jemand einen Rechtschreibfehler findet, er darf ihn ruhig behalten.

      • Stefan

        Nein Spaltpilz, die Leute in der Sparkasse sind nicht zwangsläufig die besten oder gar etwa jene, die in einem Freistaat im Finanzministerium tätig wären.

        Keine Sorge, die Inkompetenz im römischen Finanzministerium lässt sich nur schwer toppen.

        Im Übrigen leiden nun genau jene Südtiroler Banken, die unten in Italien groß investiert haben (bald erwischt’s auch die Volksbank).

    • PROF:

      Bezüglich der Sparkasse-Aktien haben die Verantwortlichen der Südt. Sparkasse am 24.Dezember 2014 ein wirklich tolles Schreiben an die Aktionäre versandt.
      Hier ein Auszug: gestüzt auf ein Expertengutachten wurde der Richtpreis der Sparkasse-Aktie auf 195 Euro angepasst und das Risikoprofil auf „hoch“ angeglichen. Hier waren sicher die eigenen Sparkasse Experten am Werk!
      Abschließend noch im Schreiben die „Verarschung“, es wurde den Aktionären für die „Unterstüzung“ gedankt. Hier wäre es interessant zu erfahren wie viele Aktionäre die HERABSETZUNG der Aktie unterstüzt haben.
      N.B. Und er Neue General-Direktor? Wird er bald bekanntgegeben? Könnte es sich vielleicht um einen gewissen Herrn mit den Anfangs-Buchstaben “ C “ handeln?

    • walter

      wird den Aktionär FRANDREAS freuen!!! 🙂
      die Sparkasse hat jetzt echte Problem, über 120 Millionen Defizit gemacht und kein Ende!

      Frandreas, wie fühlt man sich so als Aktionär? 🙂

    • georg

      @Walter:
      Man ist nicht so schadenfroh.Seien Sie froh,wenn Sie keine Sparkassenaktien haben.Es gibt Aktien von Banken italienischer Institute,die nur mehr einen Bruchteil von ihrem einstigen Wert haben.Jeder der Aktien kauft,muss sich des Risikos bewusst sein.Als die Aktien der Sparkasse jahrelang gestiegen sind,hat sich auch keiner beklagt.Jeder Sparer muss wissen ,ohne Risiko gibt es keinen Gewinn.

    • Franz I

      Im Aufsichtsrat sitzen gerade jene Helden die in der Brennerstrasse, früher beim Luis und heute beim Kompatscher ein und ausgehen.
      Somit allesamt helle Köpfe, nur vom wirtschaften in schwierigen Zeiten scheinbar keine Ahnung haben, denn solange der € rollte war es ja kein Problem.

    • Christoph

      Das dürfte meines Erachtens wohl der allererste Fall sein, wo der Aktienemittent, man höre und staune, die eigenen Aktien nach Herabsetzung des Nennwerts als „hoch riskant“ einstuft und sich noch bei den Käufern für das Vertrauen und die Unterstützung bedankt. Ein unverzeihlicher Affront jedem Sparer bzw. Anleger gegenüber. Volksverdummung hoch 2 !!!

    • capital consulting

      Das allerschlimmste dabei ist vor allem, dass die Sparkasse mit ihren Aktien und vor allem
      auch mit dem Dolomitfond die treuesten und engsten Kunden um fast 40% ihres investierten
      Kapitals gebracht hat!

    • Unterwind

      Wer jetzt sein Erspartes nicht in Sicherheit bringt wird Morgen sein blaues Wunder erleben denn einem Nackten kann man bekanntlich nicht das Hemd aus ziehen.
      Übrigens auch eine Bank ist nur soviel wert, wie viel der Käufer bereit ist dafür zu bezahlen.

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