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    Schempps zweiter Streich

    Simon Eder, Simon Schemp und Evgeniy Garanichev

    Simon Eder, Simon Schemp und Evgeniy Garanichev (Foto: Christian Manzoni)

    Simon Schempp hat am Samstag in Antholz auch das Verfolgungsrennen gewonnen. Lukas Hofer war bester Azzurro, kam aber nur auf Rang 30. 

    Simon Schempp avanciert zum ganz großen Protagonisten beim diesjährigen Weltcup-Event in Antholz. Der 26-Jährige aus Ruhpolding machte seinen Doppelpack perfekt und sicherte sich, wie im Vorjahr, nach dem Sprint auch das Verfolgungsrennen.

    Obwohl Schempp als Führender ins Rennen gegangen war, musste er nochmal alle Kraftreserven mobilisieren, um sich in einem spannenden Schlusssprint zu behaupten und seinen zweiten Sieg binnen 48 Stunden perfekt zu machen. Nach einem Fehler im ersten Schießen musste der Deutsche die Führung an Evgeniy Garanichev abtreten. Dieser behielt das Kommando bis zum dritten Schießen, als er ein Mal daneben zielte. Schempp, Ole Einar Björndalen und der Österreicher Simon Eder nutzten den Patzer, um zum Russen aufzuschließen.

    Das Quartett kam geschlossen zum letzten Schießen. Nun war die Spannung in der Südtirol Arena förmlich greifbar. Alle vier Athleten drückten beinahe im Sekundentakt ab, ohne dass auch nur ein Schuss neben die Zielscheibe ging. So entwickelte sich auf der letzten Runde ein mitreißendes Kopf-an-Kopf-Rennen, das erst auf der Zielgeraden unter tosendem Applaus der Zuschauer ein Ende fand: Schempp hatte im Finish hauchdünn die Nase vorn. Eder belegte, wie in der Antholz-Verfolgung 2009, den zweiten Platz, während Garanichev das Podium als Dritter komplettierte. Björndalen musste mit dem undankbaren vierten Platz Vorlieb nehmen.

    Für Schempp ist dies der dritte Weltcupsieg in Folge, nach seinem Erfolg im Massenstartrennen in Ruhpolding und seinem Triumph in der Verfolgung am Donnerstag. Der Deutsche liegt in der Gesamtwertung nun auf Platz zwei hinter Martin Fourcade, der heute eine beeindruckende Aufholjagd hinlegte und vom 25. auf den fünften Rang lief.

    Lukas Hofer bester „Azzurro“

    Lukas Hofer (Foto: Manzoni)

    Lukas Hofer (Foto: Manzoni)

    Die Biathleten des italienischen Teams spielten im Verfolgungsrennen eine Nebenrolle. Als bester Lokalmatador schnitt Lukas Hofer ab, der sich um vier Positionen verbesserte und das Rennen am Ende auf Rang 30 beendete. Christian De Lorenzi machte unterdessen gleich elf Plätze gut. Als 33. lag er am Ende drei Ränge vor dem Rasner Dominik Windisch.

    Ergebnisse Weltcup Antholz (Samstag, 24. Januar 2015)

    Verfolgungsrennen Männer, 12,5 km

    1. Simon Schempp (GER) 31:27,9 Minuten (2 Fehlschüsse)
    2. Simon Eder (AUT) +0,1 (1)
    3. Evgeniy Garanichev (RUS) +1,1 (1)
    4. Ole Einar Björndalen (NOR) +1,9 (0)
    5. Martin Fourcade (FRA) +31,9 (0)
    6. Erik Lesser (GER) +45,6 (0)
    7. Jakov Fak (SLO) +51,4 (3)
    8. Simon Fourcade (FRA) +56,6 (1)
    9. Dmytro Pidruchnyi (UKR) +59,0 (2)
    10. Arnd Peiffer (GER) +1:00,0 (1)

    Die Stimmen zum Rennen:

    Simon Schempp, Sieger:

    „Das Level im Biathlon ist sehr hoch, deshalb ist es kein Wunder, dass in der Verfolgung vier Athleten nach dem letzten Schießen vorne liegen. Meine Ausgangslage war gut, weil ich mich als Vierter an die drei anderen Kollegen hängen konnte. So hatte ich genügend Kraft für den Zielsprint. In Antholz fühle ich mich immer wohl, weil sehr viele deutsche Fans hier sind, die mich und die anderen anfeuern. Die Atmosphäre ist großartig. Dass ich wie im Vorjahr beide Einzelwettkämpfe gewinnen konnte, ist natürlich phantastisch.“

    Simon Eder, 2. Platz:

    „Ich bin sehr glücklich über das Podium. Bei der Huber Alm habe ich eine Attacke gesetzt. 50 Meter vor dem Ziel habe ich gespürt, dass ich ein wenig müde bin. Da ist mir die Kraft ausgegangen und das war wohl entscheidend. Mein Schießen heute war sehr schnell, aber ich versuche immer schnell zu schießen. Zu Beginn der Saison ist es noch nicht so gut gegangen, aber jetzt geht‘s immer besser.“

    Evgenij Garanichev, 3. Platz:

    „Der dritte Platz macht mich sehr zufrieden. Natürlich habe ich bis zuletzt an den Sieg gedacht. Ich möchte meinen Serviceleuten ein Riesenkompliment aussprechen, sie haben eine Toparbeit geleistet, wie eigentlich schon die gesamte Saison.“

     

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