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    „Bin a Rennmaschin“

    Roland Fischnaller

    Roland Fischnaller

    Für Roland Fischnaller beginnt die achte Weltmeisterschaft. Der 35-jährige Snowboarder über die Partys bei einer WM, seine Chancen auf den Titel und seinen neuen Beruf in fünf Jahren.

    Die 11. Snowboard-Weltmeisterschaften haben am 15. Jänner am Kreischberg (Österreich) begonnen.

    Am Donnerstag greift auch Roland Fischnaller ins Geschehen ein.

    TAGESZEITUNG Online hat den Villnösser interviewt:

    TAGESZEITUNG Online: Herr Fischnaller, von Ihrer wievielten WM-Teilnahme sprechen wir jetzt mittlerweile?

    Roland Fischnaller: Oha, ich muss zugeben, dass ich das nicht einmal genau weiß. Es müsste aber die siebte Weltmeisterschaft sein – ich muss nachrechnen – nein, es ist die achte WM-Teilnahme.

    Es wird nicht viele Athleten mit so viel Erfahrung geben…

    Es gibt ein paar Sportler aus anderen Nationen, die auch ein paar WM-Teilnahmen hinter sich haben. Aber in Italien bin ich der Einzige.

    2011 ein dritter Platz, 2013 ein zweiter Platz, 2015 wird’s Gold?

    (lacht) Ich glaube, dass die Vorzeichen nicht so schlecht stehen. Aber bei den letzten Rennen habe ich mich am Knie wieder etwas verletzt und auch die Magnetresonanz zeigt, dass die Quadrizepssehne am Oberschenkel erneut etwas eingerissen ist. Daher habe ich relativ starke Schmerzen und meine Medaillenchancen sind sehr bescheiden. Ich hoffe aber, dass ich es schaffe, eine Medaille zu holen. Und wenn ich es nicht schaffe, haben ja meine Mannschaftskollegen gezeigt, dass sie vorne mitfahren können und fit sind. Wenn unsere Mannschaft keine Medaille machen sollte, wäre das schon enttäuschend.

    Also wird man nichts unversucht lassen…

    Ja, auch meine Kollegen haben schon Podestplätze erzielt und gezeigt, dass sie vorne dabei sein können. Also auch wenn mein Knie nichts alles zulassen sollten, wird doch etwas gehen.

    Ihre erste WM-Teilnahme war im Jahr 2001, hat sich seitdem viel verändert?

    Ja, es hat sich seitdem sehr viel getan, vor allem beim Material. Aber es hat sich auch die Einstellung der Athleten verändert: Bei meiner ersten Weltmeisterschaft in Madonna di Campiglio im Jahr 2001 bin ich jeden Abend ausgegangen. Bei einer Weltmeisterschaft wird immer ein tolles Rahmenprogramm organisiert und früher war ich einfach auch jeden Tag unterwegs (lacht). Jetzt ist diese Einstellung zur WM bei allen anders. Am Tag vor dem Rennen sieht man einige höchstens noch im Kraftraum, aber sicher nicht beim Feiern. Es ist einfach viel professioneller geworden.

    Roland Fischnaller

    Roland Fischnaller

    Also ist der sportliche Aspekt stärker in den Mittelpunkt gerückt…

    Ja, genau. Für mich geht es nur mehr um den Sport. Ich fahre sicher nicht mehr zu einer Weltmeisterschaft, um Party zu machen – obwohl es sicher sehr toll wäre (lacht). Für mich zählt nur mehr der sportliche Aspekt einer WM

    Gehen Sie mit einer WM-Teilnahme mittlerweile etwas lockerer um?

    Mir macht eine WM nichts mehr aus. Ich bin sogar weniger nervös, als bei einem normalen Weltcuprennen, da bei einer WM nur die ersten drei Plätze zählen. Die weiteren Plätze „interessieren koan Mensch“. Bei der letzten WM konnte ich zwei Medaillen holen, habe somit insgesamt drei und kann daher auch ganz locker an den Start gehen.

    Sind Sie vor einem Start überhaupt noch nervös?

    Logisch, a bissel bin ich schon nervös, aber das ist eine gesunde Motivation. Mit meinen 35 Jahren bin ich vielleicht doch a bissel a Rennmaschin und deswegen möchte ich auch gut fahren. Nur dabei zu sein, ist mir zu wenig.

    Wenn Sie nochmal am Beginn Ihrer Karriere stehen würden, würden Sie wieder diesen Weg gehen oder würden Sie sich anders entscheiden?

    Nein, ich würde noch einmal genau diesen Weg gehen. Ich denke auch immer wieder über dieses Thema nach, da man wie in jeder Karriere ab und zu Entscheidungen treffen muss, die das eigene Leben verändern. Mit 24 Jahren wollte ich einmal alles hinschmeißen – nur meine Mama hat mich damals davon abgehalten und mir gut zugeredet. Ich war wirklich kurz davor. Aber jetzt bin ich glücklich, dass ich alles so gemacht habe, weil ich auch einen gewissen Erfolg erleben durfte und viele Länder gesehen habe.

    Wo sehen Sie sich in vier Jahren?

    In vier Jahren wird der Roli mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr Rennen fahren. Olympia vielleicht schon noch, aber das Jahr danach bin ich hoffentlich glücklicher Familienvater und ein kleiner Landwirt (lacht).

    Interview: Lisi Lang

    DAS GESAMTE INTERVIEW LESEN SIE AM DONNERSTAG IN DER PRINT-AUSGABE.

     

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